Kerry Bog Village

Erfahrungsbericht

 

Ein Stückchen außerhalb von Kerry findet man ein Museums Dorf, das sogenannte Torf Dorf. Vor dem Dorf ist die Gaststätte Red Fox Inn. Da ich mit einem Bus (Tagesfahrt) unterwegs war, musste ich mich entscheiden, was ich sehen wollte. Die Entscheidung war für mich sehr einfach, es ging in das Dorf, um zu sehen, wie die Torfstecher früher gelebt haben. Das erste was ich gesehen habe, war zwei wunderschöne, große irische Wolfshunde. Neben ihrer Kuschelwiese steht eine große Ziegenbock Statue, diese hat mit der Geschichte von Kerry zu tun. Das Dorf beinhaltet mehrere kleinere Häuser, mit Reetbedachung, in denen man betrachten kann, wie die Menschen früher gelebt und gearbeitet haben. Darunter das Haus eines Torfstechers, die alte Schmiede, ein Wohnstallhaus, das Cottage eines Arbeiters, sowie das Haus eines Strohdeckers. Zu sehen gibt es auch viele Maschinen, mit denen das Torf gestochen und verarbeitet wurde. Geholfen haben dabei die Kerry Bog Ponys. Ich habe dort sehr viele schöne Fotos machen können, vieles neues entdeckt und einiges interessantes an Erfahrungen mitgenommen.

Geschichte

 

Alte Schmiede

 

Die Mauern sind dick und stark, in der Mitte ist loses Steinwerk. Die Belüftung fand durch Fenster, Doppeltüren und den großen Kamin statt. Viel Dampf gab es bei der Abkühlung der glühenden Hufeisen. Die schmiede ist recht dunkel, dadurch konnte man die Farbe des Hufeisen besser erkennen. Vor dem Kamin ist ein alter Blasebalg. Schmiede reparierten auch Maschinen, Wagen und Fahrräder.

 

Arbeiterhaus

 

Es ist ein kleines Haus und unterstreicht den Klassenunterschied. Der Besitzer des Hauses lebte allein und stach, bzw. beförderte den Schlamm. Die kleinen Fenster sind auf Grund der Steuern entstanden. In Irland musste man für Fenster Steuern zahlen, viel Licht wurde als Luxus angesehen. Es gab keine Toiletten, für die Notdurft wurde ein besonderer Nachttopf benutzt. Ein Torffeuer brannte den gesamten Winter, es war die einzige Wärmequelle.

 

Hühnerstall

 

Dieser ist hinter dem Wohnstallhaus zu sehen, bestehend aus lokalen Steinen und einem Wellblechdach.

 

Irischer Wolfshund

 

Zu sehen gibt es am Anfang zwei irische Wolfshunde. Bekannt als der größte Hund der Welt, seine Geschichte geht zurück bis zu den Römern. Früher wurden sie als Jagdhunde auf Wölfe, Elche und Wildschweine benutzt, 391 n. Chr. wurden 7 der Tiere in Irland gekauft um sie im Kolosseum zu Rom kämpfen zu lassen. Im späten 19. Jahrhundert wurde die Rasse von Hauptmann George Graham wieder entdeckt, als königlicher Hund. Er wurde wieder zur Jagd eingesetzt und war nicht für einfache Bürger bestimmt. Er hat ein sanftes Gemüt, ist intelligent und geduldig, durchschnittlich wiegen sie 40 – 70 kg und werden nur ca. 7 Jahre alt. Er ist auf der ganzen Welt beliebt.

 

Kerry Bog Ponys

 

Eine heimische Rasse Irlands, anerkannt von der Vereinigung irischer Pferdezüchter. Gegen Ende 1980 war die Rasse vom Aussterben bedroht, sie wurde wieder auf einen gesunden Bestand gebracht, durch John Mulvihill und der Kerry Bog Pony Co-Op Society. Die Ponys wurden genutzt zur Beförderung von z. B. Torf, Algen oder Milch. Auch als Kutschpferde sind sie geeignet. In ländlichen Gegenden war das Pony einzigartig, sie waren schneller und athletischer als Esel.

 

Strohdeckerhaus

 

Das Haus ist luxuriöser, Strohdecker waren in der Zeit sehr gefragt. Sie reparierten und deckten die Häuser in dem kompletten Gebiet. In dem Haus gibt es ein Obergeschoss und einen geräumigen Innenraum. Die Möbel sind von guter Qualität. Einige antike Sammelstücke von dem Haus blieben erhalten und stehen neben dem Kamin. Im 18. Und 19. Jahrhundert war die Kartoffel fast das einzige Nahrungsmittel, die Hauptfleischsorten waren Geflügel und Fisch. Die Kinder wurden je nach Status in Schulen oder anderen Einrichtungen unterrichtet. Teilweise war der Weg dorthin sehr weit. In der Freizeit wurden Geschichten erzählt, musiziert und teilweise getanzt.

 

Torfstecherhaus

 

Neben dem Haus steht ein Zigeunerwagen aus dem 19. Jahrhundert. Gezogen wurden die Wagen von Cob Pferden oder Schecken, die Familien lebten in diesen Wagen. Das Dach des Hauses besteht aus Flussschilf, gesammelt an den Flussufern und Feuchtgebieten. Im Gebäude sieht man an der Decke den Soden von der Oberfläche eines Torfmoors. Diese Soden dienen als Isolierung, der Torf wird hier auch als Heizmaterial gezeigt. Steinplatten sind der Bodenbelag, im Schlafzimmer ist ein Eisenbett und eine Wiege. Säuglinge starben häufig im 18. Und 19. Jahrhundert, die Lebenserwartung der Menschen lag damals bei 45 Jahren. Meist lebten Großfamilien in den kleinen Behausungen, diese teilten sich das Einzelbett oder schliefen auf Bankbetten.

 

Wohnstallhaus

 

Ein vollkommen anderer Baustil, links ist der Stall und rechts die Wohnstätte. Auf der Stallseite befanden sich die Nutztiere der Familie. Die Wärme der Tiere wurde als Beheizung genutzt, der Tierkot wurde durch die angehobene Tür hinaus gefegt. Als Schutz vor dem Zug kamen Kartoffelsäcke vor die Schwelle. Die Butterfässer deuten auf die Herstellung von Käse und Butter hin. Die Frauen arbeiteten damals auf dem Hof mit und erledigten die schwere Hausarbeit.