St. Nicholas Colegiate Church

Die Kirche ist die größte Gemeindekirche in Irland aus dem Mittelalter welche noch ständig benutzt wird. Um ca. 1320 errichtet, vorher  stand dort eine Kapelle. Sie beinhaltet den Altarraum, die Querschiffe und das Mittelschiff. Im 16. Jahrhundert befand sich der Wohlstand in Galway auf dem Höhepunkt. Die Kirche wurde erweitert um nördliche und südliche Gänge, das Südschiff, die Kapelle des Heiligen Sakraments und den Glockenturm. Gewidmet wurde die Kirche  dem Heiligen Nikolaus von Myra. Heute ist der Heilige Nikolaus in Verbindung mit Weihnachten zu sehen und als Schutzheiliger der Kinder. Im Mittelalter war er auch der Schutzheilige der Seefahrer. Im Jahr 1652 wurde die Stadt von Belagerern befreit und kommt in die Hände der Truppen Cromwells. Die historischen Denkmale der Kirche wurden zerstört In dieser Zeit soll das Gebäude auch als Pferdestall genutzt worden sein. Es ist heute eine Anglikanische Kirche mit einer aktiven Gemeinde. Genutzt wird sie auch von Rumänisch- und Russisch – Orthodoxen – Gemeinden.

 

Altar Grab

 

Es ist im „Flammen – Stil“, und liegt etwas weiter im Schiff, aus dem 15. / 16. Jahrhundert. Eine Figur des Christus mit den fünf Wunden, das Gesicht wurde abgeschlagen, ist ein weiteres Merkmal der Kirche.

 

Altarraum

 

Der älteste Teil der Kirche, verbindet hier eine frühere Kirche miteinander, zu erkennen am äußeren Mauerwerk. Die Buntglasfenster im Altarraum sind Denkmäler für die Mitglieder der Familien Persse und Fleetwood – Berry. Ost- und Westfenster stammen aus Deutschland.

 

Banner

 

Zu beiden Seiten des Eingangs der Kapelle des heiligen Sakraments hängen Banner. Es sind Kampfstandarten der Connaught Rangers, gegründet 1793, mitgeführt während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel.

 

Berufssteine

 

Auf dem Boden des Nordganges sind Grabsteine. Einige von Ihnen zeigen das Symbol des Berufstandes des Verstorbenen. Zum Zeitpunkt der Kirchenrenovierung fand man an der Stelle 300 – 400 Skelette im Massengrab.

 

Christus Kapelle

 

Es ist ein „Kreuzfahrer Grab“ aus dem 13. bzw. frühen 14. Jahrhundert. Eines der ältesten Gräber, eventuell entstammt sie einer älteren Kapelle der Tempelritte. Diese wurde 1324 zerstört. Eine Inschrift ist auf normannischen Französisch mit einem kunstvollen Kreuz. Ein ungewöhnliches Merkmal ist auch das kreisrunde Oculus Fenster.

 

Dekorative Reliefs

 

An der Außenseite einiger Fenster sind dekorative Reliefs, z. B. Drachen, Seejungfrauen, Löwen und Jakob mit seiner Leiter.

 

Engel

 

Die Reliefs am Treffpunkt von Südschiff und Südgang liegen innerhalb der Bögen. Eins davon ist ein Engel, der einzige, der in der Kirche noch einen Kopf hat.

 

Fenster der Verklärung

 

Ein Beispiel von irischem Buntglas.

 

Fenster Grabmal

 

Auf ihm sind die Figuren zweier Engel zusehen und das Wappen der Familie Lynch. Die Truppen Cromwells haben angeblich im Jahr 1652 die Gesichter zerstört. Spuren der ursprünglichen Farben und viele Gravuren blieben in der Kirche.

 

Gesellensäule

 

Sie ist im Südosten des Mittelschiffes und unterscheidet sich von den anderen in ihrer Ausführung. Der Name kommt vom Brauch, dass ein Geselle ein Meisterstück machen muss, bevor er freier Handwerker wird. Die dritte Säule trägt möglicherweise ein Steinmetzzeichen im Form einer Lilie.

 

James Lynch

 

Es gibt im Schiff Überreste des Grabes von James Lynch, erster Bürgermeister von Galway.

 

Kanzel

 

Sie ist ein Denkmal für Dekan James Daly, er war der letzte Vorsteher von St. Nicholas. Das Relief einer Mantikore ist darüber zu sehen. Ein verknoteter Schwanz zeigt die Niederlage des Bösen, verkörpert von der Figur.

 

Kapelle des Heiligen Sakraments

 

Der Eingang ist ein steinernes Lesepult. Entnommen dem Refektorium des Kollegiathauses in der Nähe des Westendes der Kirche. Dieses wurde 1836 abgerissen. Während der Mahlzeiten wurde da Lesepult von einem Mitglied der Gemeinschaft genutzt. Es wurden Abschnitte der Heiligen Schrift gelesen. Die Piscina wurde zum waschen heiliger Gefäße genutzt. Sie wurde gefertigt aus einem Grabstein und befindet sich nahe dem Altar. Ein gravierter Stein aus dem 15. / 16. Jahrhundert ist in der Wand über der Tür eingesetzt. Der Name kommt von einem mittelalterlichen Brauch, das Sakrament in einer Seitenkapelle aufzubewahren.

 

Kreuzgewölbe

 

In dem Raum darüber ist ein Glockenspiel mit zehn Glocken. Hergestellt zwischen 1590 und 1898. Neu gegossen in den 1930ern, mit Hebeln versehen statt Seile. Dadurch wird das Glockenspiel von nur noch eine Person bedient.

 

Norman and Beard Orgel

 

Sie befindet sich in der ehemaligen Kapelle des Heiligen Patrick. Ein Teil der Pfeifen der früheren Walker Orgel von 1845. Im frühen 19. Jahrhundert wurde der Gottesdienst von zwei Harfenistinnen begleitet. Weitere Orgeln befanden sich im Südschiff, auf dem Grab von James Lynch und eine noch ältere auf einer Empore darüber.

 

Pseudo keltisches Kreuz

 

Es steht nahe der Nordwand. Es ist ein Denkmal für die gefallenen Gemeindemitglieder des ersten Weltkrieges.

 

Südportal

 

Es ist heute der Eingang, aus dem 15. Jahrhundert, die Tür stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das Fries schließt einen menschlichen Kopf ein, zwischen den Gravierungen versteckt. Über dem Portal ist ein kleiner Raum, früher für Versammlungen der Stadtbehörde genutzt, diente er später als Wohnung des Küsters.

 

Südschiff

 

Erweitert wurde es während des 16. Jahrhunderts von der Familie Lynch. In der Wand befindet sich ein langer Grabstein aus dem 16. Jahrhundert, mit einem keltischen Knotenmuster.

 

Schola Cantorum

 

Auch Gesangsschule von St. Nicholas genannt, ist in diesem Chorraum beheimatet. Es befindet sich im Nordschiff, einem Teil der Kirche, welcher mit der Familie French in Verbindung gebracht wird. Neben dem Türbogen ist eine Konsole, darauf ein Relief aus dem 16. Jahrhundert. Dargestellt wird ein Mann mit zwei Büscheln Weintrauben in den Händen.

 

Schuster Grab

 

In der Wand ist ein Beispiel eines Flechtbandkreuzes aus dem 16. Jahrhundert Die Steinplatte gedenkt einem Schuhmacher und seiner Frau.

 

Taufbecken

 

Aus dem späten 16. Oder frühen 17. Jahrhundert zeigt es eine schöne Steinmetzarbeit. Auf zwei Seiten sieht man ein ähnliches Design, wie die Fenster der Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Eine Seite trägt Gravuren dreier Lilien, eine Triskele und eines Hundes. Das Becken wird noch immer genutzt.

 

Wasserspeier

 

Diese sind hoch über dem Eingang der Kirche, in Form von Tieren.

 

Weihwasserbecken

 

Freistehend ist es ein ungewöhnliches Merkmal der Kirche. Entstanden im 15. Oder frühen 16. Jahrhundert ist es sehr selten. Eigentlich wurden sie in die Kirchenwand eingebaut. Auf dem Sims über der Kirchentür ist ein Relief zu sehen. Daneben ist eine Tür zur Gesangsschule, diese führt eigentlich zum Glockenturm. Die Tür ist mit geschnittenen Steinen verziert, wie in der Seitenkapelle, während der Rekonstruktionsarbeiten der 1950er Jahre eingefügt. Ein Banner zeigt das Wappen der vierzehn „Stämme von Galway“, diese haben die Kirche lange unterstützt.

Erfahrungsbericht

 

Von außen fällt die Kirche gleich auf, alleine durch den eckigen Turm mit einer Art Krone drauf. Über eine kleine Gasse kommt man zum Eingang. Von innen ist sie klein, unscheinbar, komplett anders, als all die Kirchen, die ich vorher in Irland gesehen habe. Auffällig ist das keltische Kreuz im Eingangsbereich. Sehr groß und schneeweiß. Auch der Altarraum ist sehr schlicht gestaltet, dagegen die Fensterbilder umso bunter. Sie erzählen alle ihre eigene Geschichte.