Saatlein

Eine zarte, einjährige Pflanze mit zahlreichen schmal lanzettlichen, dreinervigen Blättern, welche bis zu 60 cm hoch wird. Die himmelblauen Blüten öffnen sich nur bei schönem Wetter. Aus den Blüten entwickelt sich der Leinsaat. Flachs wird weltweit angebaut, mittlerweile auch verwildert.

 

Geschichtliches

Lein ist einer der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Im Jahre 2005 war deshalb Lein die Pflanze des Jahres um an diese Bedeutung zu erinnern. Die Anfänge für die Nutzung des Leins finden sich in der Steinzeit, zunächst für die Herstellung von Stoffen und Seilen. Im alten Ägypten wurden die reichen Toten in Leintücher gehüllt. Viele alte Heiler (z.B. Hippokratiker wie Theophrast, Hildegard von Bingen) nutzten Leinsamen zu medizinischen Zwecken sowohl innerlich und äußerlich.

 

 

Heilwirkung

abführend, einhüllend, erweichend, entzündungshemmend, krampflösend, schmerzstillend

 

Anwendungsgebiete

Verstopfung, Entzündung des Magen- / Darmtrakt, Drüsenschwellungen, Furunkel, Gallensteine, Geschwüre, Gürtelrose, Halsschmerzen, Hautauschlag, Heiserkeit, Gesichtsneuralgien, Ischias, Kehlkopfentzündung, Krebsvorbeugung, Magenschleimhautentzündung, Magenübersäuerung, Mundschleimhautentzündung, Rachenentzündung, Rheumatische Schmerzen, Schnupfen, Schuppenflechte, Sodbrennen, Unterleibsschmerzen, Zahnschmerzen, Asthma, Harnblasenreizung, Heufieber, Heuschnupfen, Zungenlähmung

 

Verwendung

Früher war der Lein eine wichtige Pflanze, um daraus Kleidungsstoffe herzustellen. Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen und begleitet den Menschen seit der Steinzeit. Leinen gehörte zu den edlen Stoffen früherer Zeit, weil es fein und kühlend ist. Heutzutage ist vor allem der Lein-Samen beliebt, denn in Feuchtigkeit eingebracht er ist so schleimig, dass er harten Stuhlgang weicher macht und so gegen die verbreitete Verstopfung hilft. Die einhüllenden und lindernden Eigenschaften des Leins kann man auch gegen Entzündungen in den Atemwegen und Verdauungsapparat einsetzen. Außerdem werden entzündliche Hautprozesse gelindert. Es werden die Blätter und Samen verwendet.

 

Anwendung

10g des Leinsamens mit viel Wasser eingenommen wirkt er abführend. Für einen Schleim verwendet man 5 – 10g nicht zerkleinerten Leinsamen mit kaltem Wasser angesetzt, eine halbe Stunde stehen lassen, Flüssigkeit abgießen und essen.

 

Äußerliche Anwendung

Ein Umschlag aus zerquetschten oder gemahlenen Samen hilft gegen Bronchitis, Husten, Hautentzündungen, Geschwüren. Ein Umschlag aus einem kurz aufgekochten Samenbrei hilft gegen Furunkel. Solch einen Breiumschlag kann man auch mit Honig und Olivenöl ergänzen, um die Heilwirkung gegen Furunkel zu verstärken.

 

 

Achtung!
Leinsamen sollte nicht bei Verdacht auf Darmverschluss oder Darmlähmung angewendet werden. Darmverschluss und Darmlähmung gehören in ärztliche Behandlung.