Burg Pyrmont

Man gelangt über Münstermaifeld und Pillig zur Burg oder über den Ort Roes. Erstmalig wird die Burg in einer Urkunde 1225 erwähnt. Die Herren von Schönberg stammen aus Belgien, sie erbauten den ältesten Teil der Burganlage mit Bergfried. Später nannten sie sich Herren von Pyrmont. Sie vermählten sich Vorteilhaft mit anderen Geschlechtern und dadurch wuchs ihr Ansehen und besitz. Im 14. Und 15. Jahrhundert wurde die Burg zu einem Wohn- und Wehrbau ausgebaut. Es gab Erbstreitigkeit zwischen den drei Brüdern. In einer Urkunde von 1441wird ein Kelterhaus und eine Schmiede zur Burg genannt, dies zeigt, dass die wirtschaftliche Selbstversorgung einen hohen Rang einnahm. In den Reichfreiherrenstand wurde Heinrichs Sohn 1495 von dem Habsburger Maximilian I. erhoben. Die Söhne Eberhard und Johann hatten keine Nachkommen, Erbin war ihre Schwester. Diese war mit Philipp von Eltz verheiratet, so ging Burg Pyrmont über in den Besitz der Herren von Eltz. Durch Heirat ging 1650 eine Burghälfte an dem Herrn von Saffenberg. Die andere Hälfte wurde verkauft an die Brüder Johann Lothar und Franz Emmerich Waldbott von Bassenheim. 1695 kaufte r Hugo von Orsbeck den Teil von Saffenberg, diesen Anteil erwarben die Bassenheimer 1710. Im pfälzischen Erbfolgekrieg blieb die Burg verschont. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Burg umgebaut. Der Palas wurde zum Barockschloss mit großen Räumen und Fenstern. Mauer und Tachwerk waren laut einer Beschreibung aus der Zeit in gutem Zustand. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen das linksrheinische Gebiet. Zu dem Zeitpunkt war die Burg noch unzerstört, der damalige Besitzer wurde enteignet. 1810 ersteigerte der Bauunternehmer Weckbecker das Gebäude. Er nutzte die Burg als Steinbruch, sie wurde dadurch völlig zerstört. Stattdessen entstanden aus ihr Häuser in Münstermaifeld. 1818 Friedrich Karl Waldbott von Bassenheim die Ruine zurück, verkauft wurde sie von seinem Sohn 1861 an drei Landwirte. 1902 kaufte Kapitän Scharmbeck die Burg, 1912 der Architekt Gustav Krause. Franz Krause, der Bruder, und dessen Frau Elisabeth erbten 1924 die Ruine und hielten deren weiteren Verfall bis 1963 auf. 1963 begann der Wiederaufbau als die Architekten Petschnigg und Hentrich die Ruine erwarben. Die verschiedenen Bauepochen wurden konsequent mit der Technik unseres Jahrhunderts verbunden. Wiederhergestellt wurden Teile der alten Wehranlage aus dem 15. Jahrhundert. Heute ist die Burg, seit 1967, im alleinigen Besitz der Familie Petschnigg. Die Vorburg wird durch einen überbrückten Halsgraben von der Oberburg getrennt. Das Nordtor, der alte Hauptzugang zur Oberburg, ist unter dem Verwalterhaus, ca. 18 m westlich des Bergfrieds. Der 25 m hohe Bergfried, ein nördlich sich anschließendes Gebäude, mit im Erdgeschoss die alte Küche, der Palas mit Keller stammen aus der romanischen Bauepoche. Im besagten Keller sind jetzt die Rüstkammer, der Brotkeller, die Heizung und ein WC. Der mehrgeschossige Bergfried besitzt eine enge Treppe zur Aussichtsplattform, der heutige Zugang liegt im ersten Obergeschoss welcher ins frühere Verlies führt. Vom Erdgeschoss erreicht man den untersten Raum des Bergfrieds, heute eine Trinkstube, früher der Vorratsraum. Der Palas besitzt 2 Etagen, der obere Abschluss wird gebildet von zinnenartigen Pfeilern, welche die Fensteröffnungen der ehemaligen 3. Etage andeuten. Das Jagdzimmer, der Kapellenchor, das Barockzimmer, die Bibliothek, der Rittersaal. Die neue und alte Küche sind im Erdgeschoss. Die Räume sind entsprechend ihrer Bestimmung reich mit historischen Waffen, Gemälde und Möbel ausgestattet. Im Obergeschoss ist der Privatwohnbereich, mittig wird er durch einen Treppenaufgang getrennt. Auf der einen Seite ist das Eltzer- und auf der anderen das Pyrmonter Zimmer. Es folgen das Waldbott Zimmer, das Koblenzer Zimmer und drei Kabinette. Die Räume enthalten viele Lithographien und Kupferstiche. Auf der Terrasse der Oberburg befindet sich ein 49 m tiefer Brunnen.