Schloss Pillnitz

Friedrich August der Starke erhält das Schloss nach dem Tod seines Bruders. Es wurde eins von 24 Lustschlössern. Das Wasser- und Bergpalais entstanden 1720 – 1724, Vorbild dafür war eine Toranlage zum Palast des Kaisers von China in Peking, elbseitig die Palastbauten von Venedig. Sie waren als Torhäuser konzipiert, dienten aber auch als Fest- und Spielstätten. Ergänzt wurden sie durch den Venustempel, ein wichtiger Bestandteil waren die in Spielflächen gegliederten Gärten. 1768 wurde das Schloss zur Sommerresidenz, als Friedrich August III. zu regieren begann. Die notwendigen Wohnungen waren im Berg- und Wasserpalais. Zwischen 1788 und 1791entstanden die Flügelbauten mit der nötigen Raumfolge nach dem Hofzeremoniell. Nach der Idee der englischen Landschaftsgärten entstanden 1790 der englische und chinesische Garten. In den dortigen Gartenpavillons sind Studier- und Musenkabinette. Nach dem Brand des Schlosses am 1. Mai 1818 wurde neu gebaut, es wurden alle Funktionsbereiche des Alten Schlosses ersetzt, die Anlage bekam einen neuen Abschluss. 1859 wurde das Palmenhaus errichtet und 1879 / 80 das Ringgebäude zur Orangerie ausgebaut. In 200 Jahren wurde Pillnitz zu einem Residenzschloss, in dem ist auch Platz für Wissenschaft und Kunst.

 

Chronologie von Schloss und Park:

 

Mitte des 14. Jahrhunderts: Erste Erwähnung als Herrensitz

1694: Schloss und Amt Lichtenwalde wird getauscht gegen das Pillnitzer Anwesen.

          Durch den Tod des Kurfürsten geht Pillnitz an den Bruder Friedrich August

          der Starke

1706: August der Starke überlässt seiner Mätresse Gräfin von Cosel das Anwesen,

          welches sie 1713 bis 1715 ständig bewohnt.

1712 – 1713: Die Heckenquartiere wurden angelegt

1719: Zu den Hochzeitsfeierlichkeiten vom Kurprinzen Friedrich August und Maria

         Josepha wird das Schloss zum Festspielplatz

1720 – 1724: Wasser-, Bergpalais und der Venustempel werden gebaut, in den

                    Weinbergen entsteht die Schlosskirche „Zum heiligen Geist“

1725: Das Ringrenngebäude wird gebaut, innen mit einem Karussell aus hölzernen

         Pferden und Wagen. Die Damen nutzten es zum Spiel mit Lanzen und Ringen.

         Die elbseitige Freitreppe entsteht.

1738: Hochzeit auf dem Schloss von Prinzessin Maria Amalia von Sachsen mit König

          Karl III. von Sizilien

1747: Hochzeit von Prinzessin Maria Anna von Sachsen mit dem Kurfürsten

          Maximilian III. Joseph von Bayern

1788 – 1791: Am Wasser- und Bergpalais werden die Residenzflügel angebaut

1790 und 1804: Der chinesische Garten wird angelegt und die Pavillons gebaut

1818: Das Alte Schloss und der Venustempel fallen einem Brand zum Opfer

1818 – 1830: Ein neues Palais wird gebaut mit Küchen- und Kapellenflügel

1859 – 1861: Das Palmenhaus wird gebaut, damals das größte Gewächshaus in

                    Deutschland

1864: Am Aha Graben werden Wächterhäuser gebaut

1866: Der Fliederhof wird angelegt

1874: Der Koniferenhain wird angelegt

1879 – 1880: Das Ringrenngebäude wird zur Orangerie erweitert

1946 – 1956: Das Schloss wird zum Zentralmuseum mit Beständen der Dresdner

                    Gemäldegalerie

1963: Das Kunstgewerbemuseum zieht ein

1990 – 1995: Die Weinbergkirche wird restauriert

1991 – 1994: Die Flügelbauten am Wasserpalais, des Küchen- und Kapellenflügels

                      und die Verglasung des Palmenhauses werden von außen Instand

                      gesetzt

1992 – 1996: Der Chinesische und Englische Pavillon, das Bergpalais mit seinen

                    Flügelbauten, die Alte Wache und das Fasanenhaus werden

                    restauriert. Das Kamelienhaus neu gebaut.

1993: Entstehung des Schlossbetriebes Staatliche Schlösser und Gärten als Teil der

         Sächsischen Schlösserverwaltung

1998 – 2002: Das Wasserpalais wurde restauriert

August 2002: Das Schloss erlebt das Jahrhunderthochwasser an der Elbe

2003: Die königliche Hofküche wird rekonstruiert

2006: Das Schlossmuseum eröffnet am 22. Juni im Neuen Palais. Dem Besucher

          des Schlosses wird das Leben seiner Bewohner, ihre Kleidung und mehr

          gezeigt 

2009: Wiedereröffnung vom Palmenhaus, präsentiert werden Pflanzen aus

          Südafrika und Australien