Petershagen

Altes Amtsgericht

 

Ein kleines preußisches Amtsgericht, vollständig erhalten, aus dem Jahre 1913 im Stil der Neorenaissance. Am Gerichtsgebäude nördlich schließt das Richterwohnhaus an. Westlich ist es das Gefängnis mit dem Gefängnishof. Heute ist das Gefängnis eine Herberge für Wanderer und Radler die eine Nacht so leben wollen wie Häftlinge. Heute fungiert das komplette Gebäude als Begegnungsstätte mit interessantem Kulturprogramm. Das Zentrum des Amtsgericht ist der Schöffensaal. Die Einrichtungsgegenstände sind aus Holz, beeindruckend sind auch die bunt verglasten Fenster. Die Kassettendecke wurde mit Malerei versehen, der Raum hat drei aussagekräftige Türen. Mit Gerechtigkeitswaage und Königskrone ist die Tür des Richters geschmückt, sie dominiert durch ihre Größe und Gestaltung. Die Zuschauer und Prozessbeteiligten durch eine abgestufte Variante von Tür, die bescheidener ausgeführt wurde. Bewusst wurde die neuzeitliche Bestuhlung vom historischen Ambiente abgesetzt. Nach der Sanierung 2002 dient der Saal als Trauzimmer. Vor dem Gebäude steht eine „Familienskulptur“ als Symbol der Einheit von schönen und schweren Zeiten im Leben der Menschen. Der obere teil der Figuren zeigt Gesundheit, Lebensfreude, Geselligkeit, Geborgenheit und Sicherheit. Der untere Teil verweist auf Krankheit, Tod und andere Nöte, mit den fehlenden Gliedmaßen. Geschaffen wurde die Gruppe im Jahre 1999. Auf der anderen Straßenseite steht die Figur Herr Meier. Er blickt Richtung Storchennest auf dem Alten Amtsgericht. Es ist die fünfte Betonskulptur, vor ihm befanden sich schon vier weitere Figuren am und auf dem Rathausplatz.

 

Alte Fährstraße 2 und 4

 

An einer Ecke der Mindener Straße (14) liegt das „Alte Zollhaus“. Das letzte Haus der Neustadt, gelegen am stark verschliffenen Lauf der Oesper gelegen. Läuft man die Mindener Straße weiter runter Richtung „Altes Amtsgericht“ führt ein Weg in die Eduardstraße. Gegenüber von „Herr Meier“ steht ein Hochwasserstein. Im Jahre 1946 gab es in der Stadt ein Jahrhunderthochwasser, woran der Granitblock erinnert. Rechts geht e in eine schmale Gasse „Der Gang“. Er führt in die Fährstraße mit zwei bemerkenswerten Fachwerkhäusern. Die alte Giebelwand wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts durch eine neue ersetzt. Im neuen Teil der Traufwand wurde ein schmales Fensterchen geschaffen. Dadurch konnte man von der Stube aus auf den Fährbetrieb schauen.

 

Ehemalige Fährstelle

 

Die Weser war eine wichtige Verkehrsader für die Stadt. Nach Fertigstellung der modernen Brücke wurde 1971 der Fährbetrieb eingestellt. Dank der Pflege der Kulturgemeinschaft ist die benötigte Einrichtung erhalten geblieben. Unter dem Mast der kopfsteingepflasterten Straße, an dem Seil war die Fähre als Strömungsfähre befestigt. Dort ist die „Schorse“ aufgestellt, sie diente dem Personenverkehr. Am anderen Ufer ist das Haus des Fährmanns mit dem zweiten Masten erhalten geblieben. Links daneben eine ehemalige Korbflechterei. Flussabwärts hat man einen schönen Blick auf die Weserfront des Schlosses.

 

Hauptstraße 4 – 8

 

Wenn man auf die Hauptstraße fährt sieht man links die Häuserzeile mit den am besten erhaltenen Fachwerkhäusern der Stadt. Zwischen denn Häusern und der Kirche, bis zum ehemaligen Postamt, soll früher der Markt stattgefunden haben.

 

Kirchstraße

 

Weitere kirchliche Gebäude befinden sich auf dieser Straße. Das Pfarrhaus wurde 1829 für den ersten Pfarrer der Gemeinde erbaut, anstelle eines Vorgängergebäudes.

 

Petri Kirche

 

Die Petri Kirche liegt direkt rechts an der Hauptstraße. Erbaut wurde sie in Jahren 1615 bis 1618 und ist eins der frühesten Beispiele protestantischer Kirchen. Die Reformation fand hier in der Mitte des 16. Jahrhunderts statt. Heute ist die dreischiffige Kirche für ganz Petershagen zuständig. Sie ist auch eine offene Radfahrerkirche.

 

Rathausplatz

 

Wenn man in die Stadt hineinfährt sieht man links auf dem Rathausvorplatz vier große Figuren. Im Juni 2002 wurde das Pärchen „Frau Peters“ und „Herr Hagen“ aufgestellt. Die frau im Sonntagskleid steht am Brunnen und der Mann mit Hosenträgern und Schiffermütze sitzt am Brunnen. Im September 2003 sind „Hermine“ und „Mathilde“ hinzugekommen. „Hermine“ hat ihren Sitzplatz unter einer benachbarten Platane und liest in der Schloss – Chronik. „Mathilde“ hat ihren Namen von einer Marktfrau, welche seit über 20 Jahre bei Wind und Wetter auf dem städtischen Marktplatz stand. Hergestellt wurden die Figuren von Christel Lechner. Sie bestehen aus Kunststoff mit Beton beschichtet für die längere Haltbarkeit.

 

Synagoge und jüdische Schule

 

In der Goebenstraße 5 + 7 sind zwei Gebäude welche sich zusammen finden zu einem jüdischen Ensemble mit einer Synagoge (1845 / 46, vorher stand dort eine Fachwerksynagoge), einer jüdischen Schule (gebaut 1796, genutzt von 1844 bis 1916), Mikwe (1796), Friedhof (heute eine Gedenkstätte) und jüdische Wohnhäuser. Petershagen besitzt ein Informations- und Dokumentationszentrum (saniert bis 2001, Ausstellungen gibt es seit 2003) zu über 450 Jahren jüdischer Orts- und Regionalgeschichte.

 

Schloss Petershagen

 

1306 wurde das Schloss als Burg erbaut von Bischof Gottfried Franz von Waldeck als Resident der Fürstbischöfe von Minden. 350 Jahre lang war das Schloss im Glanz der fürstbischöflichen Hofhaltung. Das Bistum wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg aufgelöst, dass Schloss hatte keine Bedeutung mehr. Heinrich Hestermann bewahrte das Gebäude 1901 vor dem Verfall in dem er es kaufte. Das Schloss wurde 1967 zum Hotel umgebaut.