Schloss Iburg

Die Bauanlagen gehören zu den historischsten im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen. 1070 entstand die Burg auf einer Anhöhe. 1080 wurde in ihr das Benediktinerkloster gegründet. Vom 11. Bis 17. Jahrhundert residierten dort die Bischöfe von Osnabrück. Iburg ist eine der ältesten Ritterburgen, bemerkenswert ist der Rittersaal aus dem 17. Jahrhundert wegen seiner Deckenmalerei. Als erstes stand dort eine sächsische Fliehburg, sie lag nahe einer Passstraße. Auf den Resten der Befestigungsanlage ließen Bischof Benno I. und Bischof Benno II. eine Residenz errichten des Bistums Osnabrück. Zu der Zeit standen dort Ringwallanlagen. Der Rittersitz war gleichzeitig eine Wasserburg. 1080 brachte Benno II. zwölf Benediktinermönche von Mainz nach Iburg. Es gilt als Gründungsjahr des Klosters, seit 1070 stand auf dem Burgberg eine Holzkapelle. Das Baumaterial stammt vom sogenannten Bennosteinbruch am Dörenberg. Der achteckige Bergfried wurde auf Resten eines Vorgängerbaus aus dem 11. Jahrhundert von Bischof Konrad IV. von Rietberg errichtet. Der Turm wird in der Bevölkerung Bennoturm genannt, er wurde erst nach dem Tod seines Namensgebers gebaut. Am Westhang vor der Ringmauer in einem Turm wohnte Benno II., Reste wurden von ihm 1983 bei Bauarbeiten entdeckt. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde von Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig – Wolfenbüttel veranlasst alles zu einer reich gegliederten Schlossanlage umzugestalten. 1553 wurde die Iburg belagert von den Feldherren Christoph von Wrisberg und Dietrich von Quitow. Bischof Franz von Waldeck sollte in der Burg gefangen genommen werden, die Burg wurde geplündert und das Kloster wurde zu einem brandschatz von 4000 Taler gezwungen. Im Dreißigjährigen Krieg erlitten Schloss und Kloster schwere Schäden durch Plünderungen, 1632 auch durch die Niederländer, 1634 – 50 durch die Schweden. Die Mönche wurden durch die Schweden vertrieben, kamen 1645 zurück. Sophie Charlotte von Hannover wurde 1668 im Schloss geboren, sie wurde die erste Königin von Preußen, 1701, als Ehefrau von Friedrich I.. 1650 kehrte Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg zurück, es wurden ganze Gebäudeflügel von Grund auf erneuert. Aus den Jahren 1656 / 57 stammt die Ausstattung des Rittersaals. Die begonnen Arbeiten wurden um 1674 von seinem Nachfolger Ernst August I. vollendet. 1664 ließ er die lutherische Schlosskirche einbauen. Abt Adolph Hane ließ einen Klosterneubau auf dem Burgberg errichten. 1781 wurde das Eingangstor zur Schlossanlage angefertigt. Die Räumlichkeiten reichten dem Fürstbischof nicht aus, um die Unabhängigkeit der Stadt Osnabrück einzuschränken, beschloss er einen Neubau zu errichten. 1673 zog die fürstbischöfliche Familie ins Schloss Osnabrück, danach gab es keine Bischöfe mehr auf Schloss Iburg. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts bestand das Kloster. Dritter Abt des Klosters war Norbert von Iburg, er schrieb eine Biografie des Klostergründers. 1666 bis 1706 war marus Rost 41. Abt des Klosters. Die noch erhaltenen Konventgebäude stammen aus dem Neubau der 1750er Jahre. Der Haupteingang wurde an die Nordseite verlegt. Im Inneren haben sich in zahlreichen Räumen Stuckdekorationen aus der Erbauungszeit erhalten. Sie enthalten Szenen aus der Bibel, Allegorien, Emblemen und pflanzlich – tierisches Dekor. Am 13. Februar 1803 wurde das Kloster aufgehoben. Zu dieser Zeit gab es im Konvent noch 22 Mitglieder. Am 9. Und 10. Februar 1803 wurden die Bediensteten und Domestiken schon entlassen. Das Kloster wurde vollständig ausgeräumt, Inventar (ohne Kirchenausstattung) und Bibliothek wurden verkauft. Die Bibliothek wurde Staatlich, in napoleonischen Zeiten war sie ungenutzt. 1816 ging sie ins Schloss Osnabrück, 1817 ging der Bestand ans Gymnasium Carolinum in Osnabrück. 1944 wurde ein großer Teil zerstört, durch Bombardierung, Reste befinden sich in der Osnabrücker Stadtbücherei. 1534 wurden im Bergfried Angehörige des Täuferreichs von Münster gefangen gehalten. Es waren insgesamt sechs Stück, einer überlebte die Qualen nicht, die anderen wurden enthauptet, bis auf ein Schulmeister. Dieser wurde für Spionageaktionen wieder nach Münster geschickt. Im Iburger Schloss gibt es zwei Kirchen, die katholische St. Clemens Kirche und Evangelisch – lutherische Schlosskirche. Die katholische Kirche hat eine dreischiffige Halle mit Querhaus und rechteckigem Chor. Bischof Benno II. hat sie erbaut und auch sein Grab ist dort. Die heutige Form ist aus dem 13. Jahrhundert, die barocke Einrichtung bekam sie durch den Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun. 1890 wurde dieser aber zu Gunsten der Neugotik aufgegeben. 1803 wurde die Kirche als Pulvermagazin genutzt, wurde aber erst 1836 der Kirchengemeinde übertragen. Eine sogenannte Lepraspalte ist eine bauliche Besonderheit der Kirche. Bis zum Jahr 1876 wurden die Kirchenbücher von St. Clemens abgeschrieben. Es wurde zum Ortsfamilienbuch der Iburg und ist heute in der Bibliothek des Arbeitskreises Familienforschung Osnabrück einzusehen. 1664 wurde die Evangelische – lutherische Schlosskirche gebaut. Die barocke Erstausstattung blieb weitgehend erhalten. Als Hofkapelle wurde sie zunächst nur vom Bischof und seinem Gefolge genutzt, erreichbar war sie über dem Prinzenflügel. Geweiht am 1. Mai 1664, Ernst Georg Wöbeking wurde 1674 erster evangelischer Pastor. Er war nicht nur für die Angehörigen des Hofs zuständig, sondern auch für die Bürger in Iburg. Als Ernst August verstarb, ließ sein katholischer Nachfolger die Kirche schließen. Ernst August II. folgte ihn 1716, renovierte die Kirche und öffnete sie wieder. 1814 erhielt die evangelische Gemeinde eigene Pfarrrechte. Von der Klotzbahn wurde 1913 ein Treppenvorbau im Stil der Neurenaissance angebaut, gestiftet von Berta von Bardeleben. Im Bleiglasfenster des Treppenvorbaus befindet sich ihr Wappen. Im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts wurde der Rittersaal von Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig – Wolfenbüttel geschaffen, als Jagd- und Speisesaal. 1633 bis 1650 wurde dieser unter schwedischer Besatzung schwer beschädigt. Die heutige barocke Ausstattung stammt aus der Zeit von 1650 bis 1661. Aus den Jahren 1656 bis 1658 stammt die Deckenmalerei mit Zeus im Mittelpunkt, umrahmt von den Heldentaten des Herakles. Die Osnabrücker Bischöfe der Iburg, sowie Landesherren, werden mit 73 Portraits an den Wänden gezeigt. Der Steinfußboden mit blauschwarzen und weißgrauen Fliesen symbolisiert das bayrische Wappen Franz Wilhelm von Wartenbergs. 1997 wurde der Boden rekonstruiert, der Saal war lange zeit mit einem Holzfußboden versehen. 2013 wurde der Knotengarten, auf der Südseite des Schlossbergs, aus dem 16. Jahrhundert rekonstruiert. Wege zum Schloss und zum Charlottensee wurde neu angelegt. Gebildet wird er aus Buchsbaumsträngen, eingerahmt von Sandsteinmauern und Bänken. Eine Querverbindung zur Schlossmühle bildet eine Promenade aus Rosenbögen. Die Schlosswiese gehört zum Kurpark am Charlottensee und neu gestaltet. Das Schloss wurde 1885 Sitz der Kreisverwaltung Iburg. 1932 wurde der Kreis aufgelöst. Eine SA – Sportschule wurde von 1934 bis 1939 dort betrieben. Die Deutsche Heimschule befand sich dort von 1942 bis Ostern 1945. Danach wurde sie von 1948 bis 1971 zur Niedersächsischen Heimschule. Die Iburger Heimschule war ein Gymnasium. Ein Teil der niedersächsischen Polizei wurde von 1973 bis 2004 im Schloss ausgebildet. Von Mai 2005 bis Dezember war das Schloss offizieller Sitz der niedersächsischen Schulinspektion. Der Landschaftsverband Osnabrücker Land war ab Mai 2006 in der ehemaligen Hofapotheke des Schloss. Sie wurde um 1600 errichtet und verbindet das Schloss mit der Klosteranlage. Aus der Erbauungszeit ist der steinerne Kamin und ein Teil des Wandputzes erhalten. Das staatliche Baumanagement Osnabrück – Emsland hat seit Oktober 2011 seinen Hauptsitz im Schloss. Seit mehr als 30 Jahre werden im Rittersaal Schlosskonzerte veranstaltet. Der Schlossbeleuchtungsverein wurde 1972 gegründet. Er ist nicht nur für die Beleuchtung zuständig, sondern trägt auch dazu bei, dass die ehemaligen Abtgärten wiederhergestellt werden. An der Stelle der früheren Legge, südlich der Schlossmauer befindet sich ein Kriegerehrenmal. Das Leggegebäude wurde 1968 abgerissen.