Thomaskirche

Bau und Baugeschichte

 

Ausgangspunkt ist die Stiftung von Markgraf Dietrich 1212 wo der Augustiner – Chorherrenstift entstand. 1355 wurde die Kirche gotisch umgebaut. Ende des 15. Jahrhunderts kam Leipzig durch Silberfunde im Erzgebirge zu Wohlstand und ließ in den 40er Jahren die Kirchen erweitern. 1482 wurde das Schiff abgebrochen und als gotische Hallenkirche neu erbaut, 1496 wurde sie geweiht. Der Turm erhielt 1702 seine endgültige Gestalt. Die Ausstattung der Kirche wurde immer wieder dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst. Der schwerste Eingriff war in den Jahren 1884 – 1889, als die gesamte Ausstattung der Barockzeit entfernt wurde. Danach zeigte sich das Innere im neugotischen Stil, aus dieser Zeit ist auch das aufgesetzte Hauptportal an der Westfront. Eine Renovierung 1961 – 1964 verstärkte die Wirkung als spätgotische Hallenkirche. Ab 1990 wurde die Kirche umfassend restauriert und Instand gesetzt. Abgeschlossen wurden die Arbeiten im Jahre 2000 mit der neuen Bach Orgel.

 

Kunstwerke

Der Taufstein aus Alabaster stammt aus den Jahren 1614 – 1615. Der Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert stand ursprünglich in der gesprengten Paulinerkirche. Im Chorraum sind Bilder sämtlicher Leipziger Stadtsuperintendenten, dass älteste Porträt ist aus 1614. Die sterblichen Reste von Johann Sebastian Bach liegen seit 1950 unter einer bronzenen Grabplatte in der Kirche. Am Triumphbogen ist ein Kruzifix mit Jesus, welcher Echthaar trägt und eine Krone aus echtem Christusdorn. Gegenüber der Kanzel gibt es ein Kruzifix, das noch aus der Bachzeit erhalten blieb. Nach 1889 wurden die bunten Fenster im Chorraum und an der Südseite eingesetzt.

 

Orgeln und Instrumente

Aus der Bachzeit gibt es keine Orgeln mehr. Die Orgel auf der Chorempore im Westen ist von 1889, eigentlich hatte das Instrument 63 klingende Stimmen, ab 1908 wurden es 88. Die neue Bach Orgel entstand im Jahr 2000 auf der Nordempore. Aus der Bachzeit sind noch Instrumente in der Südsakristei ausgestellt.

 

Thomanerchor

Das erste Mal wurde der Thomanerchor 1254 erwähnt. Angenommen wird, dass der Chor genauso alt ist wie das Thomaskloster. Zur Zeit Bachs bestand er aus 54 Sängern, heute sind es ca. 100 Kinder und Jugendliche. Besonders gepflegt werden die Werke Bachs, jährlich gibt es das Weihnachtsoratorium und im Wechsel die Matthäus- oder Johannespassion. Bach unterrichtete den Chor in der Kirche von 1723 bis zu seinem Tode.