Grevenburg

Sie liegt an einer strategisch bedeutenden Stelle zwischen Hunsrück – Eifel und Koblenz – Trier. Die Ruinen liegen auf einem steil abfallenden Felsgrat über der Stadt Traben – Trarbach. Die Ruine erreicht man von der Stadt aus oder über den Ort Irmenach geradeaus um vor der Stadt rechts abzubiegen zur Burg. 1350 – 57 wurde die Grevenburg gebaut von Gräfin Lorettas Sohn Johann III. Vorher regierte er von der Starkenburg aus die hintere Grafschaft Sponheim. Die Grevenburg wurde zum neuen Regierungssitz der Sponheimer Grafen. Der Name der Burg leitet sich ab aus dem alten Dialekt. Urkundliche Erwähnung fand sie erstmals am 3. Oktober 1357. Die Lehnsherren der Burg waren unter anderem Peter von der Leyen (1357), Johann Vogt von Hunolstein (1368), Johann von Simmern (1369), Johann Kobe von Dune (1398), Johann Vogt von Kinheim (1399), Paul von Platten (1436) und Johann Zandt von Merl (1534). Ab 1417 regierte Graf Johann V. auf der Grevenburg, 1437 erlosch das Sponheimer Geschlecht. Geerbt haben Markgraf Jakob von Baden und der Graf von Veldenz, Friedrich III. Als Friedrich III. ohne männliche Erben starb übernahmen die Pfalzgrafen von Simmern den Herrschaftsanteil. Unter den zwei Grafenlinien ging es der Burg und Stadt 180 Jahre recht gut. Der Frieden konnte nicht gestört werden durch Einführung des Protestantismus im 16. Jahrhundert. Am Anfang des Dreißigjährigen Krieg unterstützte der pfälzische Kurfürst Friedrich V. den böhmischen Aufstand. 1619 wurde der Habsburger Ferdinand II. zum Kaiser und eroberte 1620 mit einem spanischen Heer die Kurpfalz. Die Gemeinherren verloren ihre Herrschaftsrechte. Die Spanier erweiterten die Burg durch Kasematten und ein spanisches Fort. Danach wurde die Burg unterschiedlich besetzt. Die Schweden eroberten sie 1631 unter General Horn, 1635 wurde sie besetzt durch die Kaiserlichen und 1645 durch die Franzosen. 1648 kam der Westfälische Frieden, so wurde die Burg 1650 an die Landesherren zurückgegeben. 1681 gab es einen Reunionsanspruch von Ludwig XIV. und Grevenburg wurde wieder von den Franzosen besetzt. Zur militärischen Absicherung baute Ludwig XIV. auf dem Trabanerberg die Festung Mont Royal. Die Grevenburg wurde zur Vorfestung ausgebaut, die Verteidigungswerke wurden verstärkt, zur Stadtseite wurde ein starker Rundturm errichtet, mehrgeschossige Kasematten erbaut und über der Burg Schanzen angelegt. Der Frieden von Rijswijk beendete den pfälzischen Erbfolgekrieg. Ludwig XIV. wurde in die Defensive gedrängt, alle Reunionsgebiete außer Elsaß und Straßburg gingen zurück. Er schleifte 1698 die Festung Mont Royal und die Neugebauten Teile der Grevenburg. Die Burg ging wieder an die Gemeinherren. 1702 wurde das Reich in den Spanischen Erbfolgekrieg verwickelt. Tarbach wurde Ende Oktober von einem französischen Heer eingenommen und erobert. Die Kampfschäden wurden ausgebessert, der Turm in der Mitte wurde nicht mehr aufgebaut. Der hessische Erbprinz Friedrich I. belagerte die Burg mit seinen Hessen, Dänen und Holländern ohne Erfolg weil ein starkes französisches Heer nahte. Die Franzosen bauten ein 2. Vorwerk an der Südostseite. 1704 veranlasste der englische Feldherr Malborough den Erbprinz Friedrich I. zu einem neuen Angriff auf die Burg und Stadt. Der Artilleriebeschuss begann am 17. November von der Nordseite, die Stadt fiel 4 Tage später. Ab dem 30. November wurde die Westseite beschossen, bis zum Vorwerksgraben wurden Laufgräben ausgehoben, dadurch wurde am 6. Dezember eine Bresche geschossen mit einer Geschützbatterie. Am 9. Dezember begann ein Sturmangriff dieser zog sich wegen starker Gegenwehr bis zum 17. Dezember hin. An dem Tag starb der französische Kommandant. Sein Nachfolger kapitulierte am 18. Dezember und zog nach Verhandlungen am 20. Dezember ab. Es fand eine neue Besetzung durch Holländer statt bis zum Frieden von Utrecht (1713). Ein Vertrag mit den Holländern brachte die Burg in die Hand von Kurtrier und 1714 in dem Besitz von Kurfürst Karl von Lothringen. Die Trarbacher Bürger mussten gegen ihren Willen die kurtrierische Garnison unterhalten. Ab 1730 wurden die Kampfschäden von Kurtrier repariert. Kommandant Oberst Freiherr von Stein trieb 1733 den Wiederaufbau und die Bewaffnung voran. Die Vorratsmengen wurden aufgestockt bevor französische Truppen 1734 wieder ins Land kamen, im Zuge des polnischen Erbfolgekrieges. Die Burg war nicht als reichsfeste anerkannt, daher war der neue Kommandant Ludwig Wilhelm von Hohenfeld bei der Verteidigung (Stadt und Burg) auf sich allein gestellt. Unter Graf Belle – Isle wurde am 9. April 1734 die Stadt überrumpelt. Die Franzosen bereiteten den Beschuss der Burg vor. Dieser fand ab dem 24. April statt, mit Geschützbatterie und mit Mörsern östlich oberhalb der Burg. Ab dem 29. April wurde die Burg unterhalb südlich beschossen. Vorher waren Laufgräben angelegt worden. Am 1. Mai wurde der Vorwerkgraben mit Gewehrfeuer Teilaufgefüllt. Die Burg wurde am selben Tag gestürmt und das Vorwerk eingenommen. Die Verteidiger zogen sich zurück. Von Hohenfeld sah nach Besichtigung der Schäden, keine Möglichkeit eines erfolgreichen Widerstandes. Er kapitulierte am 2. Mai 1734. Der Abzug fand am 4. Mai, nach Verhandlungen, statt. Das Erzstift Trier lehnte die Bezahlung des Wiederaufbaus ab und die Burg wurde im Juli 1734 gesprengt. Noch heute ist sie eine Ruine und in städtischem Besitz. Die Burg bestand 1698 im Wesentlichen aus dem südöstlichen Vorwerk, durch einen breiten Graben getrennt von der Hauptburg, im Westen das untere Hornwerk und den drei Oberwerken auf dem Bergrücken der Burg. Der Palas stand im Bering der Hauptburg, mit vier Ecktürmen und östlich das Zeughaus. Der Bergfried ist 35 m hoch, die Schildmauer und das Haupttor, durch zwei Pulvertürme flankiert, schützten die Ostseite. Die Kasernen standen im Süden. Das nach 1645 gebaute Kommandantenhaus auf der Palas Westseite. Der Westgiebel vom Kommandantenhaus ist das einzige Mauerwerk das heute noch steht. Eine Zisterne mit 200000 Liter Volumen und eine kleinere sorgten für den Wasservorrat. Nach 1645 wurde das westliche, untere Hornwerk errichtet mit einer großen Geschützbatterie, oberhalb eine kleinere. Das zweite Tor zur Stadt hin befand sich zwischen den Flankenwällen. Bombensichere Kasematten waren unterhalb der südlichen Kasernen. Der östliche Hauptgraben war mit überdachten Schiessgalerien versehen. Sie setzten sich an der Felsbasis des Berges fort. Eine Holzbrücke führte vom Vortor zum Haupttor, entlang einer Geschützbastion. Zu den Oberwerken ging es über eine Wendeltreppe im Fels.