Frauenmantel

Der Frauenmantel ist eine zarte Pflanze mit kelchartigen gelappten Blättern, in denen sich morgens Tautropfen sammeln. Seine Blüten sind zartgelbe doldige Rispen. Der Frauenmantel kommt nahezu weltweit vor. Er wächst bevorzugt auf Wiesen, in lichten Wäldern und Gebüschen. Wenn ein Standort dem Frauenmantel gut gefällt, dann bildet er oft ganze Teppiche, andernorts kommt er auch einzeln vor. Die ausdauernde Wurzel treibt im Frühjahr mehrere Stengel aus an denen gefaltete Blätter mit sieben bis elf Lappen wachsen. Die Ränder der Blätter sind gezähnt. In der Mitte der Blätter sammeln sich häufig Tautropfen, was ein besonders typisches Kennzeichen des Frauenmantels ist. Aus der Mitte mancher Blätter entspringen Stengel, an deren Ende ab Mai die kleinen, gelben Blüten in Trugdolden wachsen.

Der Frauenmantel gehört zu den wenigen Pflanzenarten, die aktiv Wasser abgeben können. Dadurch bilden sich sowohl an den gezähnten Blatträndern als auch in der Mitte des "Blattkelches" Wassertropfen, die in der Sonne glitzern. Diese Flüssigkeit galt den Alchimisten in früheren Zeiten als wichtige Zutat für alchemistische Prozesse.

 

Geschichtliches

In der Antike war der Frauenmantel nicht bekannt. Erst ab dem Mittelalter taucht er in Kräuterbüchern auf und auch Hildegard von Bingen empfahl ihn.

 

Heilwirkung

entkrampfend, adstringierend, beruhigend, blutbildend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, krampflösend, tonisierend,

 

Anwendungsgebiete

Frauenbeschwerden, prämenstruelles Syndrom, Beschwerden der Wechseljahre, leichter Durchfall, Halsschmerzen, Husten, Erkältung, Schnupfen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Fieber, Asthma, Mund- u. Rachenentzündung, Zahnfleischentzündung, Appetitlosigkeit, Blähungen, Magenschwäche, Diabetes (unterstützend), Nierenschwäche, Herzschwäche, Arteriosklerose, Ödeme, Nachtschweiß, PMS, Weißfluss, Muttermilch fördernd, Bindehautentzündung, Lidrandentzündung, Wunden, Geschwüre, Ekzeme, Eiterungen, Eitrige Wunden, Furunkel

 

Verwendung

Meistens wird er verwendet in der Frauenheilkunde, das liegt an den Pflanzenhormonen, die dem weiblichen Progesteron ähneln. Dadurch gleicht die Pflanze Mangelzustände aus, die zu Störungen in den Wechseljahren führen. Während und nach der Geburt kann er hilfreich sein, er wirkt auch fördernd bei der Milchbildung. Direkt verwendet wird das blühende Kraut.

 

Tee

2 Teelöffel Blätter mit ¼ Liter heißem Wasser übergießen, nach 10 Minuten abseihen. Täglich zwei Tassen zwischen den Mahlzeiten trinken.

 

Äußerliche Anwendung

Äußerlich angewendet hilft der Frauenmantel als Bad (Geschwüre), Umschlag (Ekzeme) und Waschung (eitrige Furunkel) bei Hautbeschwerden. Für ein Bad 4 Teelöffel Blätter mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen, dann Flüssigkeit mit ins Bad.