Lambertikirche Münster

Im Schnittpunkt der Marktstraße wird um 1000 eine kleine Kirche gebaut, die dem Bischof Lambert geweiht wurde. Ende des 11. Jahrhunderts wurde vermutlich eine zweite Kirche aus Stein gebaut. Münster wurde 1121 erobert von Lothar von Supplinburg, dabei die zweite Kirche vernichtet. Die dritte Lambertikirche wurde um 1150 fertiggestellt. Dies war ein einschiffiger, gewölbter, romanischer Saalbau, damals bekam die Kirche Pfarrrechte. Die Lambertipfarre wird 1189 erstmalig urkundlich erwähnt und in dem Jahr aufgeteilt, da sie zu groß geworden ist. In den baumbergen erwirbt der derzeitige Pfarrer 1270 einen Steinruch. Zu dem Zeitpunkt wurde vermutlich mit dem Bau der vierten Kirche begonnen. Sie hatte eine dreischiffige gotische Halle mit eigenwillig gestaltetem Chorraum. Die noch heute bestehende Katharinenbruderschaft an St. Lamberti wurde 1330 gegründet. Der Grundstein der heutigen Kirche wurde 1375 gelegt und 1440 vollendet. Die gotische Madonna, welche jetzt zwischen den beiden Chorräumen steht, kam 1380 in die Kirche und ist das älteste Kunstwerk. Die Lamberti- und Marienglocke werden 1493 gegossen. Am 23. Und 24. Februar 1534 wird ein Teil der Innenkirche von den Wiedertäufern zerstört. Die am 22. Januar 1536 hingerichteten Anführer der Wiedertäufer werden in eisernen Käfigen am Turm zur Schau gestellt. Die Aufstellung einer Kreuzigungsgruppe findet 1550 statt, heute stehen sie am nördlichen Turmpfeiler. Ca. 1600 wird der Chorraum neu geschmückt mit den Figuren Jesu Christi, der Gottesmutter und den zwölf Aposteln. Der Turm von St. Lamberti wird am 11. Oktober 1657 während der Belagerung von Fürstbischof von Galen in Brand geschossen. Der alte Turm wird 1881 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Im Jahre 1887 wird ein neuer neugotischer Turm gebaut und am 16. August 1898 mit dem Aufsetzen der Kreuzblume vollendet. Umfangreiche Renovierungsarbeiten werden am 17. September 1940 abgeschlossen. Bischof graf von Galen hält am 13. Juli und 3. August 1941 seine berühmten Protestreden gegen die nationalsozialistischen Machthaber. Der Chorraum der Kirche wird am 10. Oktober 1943 von Bomben getroffen, weitere Angriffe gab es am 30. September 1944. Mit großen Schwierigkeiten wurden die Behebungen der Schäden eingeleitet. Der Turm und fast das ganze Gewölbe wurden am 25. März 1945 zerstört. In der notdürftig wieder hergestellten Kirche wird am 19. Oktober 1949 wieder der erste Gottesdienst abgehalten. 1954 wird der Turm repariert. Nachdem der erste Lambertibrunnen aus dem Jahre 1909 durch Bomben zerstört wurde wird am 17. August 1956 der heutige Brunnen aufgestellt. Die Restaurierungsarbeiten nach dem Krieg werden 1960 beendet mit dem Neubau der Sakristei zwei neue Fenster und 1989 wird die Orgel neu eingebaut.