St. Maria Magdalena Beyenburg

 

Als spätgotische, einschiffige Hallenkirche im Jahr 1497 errichtet. Zum Kloster Steinhaus gehörend, welches Ende des 15. Jahrhunderts teilweise neu errichtet wurde. Bis zur Säkularisierung des Klosters wurde sie als Klosterkirche genutzt. Die Kapelle auf dem Steinhaus blieb als Pfarrkirche für Beyenburg und Umgebung. 1811 wurde die Kapelle auf dem Steinhaus abgetragen, die Klosterkirche übernahm 1804 die Funktion der Pfarrkirche.

 

 

Gebäude

 

Auf der Ostseite eine polygonale 318 Apsis, aus Ruhrsandstein wurde die Kirche mit sechs Jochen erbaut. Die spätgotische Formensprache folgt der frühen Ordensregel der Kreuzherren. Auf ein Turm wurde verzichtet, die zwei Bronzeglocken werden aufgenommen von einem steilen Dachreiter mit schiefergedeckten Satteldach. Er wurde mehrfach erneuert oder ersetzt. Das letzte Mal im 20. Jahrhundert. Ersetzt wurde 1862 der Dachreiter, damals wurde die Kirche umfassend renoviert. Von außen sieht man die steinsichtige Fassade mit dreimal abgetreppten Strebepfeilern, an den Gebäudeenden über Eck gestellt, sowie die großen spitzbogigen Maßwerkfenster. Ein vierteiliges Maßwerkfenster mit Fischblasenmotive beeindruckt am Westgiebel. Das rundbogige Doppelportal und die Teilung des Giebels beeindruckt durch vier Horizontallisenen. Vom modern gestalteten Wetterhahn auf der Weltkugel bekrönt, ist es das Sinnbild des Wächteramtes der Kirche über die Welt. Die rundbogigen, romanisch anmutenden Archivolten, des Portaltympanons, fallen auf. Es könnte sich um Bauteile aus dem Vorgängerbau des 14. Jahrhunderts handeln. Vier Maßwerkfenster mit Fischblasenmotive sind auf der Südseite, zwei weitere im Chor, sie haben auch ornamentale, teilweise florale Motive. Da an der Nordseite die Klostergebäude angebaut wurden sind dort keine Fenster. Im parallel zur Kirche verlaufenden Abschnitt ist der ehemalige Kreuzgang, heute als Kreuzkapelle genutzt. Die Kirche beherrscht die historischen Fachwerkbauten der Stadt. Innen entsteht ein heller, großzügiger Raumeindruck durch die Südfenster, geprägt durch eine strenge gotische Formensprache und prächtiger, barocker Innenausstattung

 

Innenausstattung

 

Im Zuge der Widerherstellung der Gesamtanlage wurde die barocke Innenausstattung geschaffen. Es gibt historische Berichte über Wandmalereien aus der Erbauungszeit. Diese sind nicht mehr vorhanden, eventuell in der Barockzeit entfernt oder übermalt worden. Der hölzerne Hochaltar von 1698 beherrscht das Innere der Kirche. Er ragt bis in den mittleren Gewölbezwickel der Apsis auf und nimmt fast die ganze Breite der Kirche ein. Durch die graublaue Marmorierung und die hochwertige, vielfältige Detailgestaltung prägt den Gesamteindruck. Von je vier gewundenen Säulen wird das großartige Altarbild getragen. Die Säulen haben aufwendige Blattkapitel. Das Bild handelt von einer Kreuzigung in der Todesstunde Jesu. Das Antependium zeigt die Auffindung des heiligen Kreuzes durch die heilige Helena, oben auf das Wappen von Herzog Johann Wilhelm II. von Berg, sowie die Jahreszahl 1715. Auf dem Tisch erhebt sich das Tabernakel als verkleinerte Darstellung des Altars, als Bekrönung des Gotteslamm. Nicht ursprünglich zum Altar gehören die beiden Monstranzen, zu beiden Seiten des Tabernakels. Der barocke Zelebrantenstuhl steht an der Südseite zwischen Hochaltar und Chorgestühl. In der Spätgotik wurde das Chorgestühl geschaffen, heute wird es jedoch durch die barocke Umgestaltung geprägt. Wangen und Sitze sind spätgotisch, auf den geschwungenen Armlehnen der Sitze befinden sich überaus kunstvoll gearbeitete Knäufe, Krabben zusammengekauerte Tiere und Menschendarstellungen. Je drei fein gearbeitete, schlanke Heiligenfiguren enthalten die gotischen Wangen im Hochrelief. Nördlich die heiligen Agnes, Katharina und Barbara. Hinten die heilige Maria Magdalena, Helena und Laurentius. Vorne auf der Südseite sieht man die Heiligen Anna mit Maria, Odilia und Margarethe. Hinten ist der Ordensgründer Theodor von Celles und zwei unbekannte Heilige. Je eine spätgotische Heiligenfigur steht frei auf jeder der vier Wangen. Teilweise sind im Kirchenraum Kopien, da die Figuren sehr wertvoll sind. Eingearbeitet in der barocken Rückwand und in die Brüstungen sind 26 kleine Heiligenfiguren aus dem spätgotischen Chorgestühl. 19665 wurde das kostbare Vortragekreuz mit der Darstellung der Kirchenpatronin Maria Magdalena geschaffen. Vom Ende des 17. Jahrhunderts ist die prachtvolle barocke Kanzel auf der Südseite. Der kunstvoll, vielfältige Schmuck wurde passend zur sonstigen Ausstattung restauriert. Die vier Evangelisten finden sich fein eingearbeitet in den Nischen des Kanzelkorbes. Der heilige Johannes von Nepomuk befindet sich als Darstellung in der prunkvollen Rückwand. Mit einer prächtig geschmückten Latene, auf der St. Michael steht, ist der Schalldeckel bekrönt. Zu seine Füßen der Höllendrache. Die Nordwand ziert eine Kreuzigungsgruppe. Zwei Barockgemälde befinden sich an der Südwand. Die Seitenaltäre sind ehemalige Atependien aus 1965, mit dem Wappen des Herzogs Johann Wilhelm II. plus Jahreszahl 1715. Auf dem einen Bild sind Maria Magdalena mit den Auferstandenen vom Ostermorgen zu sehen. Das zweite Bild zeigt die Auffindung der Gebeine der heiligen Odilia um 1287 in Köln, sie ist seit dem die Patronin des Kreuzherrenordens. Seit 1960 ist die Gesamtanlage nach und nach komplett restauriert worden. Angefangen wurde mit der Freilegung und Restaurierung der originalen Farbfassung des Hochaltars. Auch die restliche Ausstattung wurde farblich angepasst zwischen 1965 und 1971. Die Orgelempore beherrscht die Westwand mit dem Prospekt des Hauptwerks aus 1693.Die prächtige Emporenbrüstung aus 1694 passt dazu mit dem Gehäuse des Rückpositivs. Beides ist überaus reich geschmückt. Der Prospektgiebel wird von drei Posaunenengel gekrönt. Die Orgel wurde im Jahr 1693 erbaut. Der prächtige Prospekt ist erhalten. 1898 wurde es durch ein neues Werk ersetzt. Das heutige Orgelwerk wurde im Jahr 1970 erbaut. Auf zwei Manualen und Pedal sind die 22 Register. Die Spieltrakturen werden mechanisch, die Registertrakturen elektrisch betätigt. Ganz oder teilweise wurden 12 Register aus der alten Orgel übernommen. Das neue Pedalwerk wurde hinter dem Gehäuse des Hauptwerkes platziert. Der barocke Prospekt wurde dadurch optisch nicht verändert. Sie ermöglicht einen vielfältigen barocken, farbreichen Klang.