Burg Hülshoff

Eine typisch münsterländische Wasserburg, deren Name sich von der Stechpalme ableitet. Sie liegt zwischen Havixbeck und Roxel und gehört seit 1975 zur Gemeinde Havixbeck. Seit 1417 Stammsitz der Freiherren Droste zu Hülshoff. Es ist bis heute eine geschlossene Renaissanceanlage mit schmucklosem Dreistaffelgiebel. Auf zwei Inseln stehend ist sie durch eine Brücke verbunden. Die Erneuerung in Form des Barock begann im 17. Und 18. Jahrhundert, verwendet wurde Baumberger Sandstein zusammen mit Ziegelmauerwerk. 1628 wurde der Gärtnersturm errichtet und zeigt seit dem 19. Jahrhundert ein Reiterrelief. Das Relief war ursprünglich woanders angebracht und zeigt Heinrich I. von Droste Hülshoff. Als Oberhof „zum Hülshoff“ wurde die Anlage erstmals im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Die Herren von Dreckenbrock sind seit 1417 als Besitzer bekannt. Johann IV. von Droste kaufte 1414 eine Parzelle vom Hülshove. Heute ist es der nördliche Teil des Schlossparks. 1417 kaufte er noch das Tor Kulen und den Oberhof Hülshoff. Auf einer Insel im kleineren Hausteich befand sich damals nur ein Haus mit dicken Mauern. Im südlichen Bereich war ein Graben, der Zugang über einer Brücke führte zur heutigen Vorburg. Die Burg wurde erst genutzt als Landsitz in den Sommermonaten. Heinrich I. verlegte seinen ständigen Wohnsitz nach Hülshoff. Zwischen 1540 und 1545 wurde das Haupthaus durch einen westlichen Flügel erweitert und die Burg befestigt. Der Teich wurde durch einen Kanal vergrößert. Sein Sohn befestigte 1580 die Anlage stärker. Umfassungsmauern wurden errichtet, der Alte Hundeturm (im 19. Jahrhundert abgebrochen) und einen Renaissance Erker (im 18. Jahrhundert abgebrochen). Eine Wetterfahne mit dem Wappen Droste – Travelmann war vorher auf dem Alten Hundeturm und ist jetzt auf dem Neuen Hundeturm zu sehen. Heinrich II. verstärkte abermals die Befestigung, da die Burg belagert und geplündert wurde im spanisch – niederländischen und Dreißigjährigen Krieg. 1628 wurde der Hauptzugang zur Burg aufgeschüttet und gepflastert. Heinrich – Johann von Droste zu Hülshoff baute Ende des 18. Jahrhunderts das Innere des Herrenhauses um, dabei erhielten die Fenster ihre heutige Form. Das südliche, sumpfige Gelände wurde durch Clemens August II. von Droste zu Hülshoff trocken gelegt. Die Stichgräben wurden dazu zum Hausteich ausgehoben, vom östlichen und westlichen Teil der Vorburg. 1868 wurde der Neue Hundeturm errichtet. Heinrich von Droste zu Hülshoff baute die Burgkapelle im neugotischen Stil an. Im Bereich 1970 bekam die Vorburg so breite Gräben, das man von einer Insellage sprechen kann.