Schloss Bückeburg

Stammsitz des Hauses Schaumburg – Lippe bis 1918. Die Burg wurde gegründet als Vorläuferanlage des Schlosses. Im Jahre 1304 wurde sie das erste mal urkundlich erwähnt. Anfang des 14. Jahrhunderts ließ Graf Adolf VI. von Schauenburg / Holstein – Pinneberg die Wasserburg erbauen, um eine wichtige Handelsstraße zu überwachen. Der Name stammt von der alten Bückeburg in Obernkirchen, welche um 1181 verfallen ist. Erst war die Anlage nur ein Wehrturm und Wirtschaftsgebäude, davor entwickelte sich dann eine Siedlung. 1365 erhielt der Ort die Fleckengerechtigkeit, 1396 erbaute Otto I. von Schaumburg eine Kapelle und bat einen Geistlichen dort hin. Die Burg bestand 1492 aus 13 Zimmer, bis 1527 wurde sie unter Johann IV. zu einer befestigten Anlage mit Gräben, Wällen und Bastionen. 1560 fand unter Otto IV. von Schaumburg in vier Jahren ein Umbau der Burg zu einer vierflügeligen Schlossanlage statt, im Stil der Weserrenaissance. Teilweise wurde die alte Bausubstanz in die neue integriert. West- und Nordflügel werden zum sogenannten Trompetergang, durch eine offene hofseitige Galerie verbunden. Ernst von Holstein – Schaumburg machte 1607 Bückeburg zu seiner Residenz. Bückeburg bekam Stadtrechte, neue Straßen wurden angelegt, Befestigungswerke und Bauten errichtet. Am Marktplatz entstand das äußere Schlossportal, flankiert von Verwaltungsgebäuden. Heute existieren noch die fürstliche Hofkammer und das Ballhaus. Den Garten verwandelte Ernst zu einem Renaissancegarten. Der große Marstall wurde 1622 gebaut. Eine frühbarocke Holzdekoration entstand in der Kapelle, sie wurde im manieristischen Stil ausgemalt. Ein Tag nach dem Tod von Ernst wütete der Dreißigjährige Krieg in der Stadt. Dadurch gab es erst 1695 neue Bautätigkeiten. 1640 war die männliche Linie Holstein – Schaumburg mit Otto V. ausgestorben. Schloss und weitere Teile gingen an den Grafen Philipp Schaumburg – Lippe. Er ließ die Wände der Kapelle komplett weiß übertünchen. Albrecht Wolfgang zu Schaumburg – Lippe regierte von 1728 – 1748 in Schaumburg. Mehrere besuche Voltaires fanden in Bückeburg statt. Der Nord- und Südflügel des Hauptgebäudes brannte 1732 in wenigen Stunden aus, es wurde in einem Jahr wieder aufgebaut durch Einziehung einer Brandsteuer. Der innere Schlossgraben wurde mit den Trümmerteilen angefüllt, somit wurde der geringe Platz innerhalb des Walles vergrößert. Geplant war ein großzügiger Aufbau mit einem Flügelanbau, die Steuereinnahmen gestatteten aber nur den Wiederaufbau der zerstörten Flügel. Der neue barocke Stil prägt noch heute das Schloss. Der Graf ließ einen Barockgarten anlegen, die Gartenpracht blieb nur bis 1748 erhalten. Wilhelm zu Schaumburg – Lippe regierte von 1748 – 1777, er ließ auch im Schlossgarten Wallanlagen und Gräben entstehen, die Gartenskulpturen wurden nach Schloss Baum gebracht. Nachfolger wurde Philipp Ernst, er machte den Schlossgarten wieder zum Park mit großer Obstbaumschule. Ein Teil des Gartens wurde von seiner Frau Juliane in einen englischen Landschaftsgarten verwandelt. Ab 1820 wurden in den sogenannten Hofwiesen Teiche angelegt, bis vor 20 Jahren wurden dort Karpfen gehalten. Jetzt sind sie ein wertvolles Biotop für Amphibien und Wasservögel. 1860 ließ Fürst Adolf Georg die schlossräume renovieren, darunter wurde der Goldene Saal von 1863 bis 1867 mit einer roten Seidentapete ausgestattet. Die Schlosskapelle wurde 1879 bis 1885 gründlich restauriert. Beim Einbau der großen Orgel wurde die kanzelwand um fast drei Meter in den Raum vertieft. Die Freskenmalereien wurden wieder freigelegt. 1893 bis 1896 erhielt der Turm einen Flügelanbau, dadurch wurde der Anbau in die Mitte des Schlosses gerückt. Der Hauptteil ist der große Festsaal. Im Tiefgeschoß ist eine moderne Großküche. Die alten Kanzleigebäude und die alte Küche wurden gleichzeitig abgerissen. Mit zwei halbkreisförmigen Kavaliershäusern wurde der Schlosshof zu einer fast geschlossenen Bebauung, mit einer formalen Gartenanlage. Fürst Adolf ließ am Rande des Schlossparks 1911 bis 1915 ein Mausoleum errichten als Begräbnisstätte. In 25 Meter Höhe befindet sich die Goldmosaikkuppel. Das Gebäude ist heute noch die Grablage der Familie. Umschlossen wird es von einer Gartenanlage. Seit seiner Erbauung wird das Schloss durchgehend bewohnt. Heute lebt Alexander Prinz zu Schaumburg – Lippe dort. Einzelne Räume kann man seit 1925 besichtigen. Im Marstall ist seit 2004 eine Hofreitschule. Dort wird die Reitkunst der europäischen Epochen 11. Bis 17. Jahrhundert gezeigt. Verschieden feste und Ausstellungen finden dort statt. Trauungen sind im barocken Musiksaal möglich, auch die Schlosskapelle kann dazu genutzt werden. Ein Cafe – Restaurant ist in der historischen Küche wo man authentische Einblicke in die Großküche bekommt. In einem Seitenflügel ist das Staatsarchiv Bückeburg, der Schlosspark ist frei zugänglich, dort findet man seltene Baumarten.