Bernburg

Bernburg und Umgebung

 

Die Region ist im Herzen Sachsen-Anhalts, zwischen den drei Städten Magdeburg, Halle und Dessau, an der Grenze des Harz. Bis 1863 bestand das Herzogtum Anhalt-Bernburg, damals noch mit den teilen Aschersleben-Straßfurt und Quedlinburg. Die Schlösser Hoym, Ballenstedt und Harzgerode stammen noch aus dem anhaltinischen Herrschergeschlecht. Wichtigster Vertreter des Geschlechts war Albrecht der Bär, seine Mutter Eilika hatte ihren Witwensitz auf Burg Bernburg. Er wurde ab 1150 erster Markgraf, einige zeitzeugen sind die St. Stephanie Kirche in Waldau und die Schlosskirche Nienburg. Neben der Geschichte wird die Region auch von der Landschaft geprägt. Besonders schön sind das harzvorland und die Saaleauae, das untere Saaletal war schon früh besiedelt. Intakte Biotope laden zu Erkundungen ein. Die Nutzung der Saale führte zu einem rasanten industriellen Aufschwung. Im Jahr 1881 begann das Industriezeitalter mit dem Abbau von Kalkstein, Braunkohle und Steinsalz zur Produktion von Soda. Seit dem 1. Juli 2007 ist Bernburg Kreisstadt.

 

4 Säulen der Brückenwache

 

Im 19. Jahrhundert stützten vier schmucklose Säulen die Vorhalle der Brückenwache auf der linken Marktseite vor der saalebrücke. Die Säulen wurden 2003 abgetragen und eingelagert. 1934 musste die alte Brückenzollwache einer Stahlbetonbrücke weichen, als diese fertig gestellt war wurden am 14. April 1935 die Säulen an gleicher Stelle aufgestellt. Eine steinerne Tafel berichtet in diesem Zusammenhang von der Geschichte der Saalebrücke an der Stelle. Die erste Saalebrücke wurde 1239 urkundlich erwähnt. 1408 wurde sie zerstört durch Flut und Eisgang, 1436 wurde eine aus Stein gebaut. Diese wurde durch Eisgang zerstört und sofort wieder aufgebaut. 1608 wurde die Brücke durch Hochwasser zerstört und behelfsmäßig wieder Instand gesetzt. 1615 neu gebaut, 1618 – 1648 wurde sie mehrmals im 30 jährigen Krieg zerstört. 1706 – 1708 wurde eine steinerne Vierpfeilerbrücke mit Portal erbaut. Zwei Pfeiler wurden bei der Hochflut 1709 weggerissen und wurden durch einen Pfeiler ersetzt, dieser stürzt 1799 ein. Fürst Alexius lässt ein hölzernes Hängewerk in der Lücke bauen. 1984 entsteht ein Neubau aus Eisen mit 11 Strompfeiler. 1934 entsteht eine Eisenbetonspannbrücke ohne Zwischenunterstützung.

 

Aderstedter Kirche St. Pauli

 

Aus dem Jahr 1861 stammt die heutige Ansicht des Gebäudes, sie wurde auf den Resten der Fundamente eines romanischen Vorgängerbaus errichtet. Bereits seit 1087 wurden dort Gottesdienste gefeiert. Zwei 36 Meter hohe Flankentürme mit Spitzdach befinden sich zwischen dem alten romanischen Turm mit Satteldach und dem neueren Kirchenschiff. Der frühere Turm wirkt dadurch wie ein zweites hohes Schiff. Die neuen schlanken Türme wurden am 31. Oktober 1861 geweiht, erbaut wurden die Türme auf Wunsch von Herzogin Friederike von Anhalt – Bernburg. An den romanischen Portalen befinden sich bemerkenswerte Schmuckelemente aus dem 12. Jahrhundert. Sie stehen für Schutz und Beschwörung. Das Mosaikbild stammt aus dem 19. Jahrhundert.

 

Alte fürstliche Kanzlei

 

Im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts im Renaissance – Stil erbaut, 1749 im barocken Stil überformt. Bis 1746 war das Gebäude Sitz der fürstlichen Landesverwaltung Anhalt – Bernburg. Ein langgestreckter Bruchsteinbau in der Talstadt, steht heute leer, ist aber bautechnisch gesichert.

 

Baalberger & Bernburger Kultur

 

Frühestes Siedlungsgebiet ist Baalberge und sein Umland mit Bodendenkmäler und archäologischen Funden, welche den Namen „Baalberger Kultur“ tragen. Es ist eine jungneolithische Frühkultur, auf einer Tafel „Alte Ziegelei“ wird die Geschichte der Ziegelherstellung im Zusammenhang mit der „Baalberger Kultur“ erklärt. Es gab eine Untersuchung „Stockhof“ bei Gröna, der „Schneidberg“ von Baalberge wurde 1901 geöffnet, drei Jahre später der „Pohlsberg“ bei Latdorf. Die Funde sind zu sehen im Museum von Schloss Bernburg. Die Bernburger Sammlung umfasst ca. 3000 steinzeitliche Artefakte.

 

Bahnhof

 

Seit 1846 ist die Stadt mit der Eisenbahn zu erreichen, bis dahin hatte die Stadt einen Sackbahnhof. 1865 wurde eine zweite Strecke eröffnet. Der neue Bahnhof steht seit 1866 an heutiger Stelle. Er blieb im Wesentlichen unverändert. Bestehend aus Keller-, Erd-, Ober- und Dachgeschoss. Neben dem Bahnhof gibt es weitere Haltestellen in Bernburg. Der alte Bahnhof, erbaut an einer anderen Stelle, bestand aus Verwaltungsgebäude, Bahnsteig und Bahnhofshotel. Der heutige Bahnhof hat sich in den letzten Jahrzehnten in seiner Nutzung stark verändert.

 

Bankhaus Levi Calm & Söhne

 

Im Stil des Historismus erbaute die Familie 1905 auf den Grundstücken Nienburger Str. 19 und 20 ein Bankgeschäft und Wohnhaus. 1920 – 21 wurde dort eine Filiale der Landesbank Anhalt – Dessau eingerichtet. Eine Entbindungsstation wurde am 25.9.1948 dort eingeweiht, im Hinterhaus gab es bis zum 4.6.1972 eine Schwangeren- und Mütterberatungsstelle. Nach einem Umbau 1973 – 74 wurde es zu einer Kinderkrippe im Auftrag des Rates der Stadt Bernburg. Die Krippe wurde am 1.9.1993 geschlossen. 1994 kam der Verein Rückenwind e. V. ins Gebäude. Der letzte Um- und Rückbau fand 2002 – 2004 statt.

 

Bernburger Bären

 

Der Bernburger Leutnant Steinkopf besuchte einen alten Freund in Russland. Zum Abschluss bekam Steinkopf einen von Hand aufgezogenen Bären geschenkt. Steinkopf verschenkte den halbwüchsigen Bären an den Landrat Bunge, für dessen Kinder. Der Bär wurde zur Plage und gefährlich, mit zunehmender Größe, da er nicht abgerichtet war. Am 24. Juli 1859 bot der Landrat den Bären seinen Hoheiten an. Im alten Burggraben des Schlosses ließ Herzogin Friederike einen kleinen Zwinger mit Teich bauen. Kosten für Fütterung und Pflege übernahm die Staatskasse. Der erste Bär starb 1888, 1890 wurde der Zwinger repariert. Erbprinz Friedrich II. von Anhalt – Dessau wurde gebeten zwei Jungbären zu beschaffen. Die Förster in Dessau kamen der Bitte nach. Zwei bärenjungen aus Russland kamen am 16. Februar 1891 nach Bernburg. Erbprinzessin Elisabeth übergab der Stadt 1891 ein Bärenpärchen, ein zweiter kleiner Zwinger wurde gebaut für die Jungtiere. Während des Schlossbrandes wurden die ersten Bären geboren. 1925 wurde der große Auslauf gebaut, da der alte Zwinger zu klein war und die Tiere erkrankten. Die Bärin wurde 29 Jahre alt, der kranke Bär mit 22 Jahren getötet. Ein neues Gehege wurde am 22. März 1997 fertig und am 1. Sachsen – Anhalt – Tag in Bernburg vorgestellt. Abríss und Neubau eines artgerechten Bärengeheges wurde an alter Stelle von 1992 bis März 1997 fertiggestellt. Es wurden die Braunbären Bonni und Benyi dort untergebracht.

 

Bergstadt

 

Im Jahr 1326 wurde dort eine lockere Ansiedlung erwähnt, 1457 in einer fürstlichen Urkunde ein Bürgermeister und Vorsteher, somit muss einige Zeit vorher die Bergstadt Stadtrechte erhalten haben.

 

Ehemaliges herzogliches Regierungsgebäude / Bibliothek

 

Ein neues Regierungsgebäude im barocken Stil errichtete 1746 Fürst Viktor Friedrich von Anhalt – Bernburg. Ein Archiv und eine große Bücherei fanden dort auch Platz. 1849 zog das fürstliche Stadt- und Landgericht ein. Das eigenständige Land  Anhalt – Bernburg existierte bis 1863. Danach war die Post im Gebäude, seit 1885 ist es in Privatbesitz.

 

Eulenspiegel Trinkbrunnenfigur

 

Zwischen der Fußgängerbrücke und dem Karlsplatz, die Wilhelmstraße hinauf, ist ein nackter Till auf einer Säule zu sehen. Die Kleider hängen herunter und er unterscheidet sich nicht von anderen Menschen. Er wurde am 31. März 2000 enthüllt, es ist eine Bronzeplastik, der Auftrag wurde zur DDR Zeit vom Rat der Stadt vergeben.

 

Gletschergarten aus der Saaleeiszeit

 

Es ist ein Naturbodendenkmal, welches aus der letzten Saalekaltzeit stammt. Vor ca. 210000 Jahren wurde die untere Saale bei Bernburg eisfrei. Am Ende der Warmzeit schmolzen die Gletscher, der felsige Untergrund formte sich als das Eis wich. Auf dem plangeschliffenen Felsen sind heute noch Kratzspuren sichtbar.

 

Gotisches Haus

 

Es steht neben dem Chor der Marienkirche, um 1500 erbaut und beherbergte die Lateinschule von der Gemeinde St. Marien.

 

Grüne Apotheke

 

Die alte Apotheke brannte aus, der Apotheker Ludwig Bernhard Schulze ließ 1775 ein repräsentatives Bürgerhaus im Spätbarocken Stil errichten, die Grüne Apotheke. Friedrich Albert Karl Gren, bekannt durch seine wissenschaftliche Pharmazie, arbeitete hier als Lehrling. Die Stadt besitzt auch eine Blaue und Rote Apotheke.

 

Hasenturm / Füllenturm

 

Schon mit der Stadtgründung stand hier ein Torturm, als Bestandteil der Stadtmauer und der nordöstlichen Stadtgrenze. Füllenturm wegen dem Pferdeaustrieb auf Wiesen, durch ein Roßhirten, vor der Stadtmauer. Der heutige Rundturm wurde nach dem Hochwasser 1408 errichtet. Durch eine ehemalige Wetterfahne, in Form eines laufenden Hasen, entstand der Name Hasenturm.

 

Jüdischer Friedhof

 

Aus dem Jahr 1454 stammt der erste Nachweis jüdischer Einwohner in Bernburg. 1758 wird die Gründung des jüdischen Beerdigungsvereins erwähnt. 1826 wurde ein neuer jüdischer Friedhof angelegt, der Vorgänger war außerhalb der Stadtmauer. Die leere, aber gut erhaltene Trauerhalle, sowie die vielen Grabsteine auf dem Rößeberg erinnern an die lange Geschichte.

 

Karlskaserne

 

1858 – 60 wurde die Kaserne unter Herzog Alexander Karl von Anhalt – Bernburg errichtet. Das Gebäude wurde im Neotudorstil errichtet, nach dem englischen Burgenstil der Tudors aus dem 16. Jahrhundert. Die Garnisonszeit endete mit der Weimarer Republik. Die Stadt erwarb das leere Gebäude und es wurde 1920 – 21 zum neuen Rathaus umgebaut. Landkreis und Stadt tauschten die Gebäude am 7. August 1959.

 

Karlsplatz

 

Der Karlsplatz liegt am Boulevard mitten im Stadtzentrum, erbaut zwischen 1840 – 1850. Die Karlskaserne wurde 1859 – 1860 erbaut. Die Stadt erwirbt 1889 den Exerzierplatz, 1919 auch die Karlskaserne. Die Kaserne wird 1921 umgebaut zum großen Rathaus. Unter dem Platz befindet sich heute eine Tiefgarage. Auf dem Platz finden Märkte und Veranstaltungen statt. Die Sonnenuhr von 1961 steht in der dazugehörigen Grünanlage. Anlässlich des Geburtstages der DDR im Oktober 1978 wurde eine Weltzeituhr in Betrieb genommen.

 

Kavaliershäuser

 

Barocke Wohnhäuser für höhergestellte Hofbeamte. In der Theaterstraße 9 wohnte Johann August Philipp Bunge. Sohn von Dienstleuten am Bernburger Hof. Er sorgte dafür, dass die Stadtentwicklung von Bernburg geordnet zuging. Eine Reihe von Profanbauten und Sakralbauten entstanden durch ihn. In der Leipziger Straße wurde 1724 ein weiteres Kavaliershaus errichtet, die Fassade ist mit Kolossal – Pilastern gegliedert. Ein barockes Treppenhaus befindet sich im Innern mit schönen Geländepfosten. Von 1945 – 1966 lebte dort der Lehrer Franz Stieler, er war ein bedeutender Heimatforscher.

 

Kirche St. Bonifatius

 

Sie ist aus dem Jahr 1863 und in der Bergstadt. Der Innenraum wurde in den 50er Jahren umfangreich erneuert. Das Zentrum der katholischen Gemeinde Bernburg liegt auf dem Grundstück der Kirche.

 

Kirche St. Nikolai

 

Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut und gehörte damals zur Neustadt. Es ist eine unvollendete, frühgotische Kirche, nur der Südturm wurde fertiggestellt nicht der geplante Doppelturm. Die Nordseite ist schlicht und rustikal, die Hochwassermarkierungen sind sehr interessant.

 

Klassizistisches Wohnhaus

 

1863 in der Nienburger Straße 19 errichtet, ein bürgerlicher Repräsentationsbau mit frühbarocke Toranlage. Das Portal ist der Rest eines Sattelhofes von 1683. Er lag direkt am Nienburger Stadttor. Das Gebäude wurde von 1954 – 1990 als Schule genutzt, davor als Finanzamt des Kreises. Die heutige Nienburger Straße hieß vorher Reiche Straße. Den Namen hatte sie durch die vielen stattlichen Gehöfte an der Straße.

 

Marienkirche

 

Es ist eine gotische Kirche (1228), eventuell stiftete sie Markgraf Gero die Kirche, Chor und Hauptportal wurden 1460 bis 1500 gebaut. Es ist der bedeutendste sakrale Bau in Bernburg. Der Bau gilt als schönste und reichste Kirche der Spätgotik in Anhalt durch seine Feinarbeit beim Maßwerk der Fenster.

 

Martinskirche

 

Sie liegt im Stadtkern und wurde 1884 bis 1887 im neugotischen Stil erbaut. Im Altarraum sind Buntglasfenster, daraus abgebildet Martin Luther, Philipp Melanchthon und Christus als Weltherrscher. Dort fanden im Herbst 1989 die Friedensgebete statt.

 

Markt der Talstadt

 

Der Markt war bereits im 11./12. Jahrhundert Teil eines Altweges. Es ist eine alte Verkehrsroute. Sie führte über den Mäander an der Saale zur Grafenburg der Askanier. Mit der Breiten Straße, dem Markt (Talstadt), eine Saalebrücke (1239) und dem Kugelweg (Bergstadt) ist die Straßenführung noch heute vorhanden. Erst war es eine Heer- und später eine Handelsstraße. Es war das städtebauliche Rückgrat der Stadt. Am Markt 23 steht das „Älteste Haus“.1550 erbaut im Fachwerkstil eines hessischen Traufenhauses in der Breiten Straße 103. Es wurde 1979 abgerissen, 1982 wurde das Fachwerk am Markt ersetzt. Am Markt 17/18 steht das Altstädter Rathaus, 1384 wurde es das erste mal erwähnt, mehrmals aufgebaut und überformt. 1852 wurde es durch einen Neubau ersetzt und 1874/75 zuletzt umgebaut. Heute ist es ein Lehrgebäude der HSA. Am Markt 28 steht das herzogliche Regierungsgebäude mit Bibliothek.

 

Neugattersleben

 

Am Südrand der Magdeburger Börde leben rund eintausend Menschen. Die Bodeaue, der Auenlandschaftspark, der Schachtsee sowie Schlossanlage und Wassermühle laden zum Besuch ein. Zahlreiche Bodebrücken verlaufen entlang der alten Heerstraße. Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Kirchberg samt Gotteshaus und das Mausoleum der von Alvensleben. Kalksteinbrüche sind in unmittelbarer Umgebung.

 

Nienburg

 

Die Stadt blickt auf über 1050 Jahre Geschichte zurück. Sie wurde erstmalig 961 urkundlich erwähnt und liegt auf einer Anhöhe von Bode und Saale. Die Nienburger Klosterkirche prägt die östliche Stadtansicht. Sie war erst Kloster, gehörte dann zur Schlossanlage und ist eines der Hauptwerke mittelalterlicher Hochgotik. Die Kirche ist ein Besuch wert. Eine erste Stele wurde im Zuge der 1050 Jahrfeier auf dem Marktplatz aufgestellt. Weitere werden an besonderen Plätzen und Gebäuden folgen. In Nienburg gibt es ein Glockenspiel, zur Verfügung gestellt von Adolf Meyer welcher einen Teil seines Vermögens der Stadt stiftete. Das Glockenspielist auf dem Gebäude der Wohlfahrtsstiftung, nach der Sanierung wurde es im Juli 2006 eingeweiht.

 

Nienburger Torturm

 

Mit der Stadtgründung stand im Tal schon ein Torturm. Er war Bestandteil der Stadtmauer und der östlichen Stadtgrenze der Altstadt. Früher war es ein Hirtenturm mit Pforte für den Viehaustrieb bestimmt. Im 15. Jahrhundert wurde der Turm neu gebaut und heißt seitdem auch „Neues Tor“.

 

Orangerie des Schlosses

 

In seiner  beeindruckenden Fassadenausführung ist der einstige Zweigeschossige Prachtbau des Hochbarocks noch vorhanden. Das Gebäude markierte das Ende des französischen Garten. 1876 wurde sie teilweise abgerissen und Teile genutzt für andere Bebauungen.    

 

Papierfabrik der Gebrüder Lange

 

Gebaut im Jahr 1805 / 06 und in Betrieb genommen. Von Gottfried Hopfer übernommen und geleitet, trotz Krisen hat die Firma durchgängig produziert. Die Firma wurde 1879 von den Gebrüdern Lange übernommen. Sie wurde vergrößert und blühte neu auf. Zwei weitere Betriebe, eine Handpapiermühle und eine Glasurmühle wurden dazu erworben. Ein Wohnhaus entstand, die technischen Anlagen wurden verbessert und erweitert. Große Teile wurden in den 90er Jahren abgerissen. Die alten Gebäude stehen unter Denkmalschutz, in ihnen stehen Wasserturbinen zur Stromerzeugung.

 

Parforce – Haus

 

1728 ließ Fürst Viktor Friedrich von Anhalt – Bernburg an der Stelle des „Neuen Gasthaus“ (1781 erbaut) ein Jagdhaus mit Hundezwinger erbauen. Seit 1716 war dort ein Umschlagplatz für Steinkohle, diese wurde über dem Wasserweg zum preußischen Salzwerk nach Straßfurt gekarrt. Gebaut wurde wegen einer Schenkung von Jagdhunden für die Parforcejagd, von Dessauer Verwandten. Die Parforcejagd wurde in den Harz verlegt, ab 1752 wurde die Anlage zur Fasanerie. Das Gebäude wurde abgetragen und für einen Erweiterungsbau für ein Gasthaus verwendet. Heute ist es Denkmalgeschützt. Die Gaststätte und Parkhotel Parforce Haus wurde am 16. März 1995 eröffnet.

 

Rathaus

 

1895 entstand es im Stil des Historismus, Besonderheit ist das ältere Portal des Turms. An der Vorderfront ist eine Blumenuhr zu sehen aus dem Jahr 1938. Sie zeigt die Bernburger Zeit, Sternzeit, Mondbewegung, Kalendarium und die Zeit von 20 Weltstädten an. Das Meisterwerk schenkte Johann Ignaz Fuchs 1878 seiner Wahlheimatstadt Bernburg.

 

Reitbahn des Schlosses

 

Der Reit- und Marstall entstand 1756 und wurde 1824/25 vollendet. Er wurde von 1919  bis 1921 umgebaut, seit Beginn der 90er Jahre wird das Gebäude als Stadtverwaltung genutzt.

 

Saalemühle

 

Sie steht an der Bernburger Schleuse, ist ein technisches Denkmal, beherbergt heute ein Wasserkraftwerk. An der Brücke zur Saale Insel steht ein verwittertes Schild. Die Saalemühle ist das älteste Industrieunternehmen, schon als Anhaltische Hauptmühle um 1200 bestand sie dort vorher und war immer an der gleichen Stelle. Es gab einen Großbrand, das heutige Mühlengebäude wurde am 14. August 1911 errichtet. Bis 1946 existierte eine Mühlenaktionsgesellschaft, diese ging in Volkseigentum über. Das Mühlengebäude ist heute in Privatbesitz. Im Gebäude wird über Wasserturbinen elektrischer Strom erzeugt.

 

Sevitenkloster der Marienknechte (St. Johannis Hospital)

 

Im gotischen Stil wurde das Kloster 1300 vom Orden der marienknechte errichtet. 1308 wird es das erste mal urkundlich erwähnt. 1527 wurde es säkularisiert und 1535 mit dem „Hospital zum Heiligen Geist“ zusammen gelegt. Im 17. Jahrhundert wurde es in St. Johannis umbenannt, es ist auch der heutige Name der Stiftung. Die Kirche wurde im 30 jährigen Krieg zerstört, 1997 ging die Anlage als Lehrgebäude an die Hochschule Anhalt.

 

Solebad Kurhaus mit Kurpark

 

1902 wurde ein Kurhaus im Krumbholz errichtet. Durch das Salzvorkommen wollte die Saalestadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem Kur- und Heilbad erklärt werden. Ein bescheidener Kurpark wurde hinzugefügt. Das Gebäude präsentiert sich in der charakteristischen Übergangsarchitektur. Der Sol- und Moorbad – Kurbetrieb wurde zu Beginn der 50er Jahre eingestellt. Im Westflügel ist heute die Theater- und Veranstaltungs GmbH. Im Ostflügel die indigo – Innovationspark GmbH. Am 8. September 2006 wurde der neue Kurpark eingeweiht, er wird jetzt seinen Namen gerecht und ist sehenswert. Die Grünanlage wird von der Theater- und Veranstaltungs GmbH betrieben.

 

Schenktreppe / Altes Rathaus aus der Bergstadt

 

Im Jahre 1461 beurkundete Fürst Bernhard VI. von Anhalt „der Bürgerschaft der Stadt am Berge vor Bernburg ein großes Haus bei der Schenke zu einem gemeinsamen Rathaus zur ewigen zeit als Geschenk“. Eine Schankwirtschaft wurde bereits 1443 in dem Haus betrieben. Auf den Fundamenten eines mittelalterlichen Gebäudes wurde das Renaissancegebäude neu errichtet. 1570 wurde die Schenke überformt, mehrmals von Bränden zerstört und wieder errichtet. Im Jahr 1825 vereinigte sich die Talstadt mit der Bergstadt, zuvor war es das Rathaus der Bergstadt. Die Schenktreppe war vorher auch Rathaustreppe. Im 20. Jahrhundert nannte man das Gasthaus den „Alten Ratskeller“. Die Evangelische Freikirche kaufte das Gebäude 1950 und dient jetzt als Gemeindehaus.

 

Schlossanlage Biendorf

 

Das Gebäude wurde um 1720 von Busso von Hagen erbaut. Fürst Karl Georg Lebrecht von Anhalt – Köthen kaufte es 1759, bis 1763 wurde die Anlage von ihm erweitert um ein Torhaus und die Orangerie. Eine Schlosskapelle kam im rechten Schlossflügel 1779 – 85 hinzu für seine Gattin Charlotte Luise Friederike. Darüber war ein Speisesaal für die fürstliche Familie. Der Mittelrisalit erhielt 1784 einen Glockenturm, geweiht wurde die Schlosskirche 1789. Lebrecht ließ einen Barockgarten anlegen, bis 1813 wurde er zu einem Park im englischen Landschaftsstil verändert. Die Biendorfer Anlage ging 1918 in die Dessauer Stiftung über und war ab 1919 Privateigentum. Am 6. August des gleichen Jahres brannte das Schloss nieder. Nördlich wurde ein Herrenhaus gebaut. Wohnungen kamen im linken Flügel der Orangerie. 1926 kam der Besitz in eine Treuhandgesellschaft, 1935 wurde die Anlage vom NS – Staat gekauft und am 6. Mai 1936 eine Landfrauenschule eingerichtet. Nach 1945 waren in dem Gebäude unterschiedliche Einrichtungen. 2005 wurde die Anlage wieder privatisiert durch den Erwerb der Familie Van de Merwe wurde es zu einem Wellness & Freizeitresort.

 

Schloss Bernburg

 

Am östlichen Saaleufer erhebt es sich auf hohen Sandsteinfelsen. Das Residenz- und Wohnschloss der Fürsten/Herzöge von Anhalt – Bernburg ist vollständig erhalten gebelieben. Das Gebäude hat den Ruf das schönste und stolzeste Schloss in Anhalt zu sein. Am 29. Juni 961 wird eine „Brandanburg“ als erstes in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Otto I. erwähnt. Damals war sie eine askanische Rund- und Fliehburg, eine zweite Ernennrung findet 1138 statt, während Streitigkeiten zwischen Welfen und Staufen, als sie gebrandschatzt wurde. Zu dieser Zeit diente die „Berneborch“ Gräfin Eilika als Witwensitz. Wenige Jahre später wurde die Burg wieder errichtet. Im 16. Jahrhundert wurde sie umgebaut zu einem prächtigen Renaissanceschloss. Ein Bergfried aus dem 12. Jahrhundert erhebt sich dort mit dem Beinamen „Eulenspiegelturm“, da Till Eulenspiegel Turmwächter auf der Burg war. Die Prachtseite des Schlosses ist ein Langhaus, an dessen Südwestseite ist ein Eckerker. Die bedeutendsten Schlossteile sind die Ecktürme, auf ihnen sind die Reliefbildnisse der Fürsten. Mit 42 Metern Höhe und eine Mauerstärke von 3,60 Meter ist der Eulenspiegelturm das imposanteste Bauwerk und Wahrzeichen des Schlosses. Im Alten und Krummen Haus des Schlosses ist ein Heimat – Museum untergebracht. Die Anhaltische Mineraliensammlung findet man im Johann – Georgen – Bau. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts leben im Burggraben Generationen von Braunbären, der erste Bär war ein Geschenk des Landrats Bunge. Das Paar hat seit 1996 ein artgerechtes Gehege. Der ehemalige Zwinger der Burganlage ist am Ende der Schlossstraße, von dort aus genießt man einen herrlichen Panoramablick über das Saaletal, auf Restauenwälder und etwas entfernt auf das harzvorland. Den Brocken sieht man nur bei sehr gutem Wetter.

 

Schloss Brauerei

 

Alle Bürgerhäuser hatten das Recht zum Brauen. Der rat der Stadt verlieh die Braugerechtigkeit. Im 18. Jahrhundert, erste Hälfte, wurde das alte Recht von Fürst Victor Friederich abgeschafft. Er gründete eine fürstliche Brauerei in der langen Gasse. Er kaufte eine alte Hofanlage mit Brauhaus, erwarb die Braurechtsnamen der Bergstadt und Braugerechtigkeiten der Altstadt. Die heutige Brauerei wurde im Jahr 1802 neu errichtet unter Herzog Alexius Friedrich Christian. Die Brauerei war über 100 Jahre im Besitz der herzoglichen Familie, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verpachtet und 1855 verkauft). 1887 wurde Gerhard Liese neuer Brauereibesitzer und erhielt vom Herzog von Anhalt das Recht den Namen „Schlossbrauerei“ zu tragen. 1896 haben die schlechten Eisjahre die Brauerei ruiniert und hat 1899 Konkurs angemeldet.

 

Schlosskirche (St. Aegidien)

 

Erbaut auf den Grundsteinen einer romanischen Basilika (12. Jahrhundert), der Ursprung ist an der Apsis und dem Vierungsturm ablesbar. 1375 wurde sie das erste Mal benannt, verschieden Stile sind charakteristisch für die Kirche, es weist auf rege Bautätigkeit hin. Auf einem Umbau im Jahr 1762 geht der heute dominierende Barocke Stil zurück, bei einem Umbau 1880 ging er aber wieder verloren. Im Inneren ist eine große Orgel zu sehen. Als Schlosskirche erhielt sie große Bedeutung, seit 1625 ist im Chor mit Apsis eine zweigeschossige Gruftkapelle. Dort sind Mitglieder der Herzogsfamilie Anhalt – Bernburg in Renaissance- und Barocksärgen beigesetzt.

 

Schloss Plötzkau

 

Es steht auf der äußersten östlichen Spitze eines Felsvorsprungs, vor über 900 Jahren stand dort eine Burg. Welfen und Askanier haben um diese gekämpft. Das Schloss wurde 1566 bis 1573 im Renaissancestil umgebaut. Charakteristisch sind dafür die deutlich sichtbaren Giebel. Romanische und gotische Bauteile sind noch im Untergeschoss zu finden.

 

Stadtpark „Alte Bibel“

 

Es ist eine grüne Oase nahe dem Stadtkern, früher war dort ein Friedhof. In dem Park befindet sich auch die Schwimmhalle mit Sauna und Solarium. Die Friedhofskapelle (1743), ein barocker Rechteckbau mit Mansardendach, erinnert noch an den früheren Friedhof. Die Ruhestätte der Familie Ummendorf ist noch aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, das Grabmal gehört zu den bedeutendsten Gedenkmälern des Klassizismus.

 

St. Stephan

 

Unweit hinter der Saale, im Stadtteil Dröbel, steht die Kirche St. Stephan. Es ist die Pfarrkirche des Stadtteils, der Turm besitzt eine Haube. Das Schiff ist mit Rundbogenfenstern und Gesimsbändern versehen. Die Empore hat drei Geschosse, auf der unteren Ebene eine Orgel. Die Kirche wurde im barocken Stil erbaut, sie wird nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt.

 

St. Stephani (Dorfkirche)

 

Seit 1993 ist die Dorfkirche in Waldau eine Station an der Straße der Romanik in Sachsen – Anhalt. Es ist eine klassische Saalkirche, wurde 1180 errichtet und befindet sich in einem der ältesten Orte von Sachsen – Anhalt. 964 wurde in Waldau auf dem Stephanusberg ein Vorgängerbau errichtet. Ein einfaches Rechteck bildet den Grundriss der heutigen Kirche, es schließt sich ein rechteckiger Turm an. Dort gegenüber ist der Chor mit Apsis. 

 

Talstadt

 

Im 12. Und 13. Jahrhundert begann die Stadtgründung, die Besiedlung fand entlang eines alten Handelsweges statt. Erst urkundliche Erwähnung war 1205, im Zentrum die Marienkirche, 1240 wurde ein Rathaus erwähnt. Nördlich entstand Mitte des 13. Jahrhunderts eine weitere Gemeinde. Beide Gemeinden hatten eigene Verwaltungen und Schutzanlagen. Mit 1278 erhielten beide Gemeinden Stadtrechte die 1311 erneuert wurden. 1410 schlossen beide Städte ein Bündnis und wurden 1551 vereinigt.

 

Waldauer Flutbrücke

 

Es ist ein bedeutendes technisches Denkmal, bei Überflutung wird die Brücke für den Autoverkehr freigegeben. Es ist ein 6jochiger Bruchsteinbau mit großen Strompfeilern. 1644 als Holzbrücke gebaut wurde sie oft von Flut und Eisgang zerstört. Der heutige bau ist von 1787 und blieb im Wesentlichen unverändert. Es ist der alte Übergang zum Dorf Waldau. Zwei Wappensteine sind auf der Bernburger Seite eingefügt vom Neustädter Tor.

 

Wasserspiel „Stille Post“

 

Seit der Umgestaltung 1998 wurde die Poststraße mit einem Wasserspiel „Stille Post“ geschmückt. An der Brunnenanlage mit Wasserlauf sind 8 Skulpturen aufgestellt.

 

Wolfgangsstift

 

Es wurde 1480 als Kapelle im spätgotischen Stil errichtet, eine heilkräftige Quelle sprudelte an der Stelle. 1704 wurde das Stift zu einem öffentlichen Waisenhaus. Das Gebäude musste umfangreich umgebaut werden, das Haus wurde nur noch für caritative und soziale Zwecke genutzt. Die Flügelbauten wurden viel später errichtet.

 

Zornsche Hof

 

Es ist ein Traufenhaus mit Schweifgiebel. Der Ackerbürgerhof ist ein uraltes Gut. Bereits 1487 wird er als freier Hof der Neustadt genannt. Nach dem 30 jährigen Krieg erwarb Bürgermeister Joachim Doering das Gebäude und ließ es 1653 zum Wohnhaus erneuern.