Burg Landshut

Vor der Stadt Bernkastel – Kues, von Longkamp kommend, geht links eine Auffahrt zur Burg ab. Der Fußweg hinab zum Bergsattel, dahinter ragt die Burgruine empor, ist ein faszinierendes Erlebnis. Unten die Moselschleife und ein über 700 jähriger mächtiger Turm und Mauern, umgeben von Weinberghängen. Die Region um Bernkastel war römisch besiedelt, wie Bodenfunde bestätigen. Der Name Bernkastel kommt vom lateinischen und bedeutet „befestigter Platz“. Als erster im Jahre 993 erwähnte Besitzer des Schloss gilt Probst Adalbero aus dem Grafengeschlecht der Luxemburger. 1017 wurde die Burg von einem Heer des Erzbischofs Poppo von Trier erstürmt und weitgehend zerstört, weil sich Probst Abalbero wiedersetzte. Die Grafen von Blieskastel erbten 1136 den Besitz an der Mittelmosel, Graf Volmar II. erhielt Ort und Burgruine. Sein Nachfolger, Graf Volmar III., wollte die Bug wieder aufbauen. Der regierende Trierer Erzbischof Johann I. lehnte das ab. 1198 einigten sie sich, dass auf dem Berg zu Bernkastel keiner von beiden eine Befestigung errichtet. Volmar III. nutzte eine längere Romreise des Erzbischofs um seine Macht zu festigen. Er baute Vertragswidrig eine neue Burg. Als der Erzbischof Johann I. aus Rom zurückkehrte zerstörte er den Neubau. Die Grafen von Blieskastel starben 1238 aus, die Grafen von Salm erbten die Vogteiherrschaft. Heinrich V. von Salm schloss mit Erzbischof Heinrich von Vinstingen am 1. April 1280 einen Vertrag. Demnach erhielt Heinrich von Vistingen alle Rechte und Besitzungen in Bernkastel und Monzelfeld für 550 Pfund trierischer Pfennige. Heinrich von Vistingen war 1277 noch nicht im Besitz der Güter, fühlte sich aber bereits als Herr und baute rechtswidrig auf dem Bergrücken bei Bernkastel eine neue Burg. Boemund I., sein Nachfolger, vergrößerte und vollendete den Bau. Es entstanden starke Mauern, Höfe, Wehrtürme und Vorburgen. Er erwirkte bei König Rudolph I. von Habsburg 1291 die Stadtrechte für Bernkastel. Dadurch kamen auch die Bürger zu Ansehen und Wohlstand. Die Burg wurde fortan beliebter Aufenthaltsort Trierer Erzbischöfe und Kurfürsten wie Balduin, Kuno und Werner von Falkenstein und Jakob von Sierck. Sie empfingen dort Gesandtschaften von Kaisern, Bischöfen und Fürsten. 1505 wird sie das erste Mal als Burg Landshut erwähnt. Während der Herrschaft Kurtriers gab es mehrere Adelige Lehnsherren: die Herren von Hunolstein, Kellenbach, Stein, Schwarzenberg und von Esch. 1522 beschoss Franz von Sickingen vergeblich die Burg. 1636 war sie Hauptquartier der katholischen Liga. Die Burg wurde abwechselnd besetzt. 1639 von den Schweden, 1650 von französischen Hilfstruppen, 1673 wieder von den Franzosen, diese zogen am 21. März 1634 wieder ab. Dann folgten die Kaiserlichen und 1688 wieder die Franzosen. 1662 wurde die Burg baulich erneuert. Nachdem sie alle Kriegsereignisse überstanden hatte. Sie wurde am 8. Januar 1692 durch ein großes Feuer zerstört. Seitdem liegt die Burg in Trümmern. 1814 wurde Napoleon I. besiegt, dann kamen die linksrheinischen Gebiete zu Preußen. 1815 wurde die Burg städtisches Eigentum. Der Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen besuchte im Mai 1839 die Stadt Bernkastel, zu diesem Anlass wurde ihm die Burg geschenkt. Sie wurde mehrmals von der Krone Instandgesetzt bevor sie 1920 wieder städtischer Besitz wurde. Sie ist heute noch ein sichtbares Wahrzeichen. Durch eine Ringmauer geschützt war die Hauptburg mit der Stadt verbunden. Bestehend aus Vorburg, Mauern und Vorwerken. Im Südwesten und Nordosten war sie durch Tore gesichert. Der Auslugerker der ehemaligen Torwache liegt neben dem moselseitigen, rundbogigen Hauptportal. Ein Wohnbau wurde begrenzt durch eine 17 m hohe Südwestwand. Über den westlichen Ecktürmen war ein Wehrgang zum Bergfried angelegt. Der 30 m hohe Turm mit 10 m Außendurchmesser enthält zwei Kuppelgewölbe. Drei flachbogige Fenster und ein Kamin enthält die Ostwand des früheren zweigeschossigen Palasgebäudes. Zwei halbrunde Ecktürme bildeten die Nordostseite, die Verbindungsmauer ist eingestürzt.