Tausendgüldenkraut

Es wächst bis zu 50 cm hoch, die lanzettlichen Stängelblätter sind gegenständig angeordnet. Der trugoldige Blütenstand besteht aus zahlreichen rosaroten Blüten, welche nur bei heftigem Sonnenschein komplett geöffnet sind. Als Verwandter des Enzians ist das Tausendgüldenkraut ebenso wie dieses eine starke Bitterpflanze. Tausendgüldenkraut kommt nocht sehr häufig vor. Die Pflanze wächst auf halbtrockenem Rasen, an Waldrändern und Lichtungen, in fast ganz Europa.

 

Geschichtliches

Der Name "Centaurium" kommt möglicherweise ursprünglich nicht von dem hundertfachen Gold, das man zunächst vermutet, sondern von einem Zentaur namens Chiron. Dieser heilte nach der Legende seine vereiternden Wunden mit dem Tausendgüldenkraut. Diese Namensherkunft ist jedoch umstritten. Die berühmten Ärzte des Altertums wie Hippokrates schätzten das Tausendgüldenkraut sehr. Im Mittelalter wurde die Wortbedeutung des Hundertguldenkrautes dann vor lauter Begeisterung gesteigert und es entstand das Tausendguldenkraut, mancherorts sogar das Milijöntusenkraut. Das Tausendgüldenkraut spielt auch in vielen Geschichten und Legenden eine wichtige Rolle. Dort soll es Gesundheit und großen Reichtum bringen.

Eine dieser Legenden erklärt auch den Namen des Tausengüldenkrautes auf eine neue Weise. In dieser Geschichte geht es um einen reichen Mann, der unter Fieber litt. Er bot armen Leuten tausend Gulden an, wenn sie ihn von dem Fieber befreien würden. Die Armen gaben dem kranken Reichen das Tausendgüldenkraut und erhielten nach erfolgter Heilung wie versprochen tausend Gulden.

 

Heilwirkung

anregend, beruhigend, blutreinigend, entzündungshemmend, stärkend, tonisierend

 

Anwendungsgebiete

Abwehrschwäche, Abszesse, Anämie, Appetitfördernd, Aufstoßen, Blähungen, Blutarmut, Chronische Magenentzündung, Darmkatarrh, Diabetes, Dyspepsie, Ekzeme, Erschöpfung, Fieber, Förderung des Magensaftes, Frühjahrskur, Gallenschwäche, Gallestauung, Gallensteine, Gastritis, Gebärmutter stärkend, Gelbsucht, Gelenkrheumatismus, Gicht, Immunsystem stärkend, Koliken, Kreislaufschwäche, Leberstauung, Magenentzündung, Magenkatarrh, Malaria, Menstruationsbeschwerden, Meteorismus, Milzschwellung, Müdigkeit, Nervenschwäche, Obstipation, Rekonvaleszenz, Rheuma, Ringelflechte, Schlecht heilende Wunden, Schwäche,
Skrofulose, Sodbrennen, Übergewicht, Verdauungsschwäche, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Wunden

 

Verwendung

Verwendet wird das Kraut. Hauptwirkstoffe sind die Bitterstoffe. das ganze blühende Kraut ohne Wurzel

 

Tee

Ein bis zwei Teelöffel des geschnittenen und getrockneten Krauts werden mit 250 ml kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht.

 

Tinktur

Eine 6 bis 10 Stunden lange Extraktion mit kaltem Wasser ist möglich.

Alternativ kann man Tausendgüldenkraut auch als Tinktur anwenden, dann nimmt man 10 bis 20 Tropfen in etwas Wasser vor den Mahlzeiten ein. Für die Tinktur befüllt man ein Schraubdeckelglas mit frischen oder getrockneten Kräuterstücken. Darüber gießt man Doppelkorn oder 70%igen Alkohol aus der Apotheke, bis die Kräuterteile vollständig bedeckt sind. Diesen Ansatz lässt man zwei bis sechs Wochen ziehen, dann seiht man die Flüssigkeit ab und füllt sie in eine dunkle Flasche. Kühl aufbewahrt hält sich solch eine Tinktur mindestens ein Jahr. Häufig ist das Tausendgüldenkraut auch Bestandteil von Magenbitter.

 

Äußerliche Anwendung

Äußerlich wird das Tausendgüldenkraut seltener eingesetzt.

Die Volksheilkunde kennt jedoch einige äußerliche Anwendungen des Tausendgüldenkrautes. Man kann seinen Tee als Waschung, Bad oder für Umschläge verwenden. Seine Einsatzgebiete sind vor allem eiternde Wunden, Ekzeme und Flechten.

 

Mystik

Außerdem erhoffte man sich den Schutz vor Blitzschlag durch das Tausendgüldenkraut.

 

Achtung!
Tausendgüldenkraut sollte nicht bei Magengeschwüren und Zwölffingerdarmgeschwüren angewendet werden.