Burg Arras

Auf der Spitze eines Bergkegels oberhalb des Zusammenflusses von Alfbach und Uelbach liegt die Burg. Eine römische Wehr- und Grenzbefestigung stand dort seit dem 4. Jahrhundert, belegt durch zahlreiche Keramik-, Glas- und Münzfunde. Die Sagenumwobene Burg tritt aus dem Dunkel der Geschichte. Mit dem einfallen der Normannen soll ein lothringischer Pfalzgraf sich gezwungen gesehen haben um 880 die Burg zum Schutz an der Mosel zu errichten. Es gibt zwei Sagen, eine davon erzählt von einem Köhler Arras. Er soll mit seinen Söhnen und Bauern umliegender Dörfer den Normannen Stand gehalten haben, bis die Angreifer vom Heer des Trierer Erzbischofs die Normannen besiegte. Als Dank erhielten Arras und seine Söhne den Ritterschlag und die neugebaute Burg. Dadurch wäre Sie die älteste mittelalterliche Burg, aber es gibt keine geschichtlichen Belege. Eine urkundliche Erwähnung findet im Jahr 1120 statt, der Trierer Erzbischof Bruno von Brettheim überwies der Burgkapelle damals eine Weinrente. Zwischen Trier und Koblenz sollte ein zusammenhängendes Territorium erschaffen werden. Anfang des 12. Jahrhunderts fand daher eine neue Besitzteilung statt. Die Trierer Erzbischöfe bekamen einen Teil, der andere ging an das Reich, diese belehnte die Arrasritter damit. Die Burgkapelle wurde 1420 von Erzbischof Bruno geweiht. Die Burg wurde von den Herren Nattersburg eingenommen. Später wurde sie wieder erobert, dann teilweise zerstört. Erzbischof Alberto ließ sie 1138 wieder aufbauen und verstärken. Es wurden örtliche Lehensträger eingesetzt. Ende des 12. Jahrhunderts war der frieden der Burg durch Fehden und Raubrittertum gefährdet, trotz guter Beziehungen der Arrasritter zu Kurtrier. Erzbischof Arnold II. stellte durch urkundliche Zugeständnisse die Freundschaft zu den Arrasrittern wieder her. Der Turm wurde verstärkt und die Burganlage ausgeweitet. In vielen Urkunden wurde das Arrasgeschlecht erwähnt. Nikolaus von Arras und Johann von Arras als Richter und Zeugen. Nikolaus und Heinrich hatten Ämter im Trierer Erzbistum. Spätere Belehnung, Anfang des 15. Jahrhunderts, gingen an das Geschlecht der Herren von Wildberg, danach die Herren von Metzenhausen und die Zandt von Merl. Letztere waren kurtrierische Erbvögte und Mitglieder bzw. Leiter der Städteversammlungen. Kaiser Maximilian I. besuchte am 7. März 1512 die Burg Er reiste mit Johann von Metzenhausen zum Reichstag nach Trier. Der letzte Lehnsherr war Kaiser Leopold der I. (1657 – 1705), zu dem Zeitpunkt war die Reichsburg unzerstört. Er schützte Europa vor den Türken, dadurch hatte er zu wenig Streitkräfte für die Verteidigung des Rhein – Mosel – Gebietes gegen die Franzosen (1683 – 1699). Im pfälzischen Erbfolgekrieg (1688 – 1697) kamen diese auch zur Burg Arras. Nur der Bergfried und jetzt bewohnte Teil wurden nicht zerstört. Die alten Herrschaften wurden 1794 durch die französischen Revolutionstruppen aufgelöst. 1820 erwarb Fabrikbesitzer Remy aus Alf die Burg. F. W. Dyckerhoff wurde durch Kauf neuer Besitzer. Er baute die Burg von 1907 bis 1910 auf alter Bausubstanz wieder auf. E. Rademacher und Dr. Th. Homburg folgten 1938. Das Ehepaar Keuthen ist heutiger Besitzer und kaufte die Burg 1983, sie wurde umfassend renoviert. Der langgezogene Burgbering der in der Nordwest – Südost Achse angelegt war ursprünglich durch zwei Tore zugänglich von der Südwestseite. Zum Teil sind die Mauern noch erhalten. Heute ist die Zufahrt auf der Nordostseite und mündet im ehemaligen Vor- oder Wirtschaftshof. Dort sind noch Mauerreste von den alten Stallungen und Wirtschaftsgebäuden, sowie ein Brunnen. Das über 8m hohe rundbogige Tor in der Schildmauer bildet den Eingang zum inneren Burghof. Dort befindet sich an der Südostseite der mehrgeschossige Palas mit Kellergewölbe. In dem romanischen Gebäude, umgebaut im 15. / 16. Jahrhundert, befindet sich der Rittersaal. Aus der Zeit vor dem Umbau stammen zwei erkerartige Vorbauten und mehrere Kreuzfenster. Der knapp 20 m hohe Bergfried ist dem Palas südöstlich vorgelagert, Die Außenkanten des Bergfrieds bestehen aus großen Sandsteinquadern, zur Stabilität. Im Erdgeschoß sind die mauern bis zu 4 m stark. Eine Zisterne mit 36000 Liter Wasserinhalt ist im Bodenbereich. Der Turm enthält jetzt noch die Kapelle, sie gehörte zum erzbischöflichen Teil. Sie wurde im Jahr 1130 erwähnt und ist von einer Mauer und einem Graben umgeben.