Ehrenburg

Die Burg thront über dem Ehrenbachtal. Um 1125 wurde sie auf dem Gelände des Trierer Stifts St. Simeon gebaut, 1161 stritten sich der Trierer Erzbischof Hillin und der Pfalzgraf Konrad (Staufer) über den Besitz der Burg. Daraufhin entschied Kaiser Friedrich I. Barbarossa den Erzbischof zum Lehnsherrn des Pfalzgrafen zu machen, die Burg ging als Unterlehen an die Ritter von Ehrenberg. Der Frieden war nicht von Dauer, 1331 schlossen sich die Ritter von Waldeck, Schöneck, Eltz und Ehrenberg zusammen gegen die Macht des Erzbischof (Eltzer Fehde). 1336 verpflichteten sie sich zum Frieden (Pax de Eltz). 1340 erhielt Pfalzgraf Rudolf II. verbindlich und gültig das Burglehen von Balduin. Friedrich VI., letzter Ehrenberger, lag im Streit mit den Koblenzer Bürgern. Die Bürger zogen  mit großem Geschütz vor der Ehrenburg um sie erfolglos zu belagern, der Schaden an der Burg war nicht gering. 200 Häuser wurden in Koblenz 1397 aus Rache verbrannt. Vorübergehend war die Burg in der Hand von Johann von Schönberg bis sie durch Heirat mit der Tochter Agnes, von Friedrich IV., 1426 in Besitz von Kanos III. von Pyrmont wechselte, 1526 ging sie in den Besitz von Philipp von Landskron, 1621 das Geschlecht von Honsbroich, 1640 wurde die Burg von den Spaniern besetzt und 1653 gehörte sie den Freiherren von Clodt. Truppen Ludwigs XIV. besetzten 1688 zu Beginn des pfälzischen Erbfolgekrieges die Burg, Teile der Anlage wurden 1689 zur Ruine gesprengt. 1798 wurde Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein der Besitzer, nach ihm kamen das Haus von Kielmannsegg, die Grafen von der Gröben und Grafen von Kanitz. Gerhard Kurz und Thomas Anschütz besitzen seit 1991 die Ruine, seit 1992 wird sie aus privaten Mitteln über den gemeinnützigen Freundeskreis der Ehrenburg e. V. wieder aufgebaut. Ursprünglich wurde der östliche Zugang der Burg von einer Zugbrücke überspannt, über den Halsgraben. Die Vorburg, bestehend aus Pferdestall, Wachhaus und Scheunen, der Torturm ist nur noch zur Hälfte erhalten. Nördlich schloss sich ein Wehrgang mit Gebäuden an. Ein gewaltiger Rampenturm sichert die östliche Angriffsseite. Eina spindelförmige, 3 Meter lange Auffahrt führt zur Burg mit 5 Meter dicke Mauern für Geschütze. Der Bau ist an der Mosel einzigartig mit seiner wehrtechnisch besten Leistung des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Reste eines Palas mit Fischgrätenmauerwerk sind von der romanischen Oberburg erhalten. Nur der südlich runde Bergfried stand 1325 noch auf dem höchsten Fels. Daraus wurde der heute 16 Meter hohe gotische Doppelturm, aus dem 14. Jahrhundert, mit 3 Meter starker Schildmauer, welche die beiden Türme verbindet und ist das Tor zur Oberburg. Das verlies war im Südturm, der Nordturm diente als Wachturm und besaß eine Zuflucht aus dem Obergeschoß der nördlich gelegenen Wohngebäude der Ehrenberger Ritter.