Karden

Eines der eindrucksvollsten Ortsbilder an der Mosel. Die Treverer erkannten die Vorzüge der Lage und haben das kleine Töpferdorf angelegt. In der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts wird die erste schriftliche Erwähnung gefunden. Damals waren die Bewohner Handwerker und Händler. Der Trierer Bischof Maximus brachte den Priester Castor nach Karden um dort das Christentum zu verbreiten. Der fromme Mann wohnte erst in einer Höhle an der Ortsgrenze, heute noch sichtbar durch ein Kreuz gekennzeichnet. Das Vertrauen der Bevölkerung bekam er nach und nach, er lehrte sie den Boden zu düngen und die Reben schneiden. Er heilte ihr Vieh und gab sein Wissen über Heilkräuter weiter. Seine erste Kirche baute Castor am Ortsrand. Die jetzige Kirche wurde im Jahr 1183 gebaut. In den verschiedenen folgenden Kunstepochen wurde das dreischiffige Gotteshaus auf den Grundmauern einer karolingischen Basilika erbaut. Bis zur Säkularisation wurde die Zeit vom Kollegialstift geprägt. Das Stift war sehr reich durch ihre Ländereien und Weinstöcke. Der Probst hatte seinen Sitz in Karden, er regierte sein Bezirk bis hin zum Rhein. Der Adel sah sich gern dort vertreten. Die Stiftsherren hatten eine große macht bis zur Säkularisation, das geistliche Leben gestaltete sich wenig abwechselnd, gemeinsames Leben wie in klosterähnlichen Einrichtungen war nicht von langer Dauer. Wichtige Stiftsherrenhäuser sind heute noch das Haus Broy, sowie das Korbisch (Wohnhaus des Chorbischofs) und die Stiftsschola mit den mittelalterlichen Fresken. Aus dem Zehnthaus entstand das Stiftsmuseum in dem historischen Gebäude von 1230. Nach Napoleon wurden die Immobilien von der französischen Militärregierung versteigert, das Geld kam in die Kriegskasse. Am 15. Mai 1879 bekam die Stadt einen Aufschwung durch die Bahnstrecke Koblenz / Trier. In Karden wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse und Baustoffe umgesetzt. Im November 1925 wurde die Moselbrücke eingeweiht, dadurch waren noch mehr Handelswege geöffnet. 1969 wurden die Orte Treis und Karden verbunden.

 

 

Sehenswertes:

 

Stiftskirche

Die ehemalige Stiftskirche, jetzige Pfarrkirche St. Castor, beherrscht mit ihren mächtigen Türmen das Ortsbild. Es gehört zu den kunsthistorisch bedeutendsten Sakralbauten an der Mosel und wird von den Einheimischen „Moseldom“ genannt.

 

Stiftsmuseum

Es liegt innerhalb des historischen Stiftbezirk und grenzt an den Kreuzgarten. Das Gebäude wurde im Jahre 1238 erbaut und wurde als Zehnthaus genutzt. Im Museum werden Exponate präsentiert, welche karden über Jahrtausende zeigt. Es werden die archäologischen Funde des Martberges gezeigt, sowie Fundstücke aus keltischer, römischer und fränkischer Zeit.

 

Der Stiftbezirk

In dem Bezirk gibt es viele bemerkenswerte Häuser, das Haus Dohmen (ehemalige Stiftsschule) mit gotischen Wandfresken. Das Burghaus ist aus dem Jahr 1562, damals Amtssitz des Schultheiß. Die ev. Kirche (Georgskapelle) wurde 1318 gestiftet, um 1340 als Kapelle „St. Georg“ erbaut. Nach der Versteigerung 1805 wurde sie zum Pferdestall geändert, 1856 wieder zur Kirche umgebaut und 1857 eingesegnet. Eine Einheit von hohem künstlerischen Wert, zur Georgskapelle, bildet das Haus Moselstraße 32. Der vordere Teil wurde 1686 erbaut, mit einer schönen Fachwerkfassade. 1765 wurde ein reizvolles Stübchen angebaut. Wohnhäuser der Kanoniker findet man am Lindenplatz.

 

Gallorömische Tempelanlage

Auf dem Martberg entstanden ca. 200 nach Christus zahlreiche Tempelbauten. Einer wurde der Gottheit Mars geweiht, daher der Name des Berges. Hier ist der Verschmelzungsprozess von den Kelten und Römern sichtbar.