Cork Citiy Gaol

Von der Patrick`s Street liegt es zwei Kilometer nordwestlich. Ein prächtiges schlossartiges Gebäude, im 19. Jahrhundert das Stadtgefängnis, heute eine beliebte Sehenswürdigkeit. Die Besucher des Ortes bekommen einen super Einblick in den früheren Gefängnisalltag der Insassen. Ein Fluchtversuch war für diese unmöglich durch die hohen Schutzmauern.

Es wurde im Vorort Sunday`s Well gebaut, als Ersatz des Gefängnis an der Northgate Bridge. Es war Überfüllt. Mit schlechten hygienischen Zuständen. Da es nicht erweitert werden konnte wurde ein neues gebaut. Seit 1806 gab es ein Gesetz, welches erlaubte Steuergelder für ein neues Gefängnis zu erheben. Der eigentliche Bau sollte auf der Destillery Fields stattfinden. Die Gegend wurde häufig überschwemmt, daher wurde dann der hügelige, dünn besiedelte Standort genommen. 1816 wurden Zufahrtsstraßen gebaut und Schutzmauer, aus hiesigem rotem Sandstein, erbaut. Das Gebäude wurde 1818 geplant, die Ausschreibung gewann Frau Deane und ihr Sohn Thomas. Johnny Hogan fertigte Bauskizzen der Pläne an vom Architekt William Robertson of Kilkenny.

 

Empfangshalle

 

Man sieht die Gefangene Mary Sullivan in ihrer Tür stehen. Sie wartet auf den Direktor. Die Gefängnisordnung besagte, alle Neuankömmlinge werden erst entlaust und müssen dann zum Direktor. Hier trägt Mary noch ihre private Kleidung, die noch gegen Anstaltskleidung getauscht wird. Ihr Beruf war Schneiderin, verurteilt wegen Diebstahls von Baumwollresten.

 

Büro des Gefängnisdirektors

 

John Barry Murphy war einer der Direktoren. Hier bearbeitet er einen Stapel Akten. Er war von 1856 bis 1873 Direktor und der erste mit römisch – katholischer Konfession.

 

Westflügel mit Trommelturm

 

Durch einen schmalen Gang kommt man in den Trommelturm des Westflügels. Er hat dicke Wände! Schauen sie in der Mitte des Raumes nach oben zum Lichtdurchlass in der Decke. Entworfen um bei maximaler Sicherheit, viel Tageslicht hinein zulassen. Im Trommelturm wurde Sontags gebetet im Seitenbalkon waren die Insassen. Der Direktor, Wärter und Familienangehörige waren mit dem Pfarrer oder Priester im Erdgeschoß versammelt. Eine Markierung ist auf dem Fußboden, es war ursprünglich ein Kreis. Bei Eröffnung des Gefängnisses befand sich von der Stelle aus je ein einseitiger Zellenflügel links, rechts und vor Ihnen. Letzterer wurde später in jetziger Form umgebaut.

 

Zelle des Gefangenen Thomas Reile

 

Er wurde wegen Diebstahls von Bücher eingesperrt, er war in Einzelhaft, um über sein Fehlverhalten nachzudenken. Er fing an zu Glauben, man sieht ihn mit einem protestantischen Kaplan betend. Ohne referenzschreiben wird er entlassen, entweder wurde er Bettler oder Dieb, eventuell trieb es ihn in die Emigration.

 

Gasbeleuchtung in den Zellen

 

Beim entlang laufen der Zellen sieht man zwischen ihnen Öffnungen in der Wand. Die meisten davon mit abschließbaren schwarzen Metallklappen. In einer Zelle sieht man, wie viel Licht die Beleuchtung abgab.

 

Zelle der Gefangenen Mary McDonell

 

Die Gefangene liegt auf einer Matratze aus Segeltuch, wie üblich in den 1860er Jahren. Davor gab es Strohmatratzen. Sie wurde beschuldigt ihre Kinder zu vernachlässigen, sie zu schlagen, zu trinken und Männer zu belästigen. Mary musste ein Monat in Haft, arbeitete dort hart und ihre Kinder wurden im Armenhaus untergebracht.

 

Begehbare Zelle

 

Es gibt eine offene Zelle in der man hinein kann und die Liegen ausprobieren. Man kann die Tür hinter sich schließen und erleben wie sich ein Insasse fühlt.

 

Notausgang Westflügel

 

Der Radiosender „Radio Eireann“ war von 1920 bis 1950 in dem Obergeschoß des Gefängnisses im Haus des Direktors. Um die Geräte dorthin zubekommen wurde eine Zelle gesprengt. Heute befindet sich dort ein Notausgang.

 

Zelle der Gefangenen Mary – Ann Twohig und ihr Kind

 

Mary stahl mit 16 Jahren eine Leinenmütze und Küchenutensilien, um diese zu verkaufen. Sie war damals hochschwanger, sie wurde daher nur zwei Monate inhaftiert. Ihr Kind wurde im Gefängniskrankenhaus geboren, zwei Tage nach der Geburt musste sie wieder in die Zelle.

 

Zelle des Gefangenen Henry White

 

Der Schwindler hieß eigentlich James Burns, er gab sich als Sohn von Captain White aus. Er wohnte unter falschen Namen im Imperial Hotel, bestellt Kleidung und Lederwaren, Er bezahlte seine Rechnungen nicht, als er Cork verlassen wollte und wurde dabei erwischt. Dafür kam er sechs Monate in Haft und musste auf der Tretmühle arbeiten.

 

Republikanische Gefangene (1920er Jahre)

 

Männer, Frauen und Kinder wurden bis 1878 in separaten Blöcken untergebracht. Eine Gesetzesänderung machte das Stadtgefängnis zu einer Haftanstalt für Frauen. Die Männer wurden ins Bezirksgefängnis gebracht. In den 1920er Jahren wurden Republikaner verhaftet, in dem ehemaligen Männerabteil. Sie wurden zu fünft inhaftiert in dreckigen Zellen mit Ungeziefer und Ratten. Der letzte dieser Gefangenen wurde entlassen oder kam in ein anderes Gefängnis. In zwei Zellen sind Wandschmierereien von den Inhaftierten.

 

Treppenaufgang mit diensthabenden Wachen

 

Der Treppenaufgang ist dem Original nachempfunden. Der Wärter, in der Mitte des oberen Balkons, konnte von dort aus den Westflügel gut beobachten. Ein Wärter am Ende der Treppe befindet sich auf Patrouille und sieht zu, dass die Gefangenen die Regeln einhalten. Wenn Insassen Hilfe benötigen, achtet er auf die Notfallglocke.

 

Zelle des Gefangenen Cornelius Kelleher

 

Dieser schläft in seiner Zelle, er hatte einen notorisch schlechten Charakter. Immer wieder inhaftiert wegen seinem Alkoholproblem und Erregen öffentlichen Ärgernisses. Zuletzt wurde er für verrückt erklärt und kam ins Irrenhaus.

 

Kleidung eines Häftlings

 

Gefangene, die aus einem anderen Gefängnis nach Cork kamen, wegen einem Ausbruchversuch, mussten ihre Anstaltskleidung über Nacht ausziehen und vor die Tür legen.

 

Zelle des inhaftierten Kindes Edward O`Brien

 

Der 9jährige war ein Taschendieb. Diesmal wurde er beschuldigt, einen Kugelhahn aus Messing gestohlen zu haben. Diesen wollte er verkaufen. Da Messing damals sehr wertvoll war. Er musste drei Wochen ins Gefängnis und fünf Jahre in eine Besserungsanstalt.

 

Balkon im ersten Stock

 

Durch ein Fenster sieht man den Sportplatz, hier absolvierten Gefangene ihre Spaziergänge. Sie liefen, aufgestellt in einer Reihe, hintereinander damit sie nicht miteinander sprechen konnten. Die Inhaftierten sollten sozial getrennt werden und sich wie trappistische Mönche mit Schweige Gelübde benehmen. Dadurch wurden viele Insassen verrückt.

 

Der Gefängnisarzt Dr. Beamish

 

Er wird hier gezeigt, wie er von einem Wärter zu einem kranken Häftling begleitet wird. Der Arzt war überarbeitet und unterbezahlt, viele Jahre war er für die Häftlinge da. C. 10 Prozent der Gefangenen mussten auf die Krankenstation.

 

Zimmer der Wärter

 

Hier sind zwei Wärter beim Karten spielen zu sehen, nach Feierabend. Vorher lebten in dem Raum ein Wachmann mit seiner Frau und seinen Kindern.

 

Schaubilder

 

In den Schaubildern wird die Gefängnisgeschichte erzählt. Zu sehen sind auch Speisepläne und Bestrafungen, sowie Erklärungen zu wichtigen Ereignissen.

 

Modell des Gefängnisses

 

Es zeigt die fünf Gefängnistürme, am Ende eines jeden Flügels, daher das Burgähnliche aussehen. In der Mitte ist das Haus des Direktors. Gebaut wurde es im gregorianischen  und gotischen Stil. Von dort aus kann man die nördlichen und südlichen Hofanlagen überblicken.

 

Treppenaufgang

 

Es sind freitragende Stufen, mit der Wand verbaut, daher erhalten sie ihre Stabilität. Am Ende der Treppe ist der Eingang zu einem Tunnel.

 

Tunnel für den Gefängnisdirektor

 

Die Direktoren mussten auf dem Gelände leben. Der erste Direktor wohnte in der Nähe des Gefängnis und ließ den Tunnel bauen zu seinem Privathaus. Vom Pförtnerhaus aus sieht man einen gelben Schornstein, welcher den Tunnel beinhaltet. Er kann nicht mehr betreten werden.

 

Waage

 

In der Mitte des Treppenhauses ist ein ungewöhnlicher Apparat, es ist eine Waage für Gefangene. Sie wurden bei der Ankunft und während der Haftzeit vom Direktor gewogen. Dies geschah zur Sicherheit, dass jeder genug zu Essen bekam und kein Essen gestohlen wurde. Der Henker errechnete vom Gewicht des Häftlings aus die Seildicke.

 

Medienraum mit Vorführung

 

Der Raum befindet sich am Ende eines Korridors. Alle 20 Minuten die Vorführung statt, der Raum wird dabei abgedunkelt.

 

Bestrafungszimmer

 

Beispiele für verschiedene Bestrafungsmethoden gibt es hier im Raum, diese wurden im Gefängnis angewandt. Gezeigt wird das hacken von Steinen, Isolationshaft, das geschlossene Laufrad oder die öffentliche Hinrichtung.

Erfahrungsbericht

 

Mit dem Bus kommt man direkt zum City Gaol, wo eine Bushaltestelle ist. Im Vorderhaus ist die Kasse, wo man seine Eintrittskarte lösen kann. Man kommt vom Vorhaus in den Innenhof und ich war überwältigt. Das Gebäude sah eher aus wie ein Schloss als wie ein Gefängnis. Einige Stufen mussten genommen werden, dann sah man Eichen und Foltergeräte, die draußen ausgestellt waren. Im Eingangsbereich des Gebäudes sieht man Wachsfiguren in original Kostümen, welche das Leben im Gefängnis darstellen. Rechts sieht man das Zimmer des Richters, schön eingerichtet, mit ihm am Tisch. Es ging dann weiter, links Richtung Gefängniszellen, auf dem Weg kommt man an die Gefängniswärter vorbei. In den geöffneten Zellen kann man zum Teil hinein gehen, überall stehen Wachsfiguren, in original Kostümen, welche Szenen aus der Gefängnis Zeit darstellen. Es gibt eine zweite Etage, um das Leben dort weiter zu zeigen. Ein Raum stellt den Aufenthaltsraum der Gefängniswärter dar, wo zwei Karten spielen. Von der zweiten Etage aus kann man in den Innenhof schauen, wo die Insassen im Kreis laufen durften, man kann genau erkennen, wo gelaufen wurde. Geht man weiter zum rechten Flügel des Gebäudes, findet man dort den obligatorischen Souvenirshop, dort kann man typische Irische Dinge kaufen oder solche, die speziell auf dem Gefängnis zugeschnitten sind. Am Ende des Ganges sieht man einen Gerichtssaal, ausgestellt mit Wachsfiguren zum Nachstellen einer Gerichtsszene, dazu ziemlich grauselige Musik. Man sollte dieses Museum unbedingt besuchen, wenn man in Cork ist.