Burg Thurant

Die Burg thront über ausgedehnte Weinberge, am Hunsrückufer, bei dem Weinort Alken. Am Fuße des Burgberges wurden Münzen und Gutshofreste gefunden, deshalb vermutet man eine römische Besiedlung. Seit dem 10. Jahrhundert wird das Dorf Alken in mehreren Urkunden erwähnt. Die Burg wurde etwa 1197 erbaut vom Pfalzgraf Heinrich (Sohn von Heinrich des Löwen), um die Interessen seines Bruders Otto IV. (seit 1998 König, ab 1209 Kaiser) zu sichern. Benannt nach der syrischen Festung Thuron, welche er erfolglos auf einem Kreuzzug belagert hat. Sie wurde 1209 urkundlich beglaubigt, 1214 kam sie mit der Pfalz an die Wittelsbacher. Zu dem Zeitpunkt spielte sich der staufisch – welfische Thronstreit ab. Die Wittelsbacher standen den Staufer nahe, Kaiser Otto IV. verlor 1214 in der Schlacht bei Bouvines, es wurde für den Stauferkaiser Friedrich II. entschieden. Engelbert I., seit 1216 Erzbischof von Köln forderte die Burg um Kölns Vorrangstellung zu festigen. Er nahm sie sich 1216 gewaltsam, bis zu seiner Ermordung am 7. November 1225. Von den Wittelsbachern wurde der Bruggraf Zurn eingesetzt, welcher in das Erzstift Trier eingefallen ist. Dies führte zu Spannungen, bis zum Höhepunkt im Krieg. Damals wurde die Burg 1246 bis 1248 durch die Erzbischöfe Arnold II. von Trier und Konrad von Köln belagert. Die beiden Erzbischöfe teilten die Burg, nach ihrem Fall, in eine Trierer und eine Kölner Hälfte durch eine Trennmauer mit je einen Bergfried. Die Pfalz musste auch auf Alken und Thurant verzichten. Das zur Stadt gewordene Alken wurde unter dem Trierer Erzbischof Balduin befestigt und mit starken Mauern mit der Burg verbunden. Die Burg wurde von verschiedenen Geschlechtern belehnt, bereits 1542 baufällig, 1616 wurde sie zum Bau des Wiltbergschen Schlosses ihres Daches beraubt. Im pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 wurde Thurant vollends zur Ruine, 1911 kam sie in den Besitz der Familie Allmers. Da wurde sie dann restauriert und gehört seit 1973 den Familien Wulf und Allmers. 1915 / 16 wurde das Burgtor erneuert und liegt jenseits einer Holzbrücke, dahinter liegt die Vorburg, als Steingarten angelegt. Der Trierer Turm, 20 Meter hoch und 3 Meter dick, enthält heute den Wasservorrat. Das Herrenhaus wurde 1660 – 62 wieder aufgebaut, nachdem es 1945 durch Beschuss und Brand zerstört wurde. Die Burgkapelle befindet sich an der Ostseite mit einem Barockaltar aus dem 18. Jahrhundert. Im Innenhof ist ein 20 Meter tiefer Brunnen, durch den Palas wird der Rosengarten an der Ostseite begrenzt. Der Palas wurde 1812 / 13 durch Napoleon zerstört, es sind nur noch der Keller und die Grundmauern bis zum 1. Stock zu sehen, die Giebelmauern fast in ganzer Höhe. Der Wehrgang ist an der Westseite und die Trennmauer an der Nordseite. Dahinter sieht man den älteren Teil der Burg, zur Ostseite die Ruine des Palas. In den Giebeln sind Fensteröffnungen im romanischen Stil erkennbar und kamineinschnitte. Die Westseite hat zwei Rundtürme und einen überdachten Wehrgang, im südlichen Rundturm sind die Wappen aller Besitzer und Lehnsherren als Wandmalereien zu sehen. Auf alten Grundmauern wurde das Jagdhaus, nördlich, aufgebaut. In ihm sind Jagdtrophäen, Rüstungen, alte Waffen und Ausgrabungsstücke zu sehen. Von dort gibt es einen überdachten Wehrgang zum Kölner Turm, dort im ersten Stock ist ein Verlies. Die Rundmauer zum Schutz der Burg ist noch an einigen Stellen zu sehen.