Stirling

Die Altstadt entwickelt sich um das Schloss, welches das Stadtbild beherrscht. Mittlerweile ist Stirling ein Verwaltungs- und Handelszentrum. Die Stadt war schon mal Hauptstadt von Schottland, aber erst 2002 erhielten sie die Stadtrechte zum 50. Thronjubiläum von Königin Elisabeth die II. Der Fluss Forth brachte Wohlstand in die Stadt, durch Teehandel und Holzhandel. Mit der Eisenbahn begann der Abstieg des Flusshandels. Nach dem Bau einer Eisenbahnbrücke wurde es ermöglicht weiter flussabwärts Schiffe zu beladen. Mitte des 20. Jahrhunderts verschwand der Hafen ganz. Bekannte Einwohner: u. a. John Grierson (Dokumentarfilmer), Muir Mathieson (Filmmusikkomponist), Kristy Young ( TV – Moderatorin). Stirling ist bekannt für seine Vielzahl von Geistern. Im Schloss wurde mehrfach die „Green Lady“ gesehen, sowie ein Soldat. Auch in der Gaststätte „Settle Inn“ sollen mehrere Geistererscheinungen aufgetreten.

 

Church of the Holy Rude

Die kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und war die Pfarrkirche von Schloss Stirling. Auf dem Friedhof stehen viele interessante Grabsteine. Um das Jahr 1130 stand schon eine Kirche dort. Es ist eine von noch zwei bestehenden Krönungskirchen. Gegründet wurde sie 1129 von David I. (1124 – 1153) als Pfarrkirche. Robert II. stiftete einen Altar. Im Jahr 1405 wurde die Kirche durch einen Brand zerstört. Kurz danach begann man mit dem Wiederaufbau. In ihren Grundstrukturen ist sie bis heute erhalten geblieben. Zwischen 1507 und 1555 wurde ein Chor mit Apsis im östlichen Teil angebaut. Der westliche Kirchenturm wurde gleichzeitig erhöht. Ab 1656 bis 1935 teilte eine Mauer Chor und Kirchenschiff, so dass zwei gemeinden Platz hatten, dies geschah wegen einem Streit von zwei Pfarrern der Gemeinde Stirling. Im 19. Jahrhundert wurde u. a. das Westtor entfernt und eine Decke ins Schiff eingebaut. 1935 – 1940 wurde die Mauer entfernt, welche Schiff und Chor trennte, sowie die eingezogenen Decke im Kirchenschiff. Es ist das zweitälteste Gebäude von Stirling.

 

Robert the Bruce

Vor dem Schloss von Stirling steht die Skulptur von Robert the Bruce. Er war 1306 bis zu seinem Tode 1329 König von Schottland. Berühmt wurde er durch seine Rückeroberungen Schottlands, berühmteste Schlacht wurde geschlagen vor Stirling Castle aber nicht gewonnen.

 

Schloss

Der Fels, auf dem das Schloss steht ist vor ca. 350 Millionen Jahren entstanden, während der Eiszeit wurde er zur heutigen Form geschliffen. Der Flusslauf Forth wurde vom Schloss beherrscht. Niemand weiß, wann die ersten Menschen dort waren, aufgrund von wichtigen Funden ist eine frühe Besiedlung wahrscheinlich. Das Schloss wird mit unterschiedlichen Königen in Verbindung gebracht, wie König Arthur und Penda (König von Mercia). Im Mittelalter soll Kenneth McAlpin (842), König von Schottland das Schloss belagert haben. Es wurde im frühen 12. Jahrhundert erwähnt durch König Alexander I. (1107 / 1115). Angaben über das Aussehen des Gebäudes gibt es zu der Zeit nicht, aber es hat schon zu dieser Zeit nicht nur zu rein defensiven Aufgaben gedient haben, sondern auch als Residenz und Verwaltungssitz. Gebäude und Wehranlagen waren vermutlich aus Holz, Lehm und Stroh. Henry der II. von England tauschte das Schloss gegen den gefangenen König William the Lion im Jahr 1174. Es war eine von 5 Burgen. Das Schloss wurde an Schottland zurück gegeben (1214 verstarb William dort). Im Jahr 1296 wurde Stirling durch König Edward I. aus England erobert. William Wallace eroberte das Schloss zurück, im gleichen Jahr nach der Schlacht von Falkirk ging das Schloss zurück an England. Stirling ging im Jahr 1314, nach der Schlacht von Bannockburn, unter König Robert I. the Bruce wieder an Schottland. Als er sich zurückziehen musste, sprengte er die Kirche von St. Ninians, die als Munitionslager diente. Nur der Turm blieb erhalten. Im Jahr 1371 wurden während der Regierungszeit von König Robert II. (erster Stuart) viele Verteidigungsanlagen gebaut. In dieser zeit gehört auch das Nordtor. Unter James I: wurde weiter gebaut. 1452 ermordete James II. den Earl of Douglas. Der Leichnam wurde aus dem Fenster geworfen, der darunter liegend Garten heißt heute noch Douglas Garten. Unter James IV. wurde Stirling Castle weiter aus- und umgebaut. Unter ihm entstanden der alte Königspalast an der Westseite und die große Halle gegenüber. Die große Halle, mit 5 Kamine, kann nach Restaurierung heute wieder bestaunt werden. James der V. wurde in der Kapelle im Jahr 1513 getauft, damals 17 Monate alt. 1536 heiratete er, seine Frau starb kurze zeit später. Für seine zweite Frau Marie de Guise ließ er einen Renaissance Palast auf Schloss Stirling bauen. Im Alter von 30 Jahren starb er, Erbin wurde seine Tochter Maria Stuart, diese war erst wenige Tage alt. Ihre Kindheit verbrachte sie auf dem Schloss, sie wurde auch in der Kapelle getauft, bei einem Brand 1516 kam sie fast ums Leben. Ihr Sohn James VI. wurde auch auf dem Schloss, in der anliegenden Church of Holy Rude getauft, ohne Anwesenheit seiner Mutter, welche in Gefangenschaft war. Er verbrachte seine Kindheit auch auf dem Schloss. Er ließ die Kapelle wieder instand setzen. Das Ende als königliche Residenz zeichnete sich ab als er nach London an den Hof zog um die nachfolge von Elisabeth I. von England anzutreten. Die Verteidigungsanlagen wurden später immer wieder verstärkt. Sie hielten somit der Belagerung von Prince Charles Edward Stuart stand. Dies war auch die letzte militärische Auseinandersetzung. Bis 1964 wurde die Burg von der Armee genutzt. Stationiert waren die Regimenter der Argyll & Sutherland Highlander. Ein Museum wurde auf dem Schloss eingerichtet. Danach wurde viel Geld in den Wiederaufbau des Schloss gesteckt, welches heute zu besichtigen ist. Zu sehen gibt es die Kapelle, große Halle, die mittelalterlichen Küchen aus dem 16. Jahrhundert und das Tapestry Studio (hier werden Wandteppich für den Palast hergestellt). Das neueste Projekt ist die Renovierung der königlichen Wohnräume im Palast von James den V., Ziel ist es, die Räume wieder so herzustellen wie im 16, Jahrhundert.

 

William Wallace

Der im neugotischen Stil, 67 m hohe, vierkantige Turm wurde 1989 bei Stirling erbaut. Er befindet sich auf dem Berg Abbey Craig Richtung Dunbley. Die Bauzeit betrug 8 Jahre. Heute ist es ein Museum welches ganzjährig besucht werden kann. Es bietet Informationen zur Schlacht von Stirling Bridge. Ganz oben hat der Turm eine Aussichtsplattform.