Alant

Die Pflanze stammt ursprünglich aus Asien und war früher in jedem Bauerngarten zu finden. Heute gibt es sie nur noch in Bauerngärten im Gebirge und sie ist in Thüringen weit verbreitet. Ansonsten geriet sie in Vergessenheit. Er gehört zur Familie der Korbblütler, vorzugsweise steht er an sonnigen bis halbschattigen Plätzen, auf leicht feuchten Boden. Eine mehrjährige Pflanze mit großem Umfang und einer Höhe bis zu 2 Meter. Sie hat eine lange, knollige Wurzel welche würzig riecht und bitter schmeckt. Die Blätter werden bis zu 50 cm groß, sind vorne länglich – spitz, an den Seiten gezähnt und haben auf der Oberfläche kurze Härchen und eine filzige Unterseite. Erst spät entwickelt sich der Stängel, sie wachsen aus den Blattaschseln und tragen von Juni bis September mehrere gelbe Blüten, bis zu 8 cm groß.

 

Geschichtliches: Im alten Ägypten war Alant als Gewürz- und Heilmittel beliebt. Im Mittlelalter fand er zumeist in der Volksmedizin Anwendung. Eingesetzt wurde er als Allheilmittel in Form von Wein. In höheren Kreisen wurde Alant als Räuchermittel verwendet. Getrocknete Alantwurzeln wurden in den Kamin gegeben, für einen angenehmen Duft im Raum. Im Volksglauben hielten diese Räucherungen Dämonen ab.

 

Heilwirkung: auswurffördernd, antibakteriell, antimykotisch, antiseptisch, blutreinigend, entzündungshemmend, galletreibend, harntreibend, hustendämpfend, karminativ, krampflösend, leberanregend, menstruationsregelnd,  schleimlösend, schweißtreibend, stoffwechselanregend, verdauungsfördernd, wurmtreibend

 

Anwendungsbereiche: Angina, Appetitlosigkeit, Atemnot, Blähungen, Blutarmut, Brechmittel, Bronchitis, Brustschmerzen, Chronische Bronchitis, Darmentzündung, Durchfall, Ekzeme, Flechten, Gallebeschwerden, Gelbsucht, Geschwüre, Juckreiz, Harnverhalten, Hauterkrankungen, Hautjucken, Hautunreinheiten, Keuchhusten, Krämpfe, Krätze, Lungenentzündung, Lungenleiden, Magenschwäche, Mandelentzündung, Muskelrisse, Muskelzerrungen, Reizhusten, Rippenfellentzündung, schlecht heilende Wunden, Tuberkulose, Verdauungsschwäche, Verschleimung, Wechseljahrsbeschwerden, Würmer, Wunden, Zuckerersatz

 

Verwendung: Alant wird als Tee, Tinktur, Kräuterwein und Salbe angewendet. Die Pflanze spielt in der Kräuterheilkunde heute nur noch eine geringe Rolle. Die häufigste Anwendungsart ist der Tee.

 

Tee: Man übergießt einen Teelöffel Alantwurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Dann abseihen und in kleinen Schlicken trinken. Täglich kann man ein bis drei Tassen trinken. Nach sechs Wochen sollte man eine Pause einlegen.

 

Tinktur: Man übergießt Alantwurzeln in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alles bedeckt ist. Die Mischung bleibt 6 Wochen verschlossen stehen. Abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Ein bis drei Mal täglich kann man 10 – 50 Tropfen einnehmen, ist die Tinktur zu stark, einfach mit etwas Wasser auffüllen.

 

Alantwein: man übergießt die Alantwurzeln in einem Schraubdeckelglas mit Weißwein, alle Pflanzenteile sollten bedeckt sein und lässt es 6 Wochen verschlossen stehen. 50 Gramm Wurzel ergeben ca. 1 Liter Wein. Die Flüssigkeit abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Täglich sollte man 1 bis drei Schnapsgläschen genießen.

 

Wurzel kauen: Dieses regt die Verdauung an, verbessert die Stimmung und verfeinert den Geschmackssinn. Auch heute empfiehlt sich das kauen der Alantwurzel noch, um den Appetit anzuregen. Am besten eignen sich die gereinigten frischen Wurzeln.

 

Salbe: Traditionell wird sie aus der Wurzel und Schweineschmalz hergestellt. Die Wurzel wird fein geschnitten, gekocht und zerstoßen, bis ein Brei entsteht. Den Brei mischt man mit Schweineschmalz und seiht ihn durch ein Tuch ab. Die salbe wird in Tiegel gefüllt und abgekühlt. Der Pflanzenbrei kann auch mit Bienenwachs - Öl vermischt werden, wenn man kein Schweineschmalz nutzen mag. Hat man nur getrocknete Alantwurzeln da, kann man eine Tinktur herstellen und eine Lanolin Creme herstellen.

 

Waschungen: Dies kann man machen bei Hauterkrankungen, in dem man Alantwurzeln abkocht und das Wasser zum abwaschen der Hautstellen nutzt.

 

Umschläge: Eine intensivere Form der Waschung. In dem man ein Stück Baumwollstoff in das Wasser legt, es ausdrückt und dann auf die zu behandelnde Hautstelle gibt. Der Umschlag sollte mindestens eine Stunde vorher einwirken.

 

Blätter auflegen: Dies wird im Frühjahr gemacht um Wunden oder chronische Hautentzündungen zu lindern.

 

Räuchermittel: Es soll die Zimmerluft verbessern, möglich ist auch eine Desinfizierung des Raumes, sowie freiere Atemwege. Dafür wird die Alantwurzel auf spezielle Räucher-Glühkohlen gelegt.

 

Färbemittel: Alantwurzel in Urin gebeizt, mit Heidelbeeren und Pottasche vermischt, ergibt ein blaues Färbemittel.

 

Alant in der Küche: Vor allem Süßspeisen kann man gut mit Alant würzen. Die Wurzel im kandierten Zustand ist eine Leckerei. Heute findet man die Pflanze bestenfalls noch als Likör. Diesen kann man auch selber herstellen. Es geht wie bei der Tinktur, man gibt nur braunen Zucker hinzu.