Winneburg

Die Ruine der Burg erreicht man über die Moseluferstraße B49. In Cochem Richtung A48 fährt man vor dem Hotel Winneburg fährt man links auf dem Parkplatz. Ein Waldweg, 1,7 km lang, führt zum spitzen Felskegel. Vermutlich wurde um 1250 der Bau begonnen von Ritter Cuno von Winesberg. Von seinen Sohn Conrad wurde es weitergeführt und unter Wirich von Wunnenberg um 1300 beendet. 1304 urkundlich erwähnt als „Castrum de Wunnenberch“. 1330 heiratete Wirichs Sohn Cuno I. die Tochter Lysa, Alleinerbin von Gerlach von Braunshorn von Beilstein. Cuno I. stiftete die Burgkapelle, sie erhielt 1333 mehrere Ablässe von Bischöfen in Avignon. Als es das Geschlecht der Brunshorner nicht mehr gab fiel 1362 die Herrschaft über Beilstein an die Söhne von Cuno I. Gerlach blieb auf der Winneburg und Cuno II. verlegte sein Wohnsitz 1368 zur Burg Beilstein. Johann I., Sohn von Gerlach, wurde 1395 Herr über beide Burgen. Zur Erweiterung der Winneburg bekam er Geld, in dem er 1420 Erzbischof von Trier und Kurfürsten Otto einen Lehensrevers unterschrieb. Urkunden vom 4. Dezember 1457 und 7. März 1471 (Staatliches Zentralarchiv Prag) besagen, wardass die Winneburg im alleinigen Besitz Kurtriers war. Die Herren von Winneburg – Beilstein hatten es als Lehen. Durch Vertragsbruch von Cuno III. gegen Kurtrier kam es zur „Beilsteiner Fehde“, Burg Beilstein und Winneburg wurden belagert. Der Streit wurde 1488 beigelegt, Cuno III. verlor seine Lehen, entzogen von dem Trierer Kurfürst Johann II. von Baden. 1503 bekam er Winneburg wieder als Lehen vom Kurfürsten Jakob II. von Baden laut „Die Kunstdenkmäler von Rheinland – Pfalz III.“. Seine Blütezeit erlebte das Geschlecht mit Philipp. 1534 übernahm er die Herrschaft von Winneburg und Burg Beilstein. Zu seiner Zeit wurden beide Burgen vorübergehend zu kölnische Lehen. Nach ihm folgte Philipp II., sein Sohn, führte die Lehren Luthers auf seinem Besitz ein. 1638 wurde die Burg von den Freiherren Gebrüder Philipp Emmerich, Wilhelm und Lothar von Metternich belehnt. Das Lehen ging 1651an Philipp Franz Freiherr von Soetern, bis die Burg 1652 ganz in seinem Besitz kam. Die Winneburg wurde am 16. Mai 1689 von Ludwigs XIV. Truppen gesprengt. Die Ruine wurde 1806 französisches Nationalgut versteigert. 1816 kam sie in preußischen Besitz. Dir Ruine wurde 1832 von den österreichischen Fürst Clemens Wenzeslaus Lothar von Metternich – Winneburg zurück gekauft, er ließ sein Wappen anbringen. Heute ist Winneburg Eigentum der Stadt Cochem. Der mächtige Halsgraben wird von einer 26 Meter langen Brücke überspannt, sie ist gleichzeitig der Zugang zur Burg. 20 Meter weiter geht der Weg nach Süden, hier war das ehemalige Außentor. Nach einigen Metern wird der Weg enger, rechts steht ein behauener Felsen, dort war das Außentor der älteren Burganlage. Die fast geradlinige Ringmauer, 1,20 – 1,50 Meter dick, auf der Westseite hat zwei hervortretende Schalentürme. Der Aufgang am Südende der Mauer wendet sich nach Osten hin zur Hochburg. Eine Rundbogen – Türöffnung, 3,20 Meter hoch, ist als Eingang gedacht zu einer 8 Meter langen, gewölbten Vorhalle. In den inneren Burghof kommt man durch eine weitere Toröffnung. In einem Gebäude auf der rechten Seite vermutet man die Kapelle. Das Gebäude hat eine Segment – Türöffnung, dahinter ist ein ehemaliger Wohnbau. Ein runder Treppenturm, 8,60 Meter hoch, steht im Mauerschnittpunkt. An der Südostseite steht das nächste Gebäude, ein rechteckiger Wächterbau. Die Mauerreste nach Norden runter gehören zu Wohnungen des Dienstpersonals und Stallungen. Der Abschluss des Komplexes ist ein vormals beheizter Wohnbau mit deutlich erkennbarem Kamineinschnitt. Eine 80 Meter breite Wendeltreppe führt zum gewölbten Keller des ehemaligen Burgvogts. Sie liegt zwischen dem 9,40 Meter hohen Westgiebel und dem 19 Meter hohen, runden Bergfried. Einige Stufen führen vom Burgbrunnen hinauf zum oberen Vorplatz. Von dort gelangt man in den Fels gebauten Palas mit Segmentbogen – Fensteröffnungen in der Südseite. Die Grundfläche beträgt etwa 19,5 x 10,5 Meter. Ein 90 cm breiter Treppenaufgang, in der Palas – Nordostecke, führte in das nicht mehr vorhandene ober Geschoß.