Bittersüßer Nachtschatten

Alle Pflanzenteile sind giftig. Die Pflanze ist ein Nachtschattengewächs, ein rankender Halbstrauch, der unten verholzt und oben krautig ist. Blätter sind herz- bis eiförmig, oben spießförmig. Im Hochsommer wachsen die Blüten als lockere Trauben, mit goldgelb gefärbten Staubbeuteln. Er wird zwischen 30 und 200 Zentimeter hoch. Die Pflanze ist winterhart. Die Beeren sind giftig, sie schmecken anfangs bitter, dann süß. Beim Genuss der Beeren treten Erbrechen, Durchfall und Krämpfe auf. Die Pflanze ist in ganz Deutschland verbreitet. Bittersüßer Nachtschatten ist in Europa und Asien heimisch. Er wächst bevorzugt in Auenwälder, Gebüschen, Hecken und Geröllhalden.

 

Geschichtliches

Die Pflanze wird von Heilkundigen schon seit tausenden von Jahren eingesetzt, auch die Homöopathie nutzt den Bittersüßen Nachtschatten. Seit der Zeit der Römer dürfte der Einsatz des Bittersüßen Nachtschattens zu Heilzwecken bekannt sein. Im Mittelalter war es vor allem ein Mittel gegen Gicht und Hautkrankheiten. Noch heute finden sich Pflanzen in der Nähe von Burgen, alten Mauern und verfallenen Gebäuden.

 

Heilwirkung

 

adstringierend, antiallergisch, antimikrobiell, antimykotisch, antirheumatisch, auswurffördernd,
beruhigend, blutreinigend, entzündungshemmend, fiebersenkend, gewebeverdichtend, harntreibend, kortisonähnlich, kühlend, narkotisierend, schleimhautreizend, schleimlösend,
schmerzstillend,

 

Anwendungsgebiete

Abführmittel, Asthma, Brechmittel, Cellulite, Chronissche Bronchitis, Dermatitis, Dickdarmentzündung, Drüsenschwellung, Ekzeme, Entgiftung, Fieber, Gelbsucht, Gerstenkorn, Gicht, Hautausschläge, Hauterkrankungen, Hautjucken, Husten, Keuchhusten, Krebs, Magen – Darm – Erkrankung, Schuppenflechte, Syphillis, Übelkeit, Warzen

 

Verwendung

Verwendet werden die oberen Stängelteile, sowie Beeren, Blätter und Wurzelrinde.

 

Tee

1 Teelöffel mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Diesen Blutreinigungstee in kleinen Mengen über den Tag verteilt trinken. Die Dosis darf nicht gesteigert werden.

 

Äußerliche Anwendung

Den Tee herstellen, Tuch tränken und auf die betroffene Stelle legen. Hilft gegen Hautauschläge, Rheuma, Cellulite. Aus den Blättern kann eine Salbe gegen Ekzeme hergestellt werden. Beeren zerquetschen und mit dreifacher Menge gekautem Brot zu einem Brei vermischen. Dieser Brei hilft gegen Gerstenkörner, wenn man den Brei etwa 30 Minuten auf das betroffene Augenlid gibt.

 

Mystik

In der Magie werden die Bittersüß-Zweige in das Schlafzimmer gehängt um Alpträume zu vertreiben. Es hilft auch gegen Schlafwandeln. Dazu werden Zweige unter die Matraze gelegt.

Dem Vieh band man einen Kranz aus Bittersüßen Nachtschatten gegen Atemprobleme um.

Aus der Pflanze wurde auch ein Liebesmittel hergestellt.

 

Wichtig: Innere Anwendung nur unter ärztlicher Aufsicht!