Hachenburg

16.07.2015

 

Angekommen im Hotel „Zur Krone“ direkt am Alten Markt habe ich dieses erst erkundet und mein Zimmer bezogen. Das Hotel stammt noch aus dem 13. Jahrhundert und ist gut erhalten. Es steht unter Denkmalschutz und wurde früher als Brauerei genutzt. Heute ist die Brauerei eingestellt und es existiert im Ort eine große Brauerei mit mehr Technik.

Die Besichtigung der Stadt fing an mit dem Poppenturm, direkt hinter dem Hotel. Von dort ging es rüber zur katholischen Kirche. Diese ist auch von innen wunderschön. Weiter ging es die Wilhelmstraße runter, eine Fußgängerzone mit viele Fachwerkhäuser und alte Gebäude. Am Kreisverkehr ging es auf den Steinweg unweiter auf den Johann-August-Ring durch die Schwanenpassage zurück auf die Wilhelmstraße zum Alten Markt. Von dort aus ging es kurz in die Perlengasse, wo man das alte Rathaus betrachten kann und den Vogtshof mit dem Lesegarten. Zurück am alten Markt habe ich den Marktbrunnen betrachtet und die ganzen Fachwerkhäuser, welche auf dem Marktplatz stehen. Auf der einen Seite ist auch die evangelische Schlosskirche zu sehen, leider konnten wir nicht hinein, da die Tür verschlossen war. Direkt neben der Kirche ist eine Verbindung zum Schloss, die früher genutzt wurde von dem König und der Königin sowie deren Gäste. Somit liegt das Schloss direkt neben der Kirche, kann aber nicht besichtigt werden es ist heute ein Schulungsgebäude. Den Schlossberg weiter runter geht es in den oberen Burggarten, dort gibt es einige Monumente zu sehen. Durch dem Garten kommt man zum Landschaftsmuseum Westerwald. Von dort aus kommt man auch zum unteren Burggarten, wo an dem Abend ein Konzert stattfand.

Dies war meine kleine Exkursion durch eine schöne Stadt.

 

 

Geschichte

 

Entstanden ist die Stadt durch die Kreuzung zweier bedeutender Handelswege im Mittelalter. Die Ost-West-Richtung kreuzte mit der Nord-Süd-Richtung an dieser Stelle. 1200 erbaute Graf Heinrich III. von Sayn die Hachenburg zum Schutz für Händler und Reisende. Mittelpunkt einer Vogtei war seit 1222 der Marktplatz unterhalb der Burg. Zahlreiche Krämer, Kaufleute und Handwerker zogen durch die Stadt zum Wochenmarkt. Die Weber- und Färberstraße erinnern noch heute an die damals ansässigen Zünfte. Der Schutz der Burg machte die Wohnstätte begehrt, sowie auch die Nähe der Handelswege. Die Bewohner wurden vom Grafen gefördert und von Abgaben befreit.

 

Alter Markt / Löwenbrunnen

 

Der Marktplatz ist umgeben von prachtvoll restaurierten Fachwerkhäusern. Er steht unter Denkmalschutz, in den zahlreichen Geschäften kann man gut bummeln und den Restaurants die Beine baumeln lassen. Nach einem Brand von 1439 wurde der Alte Markt in der heutigen Größe und Form angelegt. Auf dem Marktbrunnen steht ein zweischwänziger Löwe. Der Brunnen ist ein Geschenk des Grafen Alexander von Hachenburg an die Stadt. Ein Teil des Löwen macht das saynische Wappen und Stadtwappen aus. Das Wappenschild ist in der linken Pranke des Löwen.

 

Altes Rathaus

 

Ursprünglich war das Gebäude (Vorgängergebäude) der Sitz des gräflich saynischen Bergrats. Das barocke Fachwerkgebäude wurde Ende des 17. Jahrhunderts gebaut, im Gewölbekeller ist eine kleine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte. Heute wird das Gebäude genutzt als Tourist Information, die Kulturzeit, das Stadtarchiv und den Sitz des Stadtbürgermeisters.

 

Beust’sches Haus

 

Ein spätmittelalterliches Gebäude, 1766 umgestaltet, wurde zeitweise bewohnt von der Dichterin Albertine von Grün. Sie beschäftigte sich auch mit Malerei, Mathematik und Fremdsprachen. Die Vorderseite weist eine frühklassizistische Fassade auf. Auf der anderen Seite ist das alte Fachwerk. Entstanden eventuell durch den Wiederaufbau nach dem Stadtbrand. Im Gewölbekeller ist noch ein alter Brunnen.

 

Burggarten mit Landschaftsmuseum

 

Der Garten ist in Sichtweite des Schlosses, früher nur für den Adel, heute für jeden ein Platz der Entspannung. Verschiedene kulturelle Veranstaltungen finden dort statt. Große Bäume und verträumte Wege, sowie kleinere Kunstwerke verschönern ihn. Im östlichen Teil ist das Landschaftsmuseum mit acht historischen Häusern. Typische Fachwerkhäuser berichten vom Alltag und den Traditionen der Bevölkerung.

 

Evangelische Schlosskirche

 

Die Katharinenkirche nimmt die Ostseite des Alten Marktes ein. Sie diente lange Jahre als Schlosskirche und ist heute noch über einen Gang mit dem Schloss verbunden. Der Unterbau des Kirchturms und der spätgotische Chor stammen aus dem 15. Jahrhundert und sind die ältesten Bauteile. 1770 wurde das Langhaus zu einem vornehmen klassizistischen Bau. Es ist eine typische protestantische Predigerkirche. Die bauart mit der zweigeschossigen Empore, sowie die Anordnung von Altar, Altarkanzel und Orgel übereinander weisen darauf hin. Die Kirche war Katharina von Alexandrien gewidmet, daher findet jedes Jahr im November der Katharinenmarkt statt. Vor dem Kirchenportal steht eine Denkmalgeschützte Linde.

 

Friedrichstraße

 

Die schönste Gasse der Stadt auch „Overgass“ genannt. Einige Künstler haben sich dort nieder gelassen, ein historisches Haus reiht sich dort ans nächste. Das älteste Fachwerkhaus steht in der Straße, etwas windschief, neben einer Gasse die bergab führt.

 

Haus Roetig und Uhr

 

Gegenüber der katholischen Kirche ist ein schmales, hohes Fachwerkhaus. Besitzer war der Uhrmacher Roetig. Eine frei schwingende Fenster – Pendeluhr ist der Blickfang des Gebäudes, sie gilt als die einzige auf der Welt.

 

Higham Ferres Platz

 

Der Platz weist auf die englische Partnerstadt hin, in der Nähe steht eine typische englische Telefonzelle. Heute ist sie eine Tauschbücherei.

 

Judengasse

 

Hier wohnten jahrhundertelang die jüdischen Mitbürger. Dort befinden sich viele Fachwerkhäuser, Alfons Adolph wurde in einem davon geboren. Er ist der Erfinder des Lichtdruckverfahrens und somit der heutigen Ansichtskarte.

 

Katholische Kirche

 

Bis ins 18. Jahrhundert gab es in Hachenburg keine eigene Pfarrkirche, über 500 Jahre mussten die Mitbürger ins benachbarte Dorf Altstadt in die Bartholomäuskirche. Die Katharinenkapelle wurde im 14. Jahrhundert auf dem Platz der heutigen evangelischen Kirche gebaut. Im Jahr 1734 änderte sich alles mit dem Bau der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt auf den Mauern einer Franziskaner Ordenskirche. Ein Mönch in brauner Kutte über dem Hauptportal erinnert an die Ordenskirche, dargestellt wird der Heilige Franz von Assisi. Heute wird meist die Turmtür als Eingang genutzt. 1907 und 1909 erfolgte ein Umbau der Kirche, auch der Glockenturm kam dazu.

 

Popppenturm

 

Es ist ein Rest der alten Stadtmauer vermutlich aus dem Jahr 1972.

 

Schloss Hachenburg

 

Es steht auf dem höchsten Punkt der Stadt in einer besonderen Lage. Von dem Schloss aus sieht man den Westerwald und das Siegerland bis zum Siebengebirge. Graf Heinrich III. von Sayn veranlasste um 1200 den Bau von Schloss und Burgkapelle. Der Name entstand durch den Namen des Bergkegels „Hagenberg“. Vier Jahrhunderte lang wurde die Stadt geschäftig erweitert, letzter Burgherr war Graf Salentin Ernst von Manderscheid – Blankenberg. Dieser wurde Besitzer von der Burg durch die Eheschließung 1651 mit Erbgräfin Ernestine von Sayn – Hachenburg. Er hat die Stadt nach dem verheerenden Brand am 13. Oktober 1654 wieder aufgebaut. Georg Friedrich, Burggraf von Kirchberg, ließ in den Jahren 1717 – 1746 aus der alten Bausubstanz ein Barockschloss errichten. Der Bauherr hat seine Initialen im schmiedeeisernen Tor verewigt. Im 20. Jahrhundert wechselte das Schloss häufig seinen Besitzer, seit 1974 ist es eine Hochschule der Deutschen Bundesbank.

 

Steinernes Haus

 

Die Ursprünge des Hauses liegen im Dunkeln, Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Residenz der Grafschaft Sayn nach Hachenburg verlegt. Graf Gerhard II. erwarb 1461 das Steinerne Haus. Es ist ein Gebäude mit Renaissancefassade, auf dem Dachfirst ist ein „Mohrenkopf“, diese zeigte das Haus als Fürstenherberge aus.

 

Vogtshof und Lesegarten

 

Das Fachwerkgebäude wurde Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut, es gab dort ein spätmittelalterlichen Vorgängerbau. Es war der Sitz des Vogts, ein herrschaftlicher Beamter welcher in Vertretung des Landesherrn regierte und richtete. 2011 wurde das Gebäude umfangreich restauriert, jetzt ist die städtische Bücherei darin. Im Obergeschoss ist der Löwensaal und ein beliebter Sitzungssaal, welcher als Trauzimmer genutzt wird. Neben dem Gebäude ist der sogenannte Lesegarten, auch genutzt als Ort für Autorenlesungen.

 

Wilhelmstraße

 

Im Mittelalter die Hauptverkehrsachse mit dem Alten Markt und der Friedrichstraße. Ein Bürger- und späteres Gasthaus „Zum goldenen Löwen“ steht in der Straße. Der Name stammt von dem goldenen Löwen an der Hausfassade. Das Niedertor (mit Kerker) befand sich an der Stelle des Gasthauses „Zum Schwan“. Das Tor sicherte den Zugang zur Stadt vom heutigen Neumarkt aus. Bis auf geringe Reste wurde 1820 – 1830 die Stadtmauer entfernt. Der Verlauf, der Mauer, ist zu erkennen an der Straßenführung des Johann-August-Rings, ein Teil ist noch in der Schwanenpassage zu sehen.