St. Marys Cathedral

Sie wurde im 12. Jahrhundert auf dem Hügel von King`s Island errichtet, dem ältesten Teil Limericks. An der Stelle befand sich vorher der Palast des Königs von Munster, Donal Mor O`Brien. Es war ein Nachkomme von Brian Boru in der fünften Generation. Donal stellte den Ort zur Verfügung, für den Bau. Empfohlen wird ein Rundgang gegen dem Uhrzeigersinn. Die Eingangstür ist im südlichen Portal, an der Südwand der Kirche. Der Hauptaltar der Kathedrale ist am östlichen Ende. Es wurde ein umfangreiches 2,7 Millionen Pfund teures Restaurierungsprogramm ins Leben gerufen, als Teil der Vorbereitungen im Jahr 1991, zur Dreihundertjahrfeier der Stadt. Die Arbeit an der Außenfassade wurde 1993 vollendet. Bis Ende 1996 dauerten die Restaurierungsarbeiten, mit den Ausgrabungen, der Neuverlegung von Fußböden mit der Installation einer Fußbodenheizung. Weitere arbeiten dauern heute noch an.

 

Konsistorialgericht

 

Der Bereich, in dem sich der Shop befindet, war bekannt als Konsistorialgericht. Gestaltet wurde er wie ein mittelalterlicher großer Saal. Der Bischof empfing dort geladene Gäste und verwaltete die Diözese. Die Anordnung der drei Buntglasfenster ist besonders. In der Nähe der St. Jame`s Kapelle saß der Bischof, daher dort das größte Fenster der Dreien. Daneben ist ein kleineres Fenster, das kleinste der drei Fenster ist direkt über der Eingangstür.

 

Kapelle von Jame`s und Mary Magdalene

 

Eine Altarwand ist an der Ostwand der Kapelle zu Ehren von Thomas Johnson Westropp. Dargestellt werden die unerträglichen Leiden Jesu im Garten Gethsemane, sein Begräbnis und seine Auferstehung. Ursprünglich ist die Kapelle das südliche Querschiff. Vermutlich wurde sie in der Form des Zisterzinserkreuzes konstruiert. Weitere Kapellen und der Turm wären in der Zeit zu prunkvoll gewesen und wurden später hinzugefügt. Das Buntglasfenster besteht aus fünf Scheiben. Von links nach rechts zeigen sie Szenen aus dem Leben von Noah, Abraham, Moses, David und Salomon. Ein Denkmal ist unter dem Fenster als Erinnerung an Geoffrey Galwey und dessen Schwiegervater Richard Bultingfort. Bultingfort war sechsmal Bürgermeister von Limerick zwischen 1357 und 1390. Vier Familienwappen sind über dem Denkmal zu sehen. Rechts davon befinden sich aus dem Jahr 1400 drei Nischen mit Kleeblattbögen, sogenannte Budstone Sedilien. Erbaut wurden sie von John Budstone, 1401 Vogt der Stadt. Zu Ehren von Cornelius O`Dea, ein Bischof von Limerick, gibt es ein Denkmal an der westlichen Wand der Kapelle.

 

Marienkapelle

 

Wenn man durch das Glentworth Chorgitter geht, hinter dem Hauptaltar, sieht man eine Altarwand, errichtet 1907. Angefertigt wurde er von James Pearse. Gezeigt wird auf einem mosaikartigen Triptyphon Christus als Prophet, Priester und Hirte, Eine Krypta entdeckte man im Fußboden des Altarraums mit drei enthaupteten Skeletten, wobei die Köpfe sich auch im Laufe der Zeit vom Körper gelöst haben können. Der Altar ist über 4 Meter lang und 3 Tonnen schwer, aus Kalkstein. Ein ursprünglicher Hochaltar aus der Zeit vor der Reformation. Von Cromwells Truppen entfernt kam er in den 1960er Jahren wieder. Der hellblaue Stoffbehang wurde in Dublin gewoben von Anglikanischen Nonnen. Die Motive stammen aus dem Book of Kells. Auf dem Altar sind fünf in Stein gemeißelte Kreuze zu sehen. Die Kathedrale hat eine Vielzahl von Buntglasfenstern. Früher konnten die Menschen nicht lesen, die Bibel wurde mithilfe von Bildern gelehrt, hier in bunten Scheiben zu sehen. Das östliche Fenster wurde dem frühen englischen Stil zugeordnet. Das Hauptbild in der Mitte zeigt Christus mit dem guten Samariter unterhalb. Oberhalb ist eine Abbildung der Charity of Dorcas. Die Scheiben links und rechts zeigen sechs Bilder aus den Evangelien. 1860 wurde das Fenster von Augustus O`Brien angefertigt. Florence Nightingale war eine Spenderin für das Fenster. Links ist ein großes Denkmal mit zwei Bildnissen. Unten wird Donaugh, der zweite Earl von Thomand, gezeigt. Er starb 1624. Oberhalb sieht man Elizabeth Fitzgerald. Die Figuren wurden von Cromwells Soldaten beschädigt, sie verwüsteten die Kathedrale und stellten unglaublicher weise ihre Pferde dort unter. Darunter befindet sich eine bedeutsame Darstellung. Es ist der Sargdeckel des Gründers Donal Marc O`Brien, verstorben 1194. Bei genauem hin sehen sieht man drei Löwen, wie beim Wappen O`Briens, mit einem keltischen Kreuz. 1997 gab es Ausgrabungen in der Nähe des Grabmals, gefunden wurden in einer Grabkammer drei Skelette. Es sind wahrscheinlich Beisetzungen aus dem 18. Jahrhundert. Der Hochaltar wird an der Westseite vom Glentworth Gitter abgegrenzt. Es sind Bronzegitter eingearbeitet zur Erinnerung an Dean Hackett. 1921 wurde das Gitter zum Gedenken an Edmund, Viscount Glentworth, und seiner Schwester, Lady Victoria Brady, montiert.

 

Ausblick

 

Weiter Richtung Westen sieht man ein tonnengewölbtes Eichendach. Das Holz ist aus Cratloe. Zu beiden Seiten sehen sie Sitze im Hauptschiff, vier schlichte Spitzbögen und die Obergadenfenster. Parallel zur Laufrichtung sind sie hoch über dem Fußboden. Sie waren im Teil des ursprünglichen Gebäudes. Am Ende ihres Innenrundgangs schauen sie sich mal das Westportal von außen an. Fünf Kronleuchter sind an der Decke der Kathedrale, zu besonderen Anlässen leuchten sie. In Dublin wurden die drei größten angefertigt, als Geschenk der Stadtverwaltung Limerick im Jahre 1759. Der Kronleuchter, in der Nähe des Westportals, wurde von Herrn Edward Coulter auf dem Müll entdeckt. Er ließ ihn säubern und spendete ihn der Kathedrale.

 

Heilig Geist Kapelle

 

Im ursprünglichen nördlichen Querschiff mit einer außergewöhnlichen Altarwand, bemalt und mit Mosaikarbeiten versehen. In der Nordwand befindet sich die Lepraspalte versteckt an der linken Seite neben den Orgelpfeifen. Leprakranke durften nicht in die Kirche, durch die Spalte empfingen sie die heilige Kommunion. Links neben der Spalte befindet sich die Flox Tafel. Der Pfarrer war Augustiner und starb 1519. Am Ende des Querschiffes ist die Kanzlei aus Stein von Caen mit eingemeißelten Bildern des Herrn.

 

Jebb Kapelle

 

Erleuchtet durch das moderne Fenster der Kathedrale, dargestellt wird der Aufstieg Christi in den Himmel. Gewidmet wurde es von Dr. Michael Ramsay, zu der Zeit Bischof von York, danach Erzbischof von Canterbury. Im Fenster wird auch gezeigt, unten links, die heilige Katharina mit ihrem Folterrad. Unten rechts sieht man den heiligen Nikolaus wie er Früchte an Kinder verteilt. Weiter unten sind noch zwei wertvolle Fenster. Eines erinnert an Pfarrer James Dowd, das andere zeigt den Evangelisten Lukas beim Zeichnen der Jungfrau Maria und dem Jesus Kind. Bemerkenswert ist die Statue von Bischof John Jebb. Er war ein Ökumeniker und Friedensstifter. Ein Maschikuli befindet sich oben an der Wand zur linken des Fensters. Das Maschikuli befindet sich eigentlich an Außenseiten von Gebäuden. Daher vermutet man, dass dieser Teil sich früher außerhalb des Gebäudes befunden hat.

 

Misericordien

 

Die Misericordien sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten weshalb die Menschen in die Kathedrale kommen. Die einzigen Möbelstücke dieser Art welche in Irland erhalten geblieben sind. Der Name kommt aus dem lateinischen und bedeutet Barmherzigkeit. Die Sitze sind zwischen 1480 und 1500 aus Holz geschnitzt. Das Holz kommt aus den Wäldern von Cratloe im County Clare. Die Sitze sind so konstruiert, das sie hochgeklappt werden können. Jeder der 23 Sitze hat am Rand einen Vorsprung, daran konnte man sich abstützen und es sah immer noch so aus, als ob man stehen würde, daher auch der Name Gnadenstuhl. Jede Misecordie stellt ein Sitz für die Mitglieder des Domkapitels dar. Unter den Sitzen sind kunstvolle Schnitzereien von fantastischen Ungeheuern. Sie repräsentieren das Gute und Böse, manchmal in einem Konflikt.

 

Orgel

 

Seit 1624 gibt es die Orgel in der Nähe der Jebb Kapelle. Eine Spende des Bischofs Bernard Adams. Sie wurde häufig umgebaut, zuletzt ca. 1968, im 800. Jubiläumsjahr der Grundsteinlegung.

 

O`Brien Kapelle

 

Weiter nach Westen gehend geht es zur Kapelle der O`Briens. Murrough O`Brien, extrem unbeliebt, wurde hier 1674 begraben. Weitere neue Sehenswürdigkeiten kamen in letzter Zeit zu der Kapelle hinzu. Hochinteressante Informationstafeln wurden aufgestellt, diese zeigen den zeitlichen Ablauf der Kathedrale und die Geschehnisse der Welt. Die Kapelle daneben war mal eine Taufkapelle. Außerhalb befindet sich ein betender Engel. Dieser war ursprünglich am Kopfende des Cleeve Grabes, er kam in die Kathedrale, weil er zu verfallen drohte.

 

Westportal

 

Im Westportal steht man direkt unter dem Turm der Kathedrale. Im romanischen Stil wurde das Tor gebaut. Eine Legende sagt dass es einmal der Eingang zu Donal Mor O`Briens Palast gewesen ist. Gemeißelte Steinbögen sieht man von außen, diese zeigen ungeheuer artige Köpfe mit Blumen. Der Turm ist ca. 36 Meter hoch, hinzugefügt wurde er im 14. Jahrhundert. Die Lage des Turms ist ungewöhnlich, normalerweise befindet sich der Turm in  der Mitte. Ein Glockenspiel aus acht Glocken schallt aus dem Turm. Sechs waren 1673 ein Geschenk von Wiliam Perdue, er wurde auf dem Friedhof der Kathedrale beerdigt.

 

Westeingang

 

Ein Teil der Kirche war verbunden mit dem Schloss. Darunter dieser Eingang, wo die royalen Menschen drei Mal geklopft haben und eingelassen wurden. Heute wird die Tür nur noch bei Zeremonien von den Bischöfen verwendet. Die Steine am Eingang wurden zeremoniell genutzt, zum Schleifen der Schwerter, von den Rittern. Heute kann man noch die Einschnitt Stellen sehen.

 

Pery oder Glentworth Kapelle

 

Eine Erinnerung an Edmond, Viscount Glentworth und Henry Hartstonge. Eine sehenswerte Decke, über dem Torbogen hängen Kanonenkugeln. Sie stammen aus der Belagerung Limericks von 1691 durch Wiliam den III. und General Ginkel. Die Kathedrale wurde damals sichtlich zerstört, am meisten an der Ostseite. Oberhalb der Kapelle war ein Raum mit Feuerstelle, hier konnte man hin über eine Wendeltreppe. Die letzten Überreste der Gemächer vom Bischof.

Erfahrungsbericht

 

Um zu der Kirche zu gelangen, muss man erst über den dazugehörigen Friedhof. Ich habe mir dann auch erst mal Zeit genommen, diesen ordentlich zu bestaunen. Lauter alte Gräber, teilweise mit zerbrochenen Grabsteinen, aber einige auch gut erhalten. Auffällige sind die in den Mauern eingelassenen Gräber oder ganze Gruften. Wenn man in die Kathedrale kommt, sieht man erst nichts wirklich Überwältigendes. Erst wenn man sich die Einzelheiten betrachtet, die kleineren Kapellen und Nischen, erkennt man den wahren Wert des Gebäudes. Zu sehen gibt es eine große Statue vom Bischof John Jebb, sowie ein Engel für Thomas Henry Cleeve, ein wichtiger Geschäftsmann der Stadt Limerick. Seitlich, in der Nähe des Eingangs, ist die Grabstätte von Edmond Henry Lord Glentworth. Wer sich für Geschichte und Mittelalter interessiert, sollte sich die Kathedrale mal ansehen. Extra dafür hinzufahren, muss aber nicht unbedingt sein.