Burg Gemen

Die Burg steht in einem Sumpfgebiet der Bocholter Aa, in der Münsterländer Parklandschaft. Heute handelt es sich bei der Anlage um ein Schloss, dieses gab dem Stadtteil seinen Namen. Es entstand aus einer 900 Jahre alten Wasserburg, von den Edelherren von Gemen erbaut. Es entsteht auf zwei Inseln, umflossen von einem weitreichenden Gräftensystem. 962 wurde ein Hof mit dem Namen Gamin erwähnt, als Vogteilehen des Damenstifts Vreden. Damalige Besitzerin war eine Dame namens Matilde. Ab 1100 wurde ein Bernhardus die Ghemene urkundlich belegt. Die Vögte nannten sich nach ihrem Stammsitz. Seit dem 12. Jahrhundert erzählen Geschichten der Herren von Gemen von Auseinandersetzungen mit den Fürstbischöfen von Münster. Um sich ihre Reichsunmittelbarkeit zu bewahren gingen sie verschiedene Bündnisse ein. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hat sich die Herrschaft territorial erheblich erweitert, durch geschickte Heiratspolitik und siegreiche Fehden. 1370 wurde Heinrich III. von Gemen Familienoberhaupt, es begann ein rasanter Aufstieg. Heinrich kaufte die Burg und ließ die Anlage bis 1411 weiter ausbauen. Ein noch heute bestehender Inschriftenstein nennt Ihn und seine Frau als Bauherren. Sein Sohn  Johann II. weitete das Herrschaftsgebiet weiter aus bis an den Rand von Gelderland. Heinrich IV. starb 1492 ohne männliche Erben, die Burg kam in die Hände vom Grafen Johann IV. von Holstein – Schaumburg und Sternberg durch Heirat mit Cordula von Gemen. Dessen Enkel Jobst II. führte 1560 die lutherische Reformation ein. Gemen wurde eine der ältesten protestantischen Gemeinden Westfalens. 1568 wurde Gemen von Fernando Alvarez de Toledo, Herzog von Alba, belagert und geplündert. Jobst – Hermann hielt Gemen während der Kriegswirren, im Dreißigjährigen Krieg, nahezu schadlos. Er verstarb 1635 unverheiratet, Erbstreitigkeiten um die Herrschaft begannen. Die gräfin Agnes von Lymburg – Styrum setzte sich durch. Sie trat ihr Erbe an Hermann Otto I. von Limburg – Styrum, ihrem Neffen ab. Adolf Ernst von Limburg – Styrum führte den Katholizismus wieder ein. Hermann Otto II. von Limburg – Styrum gelang es 1694 den Streit mit dem Bistum, der jahrelang herrschte, für seine Familie zu entscheiden. Er war auch derjenige, der die Wehranlage in ein Schloss umgestalten ließ. Damian August Philipp von Limburg – Styrum wurde 1772 mit der Herrlichkeit belehnt. 1775 gab es Streit um die Rechtsnachfolge, Graf Simon August von Lippe – Detmold sandte Soldaten, als Bauern verkleidet, zum Schloss und ließ es besetzen. Januar 1776 eroberten die Limburger die Anlage zurück. Freiherr Alois Sebastian von Börnelburg zu Erolzheim erbte Burg und Herrschaft Gemen. Die Herrschaft wurde am 12. Juli 1806 in das Fürstenturm Salm eingegliedert. Sie verlor ihre Reichsunmittelbarkeit und acht Jahre später ging es nach Preußen. Der letzte Besitzerwechsel fand am 24. Mai 1822 statt. Reichsfreiherr Johann Ignatz Franz von Landsberg – Velen erwarb die Anlage in dem Jahr. Die Familie ist heute noch im Besitz des Schlosses. Das Schloss wurde 1946 an das Bistum Münster verpachtet und wird noch heute als Jugendbildungsstätte genutzt. Als Motte errichtet im 9. Oder 10. Jahrhundert, urkundlich erwähnt wurde die Burg das erste Mal im Jahr 1274. Das Schloss ist eine Nachfolgeanlage der Burg, die Baugeschichte gliedert sich in fünf Abschnitte. Unter Goswin von Gemen wurde die Burg Mitte des 13. Jahrhunderts zu einer Ringburg ausgebaut. Das Fundament des runden Bergfrieds ist heute noch erhalten. Er war integriert in der Kreisrunden Ringmauer. Im Bergfried war vermutlich ein Wohngebäude. Die Anlage könnte eine Nachfolge einer Turmhügelburg bzw. Motte gewesen sein. Die damalige Burgfreiheit war zu jener Zeit schon auf die Größe des heutigen Ortskerns angewachsen. Die Ausdehnung der Hauptburg, fand vermutlich im 14. Jahrhundert statt. Die Errichtung einer neuen Ringmauer wurde fast verdoppelt. Es entstand ebenso ein kleiner zweigeschossiger Palas mit einem rechteckigen Wohnturm. Die Burg Gemen erhielt im 15. Jahrhundert unter Heinrich III. ihre heutige Größe. Im Westen ließ er 1411 einen dreigeschossigen Palas bauen. Dieser erhielt einen großen Saal und Gewölbekeller. Er stockte auch den ehemaligen Bergfried auf vier Geschosse auf. Ein sogenannter Batterie- oder Kapellenturm wurde auch von ihm erbaut, sowie eine Berme Mauer im Süden, Westen und Norden. Im 16. Jahrhundert gab es nur geringfügige Baumaßnahmen. Ihr heutiges Erscheinungsbild als Schloss erhielt es um 1700 unter Hermann Otto II. von Limburg – Styrum. Das Schloss erhielt durch kleine Veränderungen seine leicht barocke Nuance. Komplett neu gestaltet wurde das Portal am Nordflügel im klassischen – römischen Stil. Die beiden flankierenden Löwenstatuen, welche die Treppe abwärts schreiten, sind eine Besonderheit. 1692 wurde das Schloss gelblich verputzt und mit weißen Farbstrichen untergliedert. Im inneren wurden die großen Zimmer in kleine Kabinette unterteilt. Ausgestattet mit Kaminen und Stuckaturen versehen. Er existiert als großer Raum nur noch der Rittersaal. Die Anlage hatte keine nennenswerten Schäden im 2. Weltkrieg. Daher gab es im 19. und  20. Jahrhundert nur kleinere Umgestaltungen und Modernisierungen. Nur die Vorburg erhielt eine neue Gestalt. 1865 waren die alten Gebäude durch einen Brand zerstört. 1882 wurde sie wieder im Stil der Neo – Renaissance errichtet, gleichzeitig wurde auch der repräsentative Schlosszugang angelegt. Zuletzt wurde 1950 im Erdgeschoß des Palas dies Michaelskapelle errichtet.