Wassermühle Haarmühle

Im Güteverzeichnis des Grafen Heinrich von Dalen wird 1188 ein Hof Harmolle in Haaksbergen aufgeführt. Es waren zwei Höfe: einmal Harmolle in Haaksbergen und har in Alstätte. Als Beweis gilt eine Beschreibung im Markenbuch von Buurse über eine Grenzübereinkunft (1. September 1696). Dort ist auch die Rede von einem Graben zwischen den beiden Höfen. In der zeit zwischen 1331 und 1350 entstand eine Mühle an der Aa. Für 150 Goldschilde verpfändete der Bischof von Utrecht das Gut de Har an den Grafen Heinrich von Solms zu Ottenstein. 1408 wird die Burg Ottenstein zerstört und die Herren von Solms durch den Bischof von Münster, Otto von Hoya, vertrieben. Das gut de har geht über in fürstbischöfliches Eigentum. Am 26. November 1619 wurde die jetzige Mühle erbaut, erkennbar an der Inschrift im Eichenbalken oberhalb der Tür unter dem Wappen des Fürstbischof von Münster. Sie wird 1721 renoviert. 1776 pachtet Heinrich Wülfing mit seiner Ehefrau Maria Catharina Rölfing das Gut Haarmann (de Har) und die Wassermühle. In der Urkunde wird gekennzeichnet, dass die nächsten drei Generationen die Gebäude pachten. 1803 wird der Fürst Salm – Salm zu Anholt als Eigentümer des Gut Haarmann genannt. Dies geschah infolge des Reichsdeputationshauptschlusses, als Entschädigung der deutschen Fürsten. 1852 wurde die Haarmühle als Kornwassermühle erwähnt in einer Gewerbesteuer – Rolle des Amtes Ottenstein. Von der Aa getrieben, mit 2 unterschlägigen und einem oberschlägigen Rad, jedes mit einem Mahlgang. Wechselweise werden sie in Betrieb gesetzt, letzeres rad mit den beiden ersten. Da es der Mühle häufig an Wasser fehlt, können die unterschlägigen Räder von Johannis bis Michaeli und von Mai bis November nicht in Betrieb genommen werden. Die Ölmühle wird wie folgt beschrieben. Eine Wassermühle an dem Stauwerk mit einem unterschlägigen Rad und 2 Pressen. Diese Mühle kann nur das halbe Jahr in Betrieb genommen werden, weil das Wasser fehlte, da das Wasser benutzt wird das zum Treiben der Kornmühle nicht benötigt wird. Betreiber ist der Müller Johann Haarmann. 1905 übernimmt Josef Clemens August Brüggemann aus Brunnen das Gut Haarmann mit Wassermühle als Pächter vom Fürsten Salm – Salm. 1930 wird dort von ihm ein Restaurant eröffnet. 1982 wird die Haarmühle an die Stadt Ahaus verkauft für 5000 DM. Das Stauwerk wurde 1984 erneuert, eine Fischbauchklappe eingebaut und das Fundament des Mühlengebäudes gesichert. Über die Aa wurde eine neue Brücke gebaut. Zwei der drei Mahlwerke wurden von einem holländischen Mühlenbauer restauriert. Die Ersatzstücke wurden per Hand, aus einer besonderen Buchenart, gefertigt. Die Mühle ist jetzt voll funktionsfähig. Im Dachgeschoss ist ein Laufsteg, von dem aus kann man die imponierende Holzantriebstechnik der zwei Mahlgänge bewundern.