Burg Veldenz

Sie ist auf einem steil aufragenden Bergrücken, am Fuß vereinigen sich zwei Täler, in einer malerischen Umgebung. Am Ortsende von Thalveldenz, von Veldenz aus gesehen, gibt es einen Fußweg zur Burg. In römischer Zeit hatte Veldenz eine strategisch wichtige Bedeutung. Auf dem Burgberg gab es Funde einer römischen Befestigung. Childobert II. (Merowingerkönig) schenkte Ende des 6. Jahrhundert dem Bischof Agericus von Verdun das umgebende Gebiet von Veldenz zum Weinanbau. Das Krongut Clodwig I. wurde vom Bistum Ende des 11 Jahrhundert an die Grafen des Nahegaus als Lehen und Vogtei gegeben. Graf Enricho wurde 1088 damit belehnt. Als Erbauer der Burg Veldenz gilt Gerlach I. sie wird 1107 erstmals erwähnt. Damit begründet wurde das gleichnamige Grafengeschlecht welches 1259 mit Gerlach V. ausstarb. Ein zweites Veldenzer Grafengeschlecht begann mit Heinrich von Gerolseck (Schwiegersohn von Gerlach V.) und starb 1444 mit Graf Friedrich III. wieder aus. Seine Tochter Anna beerbte Pfalzgraf Stefan. Er bekam die Grafschaft Veldenz samt Burg, somit kam es zur Begründung der beiden Geschlechtslinien Pfalz – Simmern und Pfalz – Zweibrücken. Das Erbe ging an Ludwig von Zweibrücken, dieser lebte zur Zeit der Einführung der Reformation. 1343 gab es erneut eine Erbteilung aus Pfalz – Zweibrücken und Pfalz – Veldenz. Das 17. Jahrhundert begann für die Burg mit der Besetzung spanischer, schwedischer und französischer Truppen, 1680 / 81 endete es mit der Einnahme und völligen Zerstörung. Nachdem die Linie Pfalz – Veldenz erloschen war im Jahr 1694 bekam der pfälzische Kurfürst Johann Wilhelm die Herrschaft. Erneut wurde die Burg Ende des 18. Jahrhundert von Franzosen besetzt. Das Land und die Ruine fiel 1815 an Preußen. Die erste bürgerliche Besitzerfamilie Richter erwarb 1807 die Ruine. Jetziger Besitzer seit 1995 ist die Trierer Rechtsanwaltsfamilie Haufs – Brusberg. Durch zwei Haupttore gesichert sind die Zugänge der Hauptburg. Der untere Torbau ist von außen halbrund, innen quadratisch und wird von einem Tonnengewölbe bedeckt zu einer Zwingeranlage mit äußerem Torbogen. Der obere Torbau besteht aus zwei Rundbogentore, dazwischen liegen zwei Falltore. Das Außentor ist mit dem Innentor verbunden durch einen im Fels gehauenen Gang. Die Anbauten sind für Spähposten. Der Fels wird ummantelt von einem quadratischen Wartturm mit nach oben abnehmender Mauerstärke. Der Burghof liegt zentral hinter dem Innentor. An der Westseite befindet sich ein großer erhaltener Keller, über diesem wurde im 19. Jahrhundert der Rittersaal neu gebaut. Das alte dreigeschossige Palasgebäude liegt an der Nordseite. Die Westgiebelmauer ist erhalten geblieben, sie weist zwei Fenster pro Geschoss auf. Die erhaltene Mittelmauer zeigt Reste eines großen Kamins. Der alte viereckige Bergfried bildet nordöstlich auf massivem Fels den Anschluss an ein Palasgebäude. Auf alten Grundmauern erbaut steht dort heute ein neues Wohngebäude mit Terrasse.