Burg Eltz

Eine der schönsten deutschen Burgen liegt überaus malerisch bei Wierschem im Tal des Elzbachs. Von Wierschem dauert es etwa zehn Minuten am Elzbach entlang zur Burg. Sie kommen dabei an den Ruinen der Burg Trutzeltz vorbei. Man kann sie auch von dem Ort Moselkern erwandern in ca. 1 Stunde. Mit dem Auto fährt man Richtung Münstermaifeld um zur Burg zu gelangen. Als Wohnburg hat sie acht Jahrhunderte unversehrt überstanden. Durch diese Art der Nutzung unterscheidet sie sich in der Bauform von anderen Burgen mit größerer Wehrbeschaffenheit. In einer Urkunde von 1157 wird ein gewisser Rudolfus de Elze genannt, der erste Nachweis der Grafen Eltz. Er wohnte im südwestlichen Teil der späteren Gesamtanlage. 1268 wurde die Burg geteilt unter den Brüdern Elias, Wilhelm und Theoderich. Sie nannten sich nach ihren Wappen Eltz vom goldenen Löwen, Eltz vom silbernen Löwen und Eltz von den Büffelhörnern. Die Burg wurde damit zu einer Ganerbenburg, schriftlich wurden die Rechte und Pflichten geregelt. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts forderte der Erzbischof und Kurfürst Balduin von Trier die Ritter der Burgen Eltz, Ehrenburg, Waldeck und Schöneck zum Widerstand heraus. Das Schutzbündnis hat die „Eltzer Fehde“ zur Folge. Balduin baute zu der Zeit eine etwas höher gelegene Trutzburg, er zwang, durch Katapult-Beschuß mit Steinkugeln die Herren der Burg Eltz zur Aufgabe. Die drei verbündeten Burgen sahen sich auch zur Aufgabe gezwungen, so entstand der „Eltzer Friede“ und das Schutzbündnis wurde aufgelöst. 1354 bekam der Erzbischof Balduin die Burg als Lehen von König Karl IV., danach wurde Boemund II. der Nachfolger. Dadurch wurden die freien Reichsritter von Eltz Lehensleute. Unter Lancelot und Wilhelm den Löwen wurde 1472 wurde auf der Nord-Westseite das Rübenacher Haus vollendet. Die Rodendorfer Häuser wurden 1470 – 1540 hinzugefügt an der Ostseite. Im ersten Teil des 17. Jahrhunderts die Kempenicher Häuser auf der Südseite. In der 500jährigen Baugeschichte kamen kam die Romanik bis zum Barock zum Einsatz. In den knapp 100 Wohnräumen wohnten bis zu 100 Personen. Johann-Anton von Eltz-Üttingen, französischer Offizier, ist es zu verdanken, dass die Burg im Dreißigjährigen Krieg nicht zerstört wurde. 1786 starb die Linie Eltz-Rodendorf aus, die Anteile fielen an die Eltz-Kempenicher. Alleiniger Besitzer der Burg wurde 1815 Graf Hugo Philipp durch Kauf des Rübenacher Haus. Graf Friedrich Karl restaurierte von 1845 – 1888 die Burg, das öffentliche Interesse wuchs, sogar kaiser Wilhelm II. hat sie besucht. Graf Jakob von und zu Eltz-Kempernich ist der heutige Besitzer und hat Verwalter, die die Burg der Nachwelt erhalten. Ältester Burgteil ist Haus Platteltz, es umfasst den spätromanischen Burgfried im Südwesten und den Palas. Im 13. Jahrhundert wurde der Bergfried sechsgeschossig zum Wohnturm ausgebaut. Reste des Palas sind zu sehen im Untergeschoß des Kempenicher Haus. Hofseitig unter einem Erkervorbau befindet sich der Eingang ins Haus Rübenach. Es steht an der Nordwestseite auf Rundbogenfries gesetzt, das 3. Obergeschoß ist verputzt mit 2 runden Ecktürmchen an der Außenseite. Innen im Erdgeschoß ist die Waffenhalle und der Rübenacher Untersaal. Das Schlafgemach mit dem spätgotischen Kapellenerker ist im ersten Obergeschoß. Die Ostseite wird beherrscht vom Groß . Rodendorfer Haus mit drei vieleckigen Fachwerktürmchen an der Außenseite. Darin ist das Kurfürstenzimmer und der Rittersaal. Zwei Stockwerk tiefer ist der Fahnensaal mit dem spätgotischen Sterngewölbe und die um 1500 errichtete Burgküche mit dem Backofen aus Tuffstein. Das Klein – Rodendorfer Haus verbindet die Kempenicher Häuser, der Haupteingang ist von einer Torhalle überdacht. Der achtseitige Treppenturmragt in den Hof und schließt die Rundumbebauung ab. Besonderer Anziehungspunkt ist die Schatzkammer mit Münzen, Schmuck und dem sogenannten Dukatenscheißer aus Elfenbein. Durch den äußeren Torbau am Halsgraben und ein Innentor wird der Zugang geschützt.