Kloster Gravenhorst

Ein ehemaliges Zisterzienserinnenkloster  in Gravenhorst, gegründet 1256 vom Ritter Konrad von Brochterbeck. Er stattete es durch Schenkung mit einem Landgut samt Fischteich sowie Wälder und Wiesen mit Grundbesitz aus. Seine einzige Tochter Oda war die erste Äbtissin, welche den Klosterbesitz mehrte und dafür sorgte, dass der Orden geduldet wurde. Die Nonnen mussten sich gegen Übergriffe weltlicher Herren zur Wehr setzen und es gab Auseinandersetzungen mit dem Generalkapitel der Zisterzienser. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts gelang es der kleinen Gemeinschaft sich durchzusetzen und ihre Eigenständigkeit zu wahren. 1764 wurde eine Schule gegründet für höhere Töchter beider Konfessionen, somit wurde die Ordensstellung untermauert. Teilweise befinden sich die Unterrichtsmaterialien noch in der wertvollen Gravenhorster Klosterbibliothek. 1803 wurde das Kloster unter weltlicher Aufsicht weitergeführt, 1808 dann aufgelöst. Die letzten Zisterzienserinnen gingen 1811. Die Besitzer wurden häufig gewechselt und die Gebäude unterschiedlich genutzt. Zuletzt war dort eine Champignonzucht. Der Trägerverein Kloster Gravenhorst e. V. kaufte dann die Anlage und überließ sie dem Kreis Steinfurt. Die Anlage wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, dadurch hat sie sich nachhaltig verändert. Die heutige Gestalt stammt aus dem 18. Jahrhundert. Das Kloster ist aber in seiner Gesamtheit noch vollständig erhalten. 1317 brannte die Anlage aus. Von 1618 bis 1623 wurde das Kloster 13 mal überfallen und geplündert. Von 2000 bis 2004 fanden Sanierungen statt. 1300 wurde die gotische Klosterkirche fertiggestellt, es ist ein schmuckloses Gotteshaus ohne Kirchturm. In einem schlichten Dachreiter sind die Glocken. Der Hochaltar wurde 1641 aus Baumberger Sandstein gefertigt und von der Adelsfamilie von Grotthuß gestiftet. Die Kanzel ist von ca. 1700. Südlich an der Klosterkirche ist das zweiflügelige Hauptgebäude. 1817 wurde der Westflügel nach einem Brand mit alten Bauteilen im klassizistischen Stil wieder aufgebaut. Reste eines altgotischen Kreuzganges sind noch erhalten geblieben. Noch im Originalzustand ist der Kapitelsaal. Der Südflügel stammt aus dem 15. Jahrhundert, geziert mit einem zweiflügeligen Portal, einer vorgelagerten Freitreppe und ein gotisches Kellergewölbe. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört, wurde er nach Osten verlagert und mit einem Renaissance Treppengiebel ausgestattet. Südlich des Ostflügels steht das Brau- und Backhaus. Die Kernsubstanz des Gebäudes ist aus dem Mittelalter, außen gibt es Merkmale des 17. Jahrhunderts. Die Mühle ist auch noch erhalten, von dem Schmiedegebäude gibt es nur noch die Fundamente. 1643 kauften die Schwestern in Beverengen ein Stadthaus, um bei Gefahr dorthin zu flüchten.