Bärwurz

Diese weiß blühende Pflanze hat ihre Heimat in West- und Mitteleuropa. Sie wächst in Weiderasen, Geröllhalden und steinigen Stellen mit Holz. Die Pflanze ist bis zu 60 cm hoch und 30 cm breit, sie ist eine horstbildende, mehrjährige krautige Pflanze mit fächerndem Blattwerk und weißen Blütendolden (Blütezeit Mai bis Juni). Sie riecht würzig und kräftig. Verwendet wird sie bei Verdauungsstörungen und in der Likörindustrie als Kräuterschnaps. Wegen seiner ätherischen Öle wird die Pflanze auch in der Küche verarbeitet.


Geschichtliches
Die Pflanze wurde oft in Klostergärten angebaut. In der Hexenmedizin war es ein Mutterkraut und wurde bei der Geburt eingesetzt. Im Erzgebirge wird sie in der Köppernickel Suppe gekocht.


Heilwirkung
aphrodisierend, appetitfördernd, entblähend, entgiftend, entschlackend, harntreibend, herzstärkend, magenstärkend, menstruationsfördernd, tonisierend, verjüngend, wärmend, windtreibend


Anwendungsgebiete
Altersschwäche, Appetitlosigkeit, Blähungen, Blasenerkrankungen, Darmkattarh, Dymenorrhoe, Gelbsucht, Gicht, Hautausschläge, Herzschwäche, Hysterie, Koliken, Menstruationsbeschwerden, Migräne, Nierenleiden, Stress, Verdauungsstörungen, Vergiftungen, Weißfluss


Verwendung
Die frischen Blätter werden wie Petersilie in der Küche eingesetzt. Als gequetschtes Kraut dient sie für Umschläge gegen Hautkrankheiten und Gichtschmerzen. Das Abkochen der Wurzeln hilft bei Verdauungsproblemen.


Tee
1 Teelöffel getrocknete Blätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Hilft gegen Verdauungsprobleme.
1 Teelöffel Samen mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 20 Minuten ziehen lassen, abseihen. Hilft bei Migräne, Appetitmangel und Blasenleiden.


Tinktur
Dazu übergießt man Wurzeln des Bärwurz in einem Schraubdeckel Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alles bedeckt ist. Dies lässt man 2 bis 6 Wochen ziehen. Nach dieser Zeit abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Von der Tinktur nimmt man pro Tag 10 – 50 Tropfen ein, sollte sie zu konzentriert sein, gießt man Wasser hinzu.


Äußerliche Anwendung
Der Tee oder die Tinktur kann in Form von Umschlägen, Bädern und Waschungen angewendet werden, dadurch kann man Hautkrankheiten lindern.