Burg Bischofstein

Gegenüber dem Ort Burgen, über der Mosel auf einem steil n ach drei Seiten abfallenden Schieferfelsen liegt die Burg. Wann sie gebaut wurde ist unbekannt. Erwähnt wird sie in einem Buch von Wytersbach und Müller aus dem Jahr 1836. In dem Buch geht es um das Lebenswerk  zwei Trierer Erzbischöfe, Dietrich II. von Wied (1212 – 1242) und Arnold II. von Isenburg (1242 – 1259). Die Burg ist nicht in der Liste ihrer tatsächlich gebauten Gebäude enthalten. Im letzten Vers des Buches steht eine mehrdeutige Formulierung über das Entstehen der Burg. 1262 wurde die Burg erwähnt, nach Mitte des 13. Jahrhunderts vom Trierer Archidiakon Heinrich von Bolanden und Probst zu karden wurde sie gekauft und schnell zur doppelten Größe ausgebaut. 1273 schenkte Heinrich von Bolanden die erworbene und die neuerbaute Burghälfte dem Erzbischof Trier. Der Habsburger Albrecht I. war 1298 zum König gewählt worden, er kam im Gegensatz zu den Kurfürsten auf die Burg, wegen seiner expansiven Hausmachtpolitik. Auch im Moselraum hatte das Auswirkungen. Die Burg wurde 1302 vom Erzbischof Diether von Trier besetzt während eines Krieges mit König Albrecht I. In seinem Lehensrevers übernahm Archidiakon Heinrich von Pfaffendorf die schriftliche Verpflichtung zur Bewachung und baulichen Unterhaltung der Burg und den Schutz benachbarter Moselfähren. Markgraf Albrecht von Brandenburg – Kulmbach belagerte bei seinem Kriegszug durch das Erzstift 1552 die Burg, diese konnte aber nicht eingenommen werden. Weitere 130 Jahre trotze die Burg dem Verfall und seinen Feinden. Die stolze Burg ging in Flammen auf, als die Truppen Ludwigs XV. im Erbfolgekrieg pfälzische und rheinische Gebiete verwüstet haben. Mit dem Eindringen, Ende des 18. Jahrhunderts, von französischen Truppen ins Moselgebiet, wurde die Ruine 1803 versteigert, durch die französische Regierung. Umfangreiche Wiederherstellungsarbeiten begannen 1930, als der Bankdirektor Erich Deku die Burg erwarb. Aus dieser Zeit stammen die jetzigen Gebäude. Ab 1938 war sie im Besitz von Aenny Neuerburg, danach erwarb 1954 der „Verein zur Förderung des Fichte Gymnasiums und des Schullandheimes Burg Bischofstein e. V.“ die Burg und baute sie zu einem Schullandheim aus. Dem natürlichen Verlauf des schmalen Felsrückens folgt der langgestreckte Mauerbering. Er gab der Burg mit dem tiefen Graben zur Bergseite und dem mächtigen, runden Bergfried ausreichend Schutz. Der Weg zum Haupteingang führt durch das Seitental, an der nordwestlichen Langseite. Die kleinere Südpforte konnte früher nur auf einem schmalen Fußweg, über den Felsgrat, erreicht werden. Der Bergfried im nordöstlichen Teil ist etwas 25 m hoch, hat 3 m starke Mauern, ist zinnengekrönt und mehrgeschossig. Der breite, helle Putzstreifen, in halber Höhe, gehörte wahrscheinlich zu einem ehemaligen Wehrgang. Teile der einst mächtigen Ringmauer sind nördlich und westlich des Bergfrieds vorhanden. Während der zweiten Bauzeit entstanden die Wohngebäude im Südwest – Teil der Anlage. Dort steht auch der Palas mit dem vorgelagerten Turm zur Moselseite. Die dem hl. Stephanus geweihte Kapelle ist ein einschiffiger Bau der Hochgotik. Innen ist sie 3,30 m breit und 7 m lang. Sie ist in zwei Jochen von Kreuzrippengewölben gegliedert und enthält meisterliche Formen hochgotischer Kunst. An den Kapiteln sieht man feingearbeitetes Wein- und Eichenlaub und die drei hohen, zweiteiligen Fenster schließen oben im Dreipaß. Die Kapelle wurde 1933 wieder hergestellt dabei auch farblich abgestuft: die tragenden Glieder rot, die Wände hell und das reiche Laubwerk der Kapitelle in lichten Tönen gehalten. Der wenige Stufen tiefer gelegene Vorraum wurde 1933 mit der Kapelle vereint. Zwei übereinander, gewölbte Säle errichtete man zwischen dem an der Südostseite vorgelagerten Palas und der Kapelle. Der Wehrgang setzt sich an der Kapelle fort, als Mauer, ihr vorgelagert ist etwa eine 5 m tiefer gelegene Terrasse, sie bildet den Abschluss der Burg.